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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Vahrn - Valckenaer.

liquias conjectanea« (Leipz. 1858), »Analecta Noniana« (das. 1859), »Über die Annalen des Ennius« (Berl. 1886). Besonders fruchtbar waren seine Aristotelischen Studien, die er teils in Zeitschriften und Sammelwerken, teils in besondern Schriften veröffentlichte: »Beiträge zu Aristoteles' Poetik« (Wien 1865-67, 4 Tle.), »Aristotelis poetica« (3. Aufl., Leipz. 1885), »Aristotelische Aufsätze« (Wien 1872-1874, 3 Tle.). Sonst heben wir von seinen Veröffentlichungen hervor die Ausgaben von Ciceros »De legibus« (2. Aufl., Berl. 1883) und Plautus' »Menaechmi« (das. 1882) sowie den Vortrag über »Lorenzo Valla« (Wien 1864; 2. Abdr., Berl. 1870) und »Laurentii Vallae opuscula tria« (Wien 1869). Auch gab er Lachmanns »Lucilii saturarum reliquiae« (Berl. 1876) und »Lachmanns kleine philologische Schriften« (mit Müllenhoff, das. 1876) heraus sowie die 4. Auflage von Haupts »Catull, Tibull, Properz« (Leipz. 1879) und »Horaz« (5. Aufl., das. 1885). Er war längere Zeit Mitherausgeber der »Zeitschrift für österreichische Gymnasien« und von 1877 bis 1881 des »Hermes«.

Vahrn, Luftkurort, s. Brixen.

Vaihingen, Oberamtsstadt im württemberg. Neckarkreis, an der Enz und an der Linie Bretten-Friedrichshafen der Württembergischen Staatsbahn, 212 m ü. M., hat eine große evangelische Kirche, ein altes Schloß, eine Latein- und Realschule, ein Arbeitshaus für Männer, ansehnliche Stiftungen, ein Amtsgericht, Fabrikation von Konditorwaren, Bürstenhölzern und Leim, eine mechanische Werkstätte, Bleicherei, Kunstmühlen, Bierbrauerei, Obst- und Weinbau und (1885) 3250 Einw. In dem im romanischen Stil erbauten »Haspelturm« saß der durch Schiller und den Roman von H. Kurz bekannte Sonnenwirt gefangen.

Vaill., 1) Abkürzung für S. Vaillant, geb. 1669 zu Vigny in Frankreich, gest. 1722 als Demonstrator der Botanik zu Paris. Botanicon parisiense; 2) (auch Levaill.) für Fr. Levaillant (s. d.).

Vaillant (spr. wajāng), 1) Wallerant, niederländ. Maler und Kupferstecher, geb. 1623 zu Lille, bildete sich bei Erasmus Quellinus in Antwerpen zum Porträtmaler aus, war als solcher in Frankfurt a. M., in Heidelberg, Berlin, wo er den Großen Kurfürsten und seine Gemahlin (jetzt im Schloß zu Berlin) malte, und in Paris thätig und ließ sich dann in Amsterdam nieder, wo er 1677 starb. Seine künstlerische Bedeutung liegt weniger in seinen Gemälden als in seinen Blättern in Schwarzkunst (ca. 200), deren Technik er durch Arbeiten nach Teniers, Terborch u. a. sowie nach eignen Entwürfen erheblich förderte. Vgl. Wessely, W. Vaillant (Leipz. 1881).

2) Jean Baptiste Philibert, franz. Marschall, geb. 6. Dez. 1790 zu Dijon, trat 1809 in das Geniekorps, begleitete 1812 als Adjutant den General Haxo auf dem russischen Feldzug, ward 1813 bei Kulm gefangen genommen, beteiligte sich während der Hundert Tage an der Befestigung von Paris und focht bei Ligny und Waterloo. Den Feldzug gegen Algier 1830 machte er als Bataillonschef mit, nahm hierauf als Oberstleutnant an den Expeditionen nach Belgien 1831 und 1832 teil, war 1837-38 Festungsdirektor in Algier und erhielt dann das Kommando über die polytechnische Schule, gab aber diese Stelle auf, um, seit 1845 mit dem Rang eines Generalleutnants, die oberste Leitung bei den Pariser Festungsbauten zu übernehmen. Im Mai 1849 erhielt er das Kommando der Genietruppen bei dem römischen Expeditionskorps und erwarb sich bei der Belagerung Roms die Marschallswürde. 1854 übernahm er das Portefeuille des Kriegs und 1860 das des kaiserlichen Hauses. Im Januar 1864 erhielt er die Würde eines Großkanzlers der Ehrenlegion. 1870 nach dem Sturz des Kaiserreichs aus Frankreich verbannt, kehrte er 1871 nach Paris zurück und starb daselbst 4. Juni 1872.

Vaison (spr. wäsóng, im Altertum Vasio), Stadt im franz. Departement Vaucluse, Arrondissement Orange, am Ouvèze, über welchen eine alte Römerbrücke führt, hat zahlreiche, wenn auch unbedeutende röm. Altertümer, Reste eines Schlosses, Fabrikation von Hüten etc., Seidenspinnerei und (1881) 2067 Einw.

Vajda-Hunyad (Eisenmarkt), Markt im ungar. Komitat Hunyad (Siebenbürgen), am Zusammenfluß der Cserna und Zalasd, mit einem Franziskanerkloster, (1881) 2303 rumänischen und ungar. Einwohnern und einem in großartigem Stil auf steilem Kalkfelsen gebauten mittelalterlichen Schloß, das in jüngster Zeit vom Staat mit bedeutenden Kosten restauriert wurde. Der größere Teil der Burg wurde um 1452 von Johann Hunyadi, das übrige unter Matthias Corvinus und Fürst Gabr. Bethlen aufgeführt. In der Nähe (in Govasdia und Gyalar) sehr ergiebige Eisenerzlager und Eisenwerke. Vgl. W. Schmidt, Die Stammburg der Hunyade (Hermannstadt 1865).

Vakánz (lat.), das Erledigtsein einer Stelle, insbesondere einer kirchlichen, namentlich eines Bischofsitzes (Sedisvakanz). Da die Vakanzen oft ungebührlich ausgedehnt wurden, besonders durch die Zögerung der Kirchenpatrone, so bestimmte die Kirche, binnen welcher Zeit ein neuer Geistlicher angestellt sein mußte; als Maximum galt ein halbes Jahr. Auch in der protest. Kirche währen die Vakanzen gewöhnlich nicht länger; einstweilen werden die Amtsgeschäfte meist von den benachbarten Geistlichen besorgt. V. nennt man auch die Zeit der Schulferien.

Vakuf, s. Wakuf.

Vakuōle (lat.), Höhlung, hohler Raum.

Vakŭum (lat.), der leere Raum.

Vakuumapparat, ein Apparat zum Verdampfen von Flüssigkeiten unter vermindertem Luftdruck, s. Abdampfen, S. 20.

Vakuummeter, Manometer zur Messung eines unter den normalen erniedrigten Luftdrucks.

Vakuumpumpe, s. v. w. Luftpumpe.

Val (franz., spr. wall), Thal.

Valangin (spr. walangschäng, Vallendys), Städtchen im schweizer. Kanton Neuenburg, am Eingang in das Val de Ruz, mit hoher Felsburg (jetzt Gefängnis) u. (1888) 475 Einw.; einst Sitz der Grafen gleiches Namens, kam V. 1579 durch Kauf an Neuenburg.

Valant, s. Faland.

Valarschapat, Stadt, s. Artaxata.

Valbert, G., Pseudonym, s. Cherbuliez 4).

Valcea, rumän. Kreis, s. Waltscha.

Valckenaer (spr. -nār), Lodewyk Kaspar, berühmter Philolog, geb. 7. Juni 1715 zu Leeuwarden, gebildet daselbst, studierte seit 1731 in Franeker und Leiden, wurde 1740 Konrektor zu Kampen, 1741 Professor der griechischen Sprache in Franeker, 1766 an Hemsterhuis' Stelle in Leiden und starb dort 14. März 1785. Neben Ruhnken der bedeutendste Schüler Hemsterhuis, edierte er des Ammonius »De differentia adfinium Vocabulorum« (Leid. 1739, 2 Bde.; neu von Schäfer, Leipz. 1822), des Euripides »Phönissen« (Franeker 1755; zuletzt Leipz. 1824, 2 Bde.) u. »Hippolyt« nebst der trefflichen »Diatribe in Euripidis perditorum dramatum reliquias« (Leid. 1768; wiederh., Leipz. 1823-24, 2 Bde.), die Briefe des Phalaris, (Gron. 1777, 2 Bde.; neu von Schäfer, Leipz. 1823),