Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Valle; Valle-dupar; Valleixsche Schmerzpunkte; Vallejo; Vallenar; Vallendar; Vallès; Vallisnerĭa; Vallo della Lucanĭa

42

Valle - Vallo della Lucania.

öffentlichte: »Historia critica litterarum latinarum« (1849, 13. Aufl. 1888), »Collezione economica degli scrittori classici latini« (1850), »Epitome historiae graecae« (1856, 10. Aufl. 1887), »Epitome historiae romanae« (5. Aufl. 1876), bearbeitete des Ausonius Popma »De differentiis verborum« (1852), das lateinisch-italienische Wörterbuch von Bazzarini (1850 bis 1854) und ein lateinisch-italienisches Schulwörterbuch (1852-54). Von seinen übrigen Schriften nennen wir: »Storia della poesia in Piemonte« (1841, 2 Bde.); »Della società letteraria del Piemonte« (1844); »Storia della università degli studii del Piemonte« (1846, 3 Bde.; 2. Aufl. 1875); »Il cavaliere marino in Piemonte« (1847, 3. Aufl. 1884); »Novelle« (6. Aufl. 1883). Seine Reden erschienen gesammelt in Turin 1852 und 1865, »Opuscula varia« 1876. Vgl. seine Selbstbiographie: »Vita, scritta da esso« (Tur. 1879) und »Lettere di illustri scrittori a Tommaso V.« (das. 1880).

Valle, Pietro delle, ital. Reisender des 17. Jahrh., geb. 2. April 1586 zu Rom, beschäftigte sich früh mit den Wissenschaften und der Dichtkunst, nahm 1611 auf einer spanischen Flotte an einem Zuge gegen die Barbareskenstaaten teil und schiffte sich 1614 in Venedig, nachdem er zu Neapel feierlich das Pilgerkleid genommen, zu einer Wallfahrt nach dem Orient ein. Die Reise führte ihn nach der Türkei und Ägypten, von da nach Jerusalem, durch Syrien und Persien bis nach Indien und nahm über elf Jahre in Anspruch; erst 1626 langte er mit einem stattlichen orientalischen Gefolge in Rom an, wo ihn Papst Urban VIII. zum Ehrenkammerherrn ernannte. V. widmete sich nun wieder den wissenschaftlichen Studien (er war auch ein gründlicher Kenner der Musik und der Ausarbeitung seiner Reisebeschreibung, die unter dem Titel: »Viaggi descritti in lettere familiari ecc.« (Rom 1650, 1653, 3 Bde.) erschien und bald auch ins Französische (Par. 1661-63, 4 Bde.; Rouen 1745, 8 Bde.) und ins Deutsche (Genf 1674) übersetzt wurde. Das Werk besteht aus 54 Briefen an einen Freund und zeugt von des Verfassers vielseitiger Gelehrsamkeit und scharfer Beobachtungsgabe, obschon es auch von Leichtgläubigkeit und der Neigung, Wunderdinge zu erzählen, nicht frei ist. Nachdem V. wegen eines im Zorn begangenen Mordes eine Zeit als Flüchtling in Neapel verlebt, kehrte er mit päpstlicher Bewilligung nach Rom zurück, wo er 20. April 1652 starb.

Valle-dupar, Stadt im Staat Magdalena der südamerikan. Republik Kolumbien, am Südabhang der Sierra Nevada, 215 m ü. M., mit Silber-, Kupfer- und Bleigruben und (1870) 4952 Einw.

Valleixsche Schmerzpunkte, s. Puncta dolorosa.

Vallejo (spr. wallēdscho), Stadt im nordamerikan. Staat Kalifornien, an der Straße, welche die Suisun- mit der Pablobai verbindet, hat einen guten Hafen, Handel mit Getreide und Wein und (1880) 5987 Einw. Dabei Marinestation der Vereinigten Staaten (auf Mare Island).

Vallenar, Stadt im südamerikan. Staat Chile, Provinz Atacama, im fruchtbaren Thal des Rio Huasco, wo Wein, Bananen und auch Baumwolle gedeihen, mit (1875) 4948 Einw.

Vallendar, Stadt im preuß. Regierungsbezirk und Landkreis Koblenz, am Rhein und an der Linie Friedrich Wilhelmshütte-Niederlahnstein der Preußischen Staatsbahn (mit schönem, 1 km langem Viadukt), hat eine neue gotische evangelische und eine kath. Kirche, ein altes gräflich Wittgensteinsches Schloß, Zigarren-, Pfeifen- und Tuchfabrikation und (1885) 3608 meist kath. Einwohner. Dabei die Humboldtshöhe mit neuem Turm und das Monte Casino, zwei köstliche Aussichtspunkte.

Vallès, Jules, franz. Publizist und Romanschriftsteller, Mitglied der Pariser Kommune, geb. 11. Juni 1833 zu Puy (Oberloire), erhielt seine Schulbildung zu Nantes und am Lycée Bonaparte in Paris, kam noch als Student wegen republikanischer Umtriebe in Untersuchung und Haft, wurde bald darauf Sekretär von Gustave Planche und veröffentlichte 1857 seine erste Schrift: »L'argent«, welche bereits das Gepräge seines energischen, paradoxen Geistes zeigt. Zugleich beteiligte er sich an verschiedenen Preßorganen, wie am »Figaro«, »Événement«, an der »Liberté«, denen er durch seine gehässigen Angriffe gegen alles Bestehende wiederholt Verurteilungen zuzog. Vorübergehend war er auch Beamter der Polizeipräfektur und gründete 1867 die Zeitschrift »La Rue«, die aber bald polizeilich unterdrückt wurde. Nach dem 4. Sept. 1870 ließ er sich in die Internationale aufnehmen, wurde Chef eines Bataillons der Nationalgarde und beteiligte sich als solcher bei allen Meutereien während der Belagerung von Paris. Nach der Kapitulation der Stadt gründete er das berüchtigte Blatt: »Le Cri du Peuple«, das offiziöse Organ der Häupter der Nationalgarde, und wurde nach dem Aufstand vom 18. März zum Mitglied der Kommune erwählt. Nach dem Einrücken der Truppen von Versailles gelang es ihm, nach London zu entkommen, von wo aus er als Mitarbeiter an roten Pariser Blättern, namentlich an dem sozialistischen Journal »La Révolution française«, thätig war. Nach der Amnestie vom Juli 1880 nach Paris zurückgekehrt, lebte er seiner belletristischen Beschäftigung und starb 14. Febr. 1885 daselbst. Von seinen Schriften nennen wir: »Les réfractaires«, eine Zusammenstellung älterer Schilderungen und Skizzen (1866), »Les chroniques de l'homme masqué«, gesammelte Beiträge zum »Voltaire« (1882), und den Romancyklus: »Jacques Vingtras«, in drei Teilen: »L'Enfant« (1879), »Le Bachelier« (1881) und »L'Insurgé« (1886), die sich sämtlich als eine Art autobiographischer Dichtungen herausstellen und den verbissenen, unverträglichen, auf jede Überlegenheit neidischen Charakter des Autors widerspiegeln.

Vallisnerĭa L. (Vallisnerie), Gattung aus der Familie der Hydrocharideen, kleine, perennierende, untergetauchte Wasserpflanzen mit kurzer, Ausläufer treibender Achse und linealischen, grasähnlichen, spiralig gestellten Blättern; in den wärmern Zonen beider Hemisphären. V. spiralis L., in Südeuropa, Indien, Australien, besonders in den Kanälen, woraus die Reisfelder bewässert werden, wurzelt im Schlamm und wuchert so stark, daß die Blätter an der Oberfläche die Kähne aufhalten. Zur Befruchtungszeit erheben sich die einzeln axillar stehenden weiblichen Blüten auf ihren langen, spiralig gewundenen Stielen bis zur Wasseroberfläche. Um ihnen dahin folgen zu können, lösen sich die männlichen, welche bis dahin in einem kurzgestielten Köpfchen am Grunde der Blätter standen, von den Stielen ab und öffnen sich, frei auf dem Wasser schwimmend. Nach erfolgter Bestäubung ziehen sich die weiblichen durch Einrollen der Stiele wieder zurück, und die Frucht reift unter dem Wasser. Man hält die V. jetzt viel in Aquarien, doch muß sie der starken Wucherung wegen von Zeit zu Zeit zerteilt werden.

Vallo della Lucanĭa, Kreishauptstadt in der ital. Provinz Salerno, Sitz eines Bischofs, eines Zivil- und Korrektionstribunals, hat ein Seminar und (1881) 2467 Einw.