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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Tarieren; Tarif; Tarifa; Tarija; Tarik; Tarlatan; Tarma; Tarn; Tarn-et-Garonne

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Tarieren - Tarn-et-Garonne.

schreibungen. Ein vorzügliches Lexikon zu den Targumim gab Levy (3. Ausg., Leipz. 1881), das T. Onkelos Berliner (Berl. 1884), eine "Chrestomathia targumica" Merx (das. 1888) heraus.

Tarieren, s. Tara.

Tarif (arab.), ein Verzeichnis verschiedener Waren oder Leistungen mit beigesetzten Preisen, namentlich ein amtlich festgestelltes Verzeichnis, daher Zolltarif (vgl. Handelsverträge), Münz-, Steuertarif, insbesondere im Verkehrswesen: Droschken-, Post-, Schiff-, Eisenbahntarif etc. Tarifieren, in einen T. mit bestimmtem Tarifsatz aufnehmen; daher tarifierte Münzen, solche, welchen durch den gesetzlichen Münztarif ein bestimmter Kurs gegeben ist.

Tarifa, alte befestigte Stadt in der span. Provinz Cadiz, an der Straße von Gibraltar, der südlichste Ort des europäischen Festlandes, mit Hafen und Leuchtturm (auf der Insel T.) und (1878) 12,234 Einw.; benannt nach dem Berberhäuptling Tarifa ibn Malik, welcher zuerst in Spanien landete.

Tarija (spr. -richha), ein Departement der südamerikan. Republik Bolivia, zwischen den Departements Chuquisaca und Potosi und der Argentinischen Republik, 296,500 qkm (5385 QM.) groß. Den Westen durchzieht die östliche Kordillere, der Osten erstreckt sich durch die Chaco boreal bis zum Paraguay. Die wichtigsten Flüsse sind der Pilcomayo und der Tarija (oberer Rio Vermejo), die beide dem Paraguay zueilen. T. bietet sowohl fruchtbare Ackerländereien als vorzügliche Weiden und schöne Waldungen dar. An nutzbaren Mineralien ist es arm. Die Industrie ist ganz unbedeutend. Die Bevölkerung schätzte man 1882 auf 53,389 Seelen, ohne etwa 50,000 wilde Indianer. - Die Hauptstadt T., 1770 m ü. M., in fruchtbarem Thal, wo viel Tabak gebaut wird, hat ein Franziskanerkloster (ehemals berühmtes Missionskollegium mit Bibliothek) und etwa 8300 Einw.

Tarik, arab. Feldherr, Sohn Zejjads, ward 711 von dem Oberfeldherrn der Araber in Afrika, Musa, mit 12,000 Mann nach Spanien geschickt, landete bei Gibraltar (Gebel al T., "Felsen des T."), besiegte in der siebentägigen Schlacht bei Jeres de la Frontera 19.-25. Juli 711 die Westgoten unter Roderich, eroberte, indem er den Sieg rasch verfolgte, den größten Teil der Halbinsel, wurde aber von dem auf ihn neidischen Musa, obwohl er ihm seine ungeheure Beute demütig darbrachte, seiner Würde entsetzt und, mit Ketten belastet, in den Kerker geworfen, rächte sich zwar nach seiner Befreiung, indem er Musas Sturz herbeiführte, starb aber unbelohnt und in Vergessenheit.

Tarlatan (franz. tarlatane), eine Sorte glatter baumwollener Gaze, welche meist einfarbig hergestellt und zu Ballkleidern und zum Ausputz benutzt wird. Die Stoffe sind sehr wohlfeil, vertragen aber das Waschen nicht. Grüner T. ist oft mit Schweinfurter Grün gefärbt, welches sich staubartig ablöst und der Trägerin des Kleides durch Einatmen der arsenikhaltigen Farbe gefährlich werden kann.

Tarma, Stadt im Departement Junin der südamerikan. Republik Peru, im tiefen, aber fruchtbaren Chanchamayothal, 3053 m ü. M., hat eine höhere Schule, Fabrikation von Ponchos etc. aus Vicuñawolle und (1876) 3834 Einw.

Tarn, Fluß im südlichen Frankreich, entspringt am Fuß des Pic de Malpertus im Lozèregebirge, durchfließt in vorherrschend westlicher Richtung die Departements Lozère, Aveyron, T., Obergaronne und Tarn-et-Garonne und mündet 6 km unterhalb Moissac nach einem Laufe von 375 km (wovon 148 km schiffbar) rechts in die Garonne. Nebenflüsse sind rechts: der Aveyron, links: Dourbie und Agout. Der T. bildet oberhalb Albi den prächtigen, 19 m hohen Wasserfall Saut de Sabo.

Tarn, franz. Departement, aus den ehemaligen Diözesen von Albi, Castres und Lavaur des Languedoc gebildet, grenzt im N. und NO. an das Departement Aveyron, im SO. an Hérault, im S. an Aude, im W. an Obergaronne und im NW. an Tarn-et-Garonne und hat einen Flächenraum von 5743 qkm (104,7 QM.). Das Land ist die nach SW. geneigte plateauartige Abdachung des zentralen Hochfrankreich, im O. gegen 600, im W. wenig über 100 m hoch. Es lehnt sich im SO. an die rauhen Berge von Lacaune (1266 m), im S. an die Montagne Noire an. Während es in den höhern Gegenden nur für Viehzucht und Industrie geeignet ist, überwiegt nach W. hin in den sich immer breiter öffnenden fruchtbaren Flußthälern mit dem mildern, fast mediterranen Klima der Ackerbau, der sich auch auf Wein- und Seidenkultur erstreckt. Der Hauptfluß ist der Tarn, welcher fast alle Gewässer des Departements (Rance, Agout, Aveyron u. a.) aufnimmt. Die Bevölkerung belief sich 1886 auf 358,757 Einw. (darunter ca. 17,000 Reformierte). Von der Oberfläche kommen (1882) 309,805 Hektar auf Äcker, 52,755 auf Wiesen, 59,510 auf Weinberge, 77,677 auf Wälder, 37,894 Hektar auf Heiden und Weiden. Hauptprodukte sind: Getreide (3 Mill. hl), insbesondere Weizen, Roggen und Mais; ferner Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Hanf und Flachs, Wein (bei Gaillac und Albi, in guten Jahren bis 1 Mill. hl), Obst, Kastanien, Rindvieh (117,874 Stück), Schafe (410,177). Schweine (127,788), viel Geflügel (besonders Hühner und Tauben), Kaninchen. Der Bergbau liefert Steinkohlen (Gruben bei Carmaux mit einem Erträgnis von 330,000 Ton.); auch hat das Departement mehrere Mineralquellen, darunter die von Trébas. Die Industrie hat namentlich in der Schafwollwarenfabrikation große Bedeutung; dieselbe verfügt über 55,000 Spindeln, 5000 Hand- und 140 mechanische Webstühle und hat ihre Hauptsitze zu Castres und Mazamet. Andre Industriezweige sind: Seidenspinnerei, Gerberei, Fabrikation von Stahl, Sensen, Glas, Fayence u. a. Der ziemlich lebhafte Handel vertreibt die Natur- und Industrieprodukte des Landes. Das Departement wird von der Eisenbahnlinie Figeac-Toulouse und der von ersterer abzweigenden Linie über Albi nach Castres und Castelnaudary mit Seitenlinien nach Carmaux und Mazamet durchzogen. Es zerfällt in die vier Arrondissements: Albi, Castres, Gaillac und Lavaur; Hauptstadt ist Albi. Vgl. Bastié, Description du département du T. (Graulhet 1876-77, 2 Bde.).

Tarn-et-Garonne, franz. Departement, aus Teilen der Guienne (Quercy, Rouergue, Agenais), der Gascogne (Lomagne, Armagnac) u. des Languedoc (Diözese Montauban) zusammengesetzt, grenzt im N. an das Departement Lot, im O. an Aveyron, im SO. an Tarn, im S. an Obergaronne, im SW. und W. an Gers und Lot-et-Garonne und hat einen Flächenraum von 3720 qkm (67,8 QM.). Es ist ein Hügelland von 200-300 m Höhe, in welches die drei großen Flüsse Garonne (mit der Gimone), Tarn und Aveyron, die sich hier vereinigen, und deren Spiegel bei ihrem Eintritt in das Departement kaum höher, zum Teil sogar niedriger als 100 m liegt, breite, überaus fruchtbare Thäler eingeschnitten haben. Der Schifffahrt dient außer Garonne und Tarn der Seitenkanal der Garonne. Das Klima ist im allgemei-^[folgende Seite]