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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Valesĭus; Valēt; Valeur; Valgĭus Rufus; Valguarnēra-Caropēpe; Valīd; Valieren; Valla; Valladolīd; Vallauri

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Valesius - Vallauri.

Valesĭus, Henricus, s. Valois (Henri de).

Valēt (lat.), Lebewohl, Abschied.

Valeur (franz., spr. walör), Wert, oft kurz statt der Bezeichnung Wertpapier gebraucht. V. morte, totes Papier, ein Papier, welches zwar an der Börse eingeführt ist, aber fast gar nicht gehandelt wird. Vgl. Non-valeur.

Valgĭus Rufus, Gajus, röm. Dichter zur Zeit des Augustus, Freund des Horaz, war 12 v. Chr. Consul suffectus und verfaßte außer Epigrammen, Elegien und didaktischen Poesien auch einige größere poetische und prosaische Werke. Sammlung der Fragmente von Weichert in »Poetarum latinorum vitae« (Leipz. 1830). Vgl. Unger, De Valgii poematis commentatio (Halle 1848).

Valguarnēra-Caropēpe, Stadt in der ital. Provinz Caltanissetta (Sizilien), neu und regelmäßig angelegt, treibt Getreide- u. Weinbau u. hat (1881) 11,341 Ew.

Valīd (lat.), kräftig; rechtskräftig, rechtsgültig; Validität, Rechtsgültigkeit; validieren, etwas in rechtsgültiger Form vollziehen, geltend machen, bekräftigen, in der Handelssprache: gültig sein, einen Wert durch einen andern, z. B. Waren durch Wechselsendung, ausgleichen.

Valieren (lat.), gelten, wert sein.

Valla, Laurentius (Lorenzo della Valle), einer der bedeutendsten italienischen Humanisten, geb. 1407 zu Rom und daselbst unter Bruni und Aurispa gebildet, war 1431-33 Professor in Pavia, lebte dann in Mailand, Genua, Ferrara, Mantua und seit 1442 am Hof des Königs Alfons in Neapel, kehrte 1447 unter Nikolaus V. nach Rom zurück und wurde 1448 zum apostolischen Skriptor, 1450 auch zum Professor der Rhetorik und Eloquenz ernannt, erhielt durch Calixtus III. (1455-58) ein päpstliches Sekretariat und eine Reihe von Kanonikaten und starb 1. Aug. 1457 in Rom. Sein Hauptwerk sind die »Elegantiae latini sermonis« (zuerst gedruckt Rom 1471; bis 1536 in 59 Auslagen). Sonst nennen wir seine lateinischen Übersetzungen des Thukydides (1452, zuletzt gedruckt Venedig o. J.) und Herodot (zuerst gedruckt Vened. 1474) sowie die Tendenzschriften: »De voluptate dialogus« (1431, in der 2. Bearbeit. 1433 u. d. T.: »De vero bono«), »Repastinatio dialectices«, »De falso credita et ementita Constantini donatione declamatio« (1440; hrsg. durch U. v. Hutten, Basel 1517), »De libero arbitrio«, »De professione religiosorum«, welche ihm viele Gegner zuzogen. In den von Erasmus edierten »Annotationes in Novum Testamentum« führte er zuerst den Text der Vulgata auf das griechische Original zurück. Vallas »Opera« erschienen gesammelt Basel 1543. »L. V. opuscula tria« gab Vahlen heraus (Wien 1870). Vgl. Vahlen, L. Valla (2. Abdr., Berl. 1870); Monrad, L. V. und das Konzil zu Florenz (deutsch, Gotha 1881).

Valladolīd (spr. wallja-), 1) span. Provinz im Königreich Altkastilien, grenzt im N. an die Provinzen Leon und Valencia, im O. an Burgos, im S. an Segovia, Avila und Salamanca, im W. an Zamora und hat einen Flächenraum von 7569 qkm (137,5 QM.). Das Land enthält bloß Ebenen u. Hügelgelände und wird vom Duero mit seinen zahlreichen Nebenflüssen (Pisuerga, Duraton, Ceja, Adaja etc.) bewässert. Die Bevölkerung belief sich 1878 auf 247,458 Einw. (Ende 1886 auf 261,000 geschätzt), welche Getreidebau (V. ist eine Kornkammer von Spanien und exportiert namentlich Weizenmehl über Santander), Weinbau, Viehzucht, Baumwollindustrie, Fabrikation von Mehl, Likör und Handschuhen, Gerberei etc. betreiben. Die spanische Nordbahn Madrid-Irun durchzieht nebst den von Medina auslaufenden Flügelbahnen (nach Zamora, Salamanca und Segovia) die Provinz. Dieselbe umfaßt neun Gerichtsbezirke (darunter Medina del Campo, Medina de Rioseco, Peñafiel). - Die Hauptstadt V., in einer schönen Ebene am Pisuerga und am Kanal von Kastilien gelegen, Station der Nordbahn, hat 6 Thore, viele öffentliche Plätze (darunter die Plaza mayor, ein von gleichmäßig gebauten, auf einem Säulenportikus ruhenden palastartigen Häusern umschlossenes Viereck; das dreieckige Campo grande und El Ochavo, ein achteckiger Platz, von dem 6 Straßen strahlenförmig auslaufen), 15 Pfarrkirchen (darunter die 1585 von Philipp II. gegründete Kathedrale), 9 Kapellen, ein königliches Schloß, ein schönes Theater, mehrere Hospitäler und sehr schöne Promenaden. Von den 39 ehemaligen Klöstern, von denen seit 1835 viele zerstört und verschwunden sind, dienen das vom Kardinal-Großinquisitor Torquemada im 15. Jahrh. erbaute Dominikanerkloster mit prachtvollem gotischen Portal jetzt als Zuchthaus und das Benediktinerkloster als Kaserne. Die Zahl der Einwohner betrug 1878: 52,206 (1886 nur 49,877). Handel und Industrie haben sich in neuerer Zeit, namentlich seit Eröffnung der Eisenbahn, sehr gehoben; die Stadt hat bedeutende Eisengießerei und Baumwollweberei, Fabriken für Papier, Tuch, Flanell, Hüte, Leder, Handschuhe, Knöpfe, Thonwaren, Chemikalien, Klaviere, Mehl etc. und Brauereien. Am 20. Sept. wird jährlich eine große Messe gehalten. Außer der 1346 gegründeten Universität mit zwei Fakultäten besitzt V. noch ein Instituto, eine Akademie der schönen Künste, eine Notariats-, eine Kunstschule, eine Kavallerieakademie, 6 Colegios, 5 Seminare, ein Kunstmuseum (Colegio mayor de Santa Cruz) mit wertvollen Gemälden und Skulpturen und einer Bibliothek von 14,000 Bänden sowie mehrere gelehrte Gesellschaften. V. gilt als Festung und ist Sitz des Generalkapitäns von Altkastilien, eines Gouverneurs, eines Erzbischofs und eines Obergerichts. - V. (mittellat. Vallisoletum) wurde wahrscheinlich 625 von den Goten auf den Ruinen der Römerstadt Pintia erbaut, hatte im 8. und 9. Jahrh. unter den Mauren viel zu leiden und kam im 10. Jahrh. unter Leon. Wegen der angenehmen Lage der Stadt wählten sie die kastilischen und später die spanischen Könige zu ihrer Residenz, bis Karl V. Madrid dazu erhob; doch kehrte die Residenz 1599 auf kurze Zeit nach V. zurück. 1561 brannte die Stadt großenteils ab, wurde aber unter Philipp II. schöner und regelmäßiger wieder aufgebaut. Philipp II. u. Anna von Österreich sind hier geboren, Kolumbus starb hier 20. Mai 1506. -

2) Stadt im mexikan. Staat Yucatan, im Innern der Provinz Choáca und im bestangebauten Teil des Landes, schon 1543 gegründet, hat 7 Kirchen, die Ruinen eines Jesuitenklosters, eine höhere Schule (Instituto) und etwa 3500 (1880 mit Gebiet 18,472) Einw. Südlich davon die altindianischen Ruinen von Chichen, westlich die von Tinum. -

3) Stadt, s. Morelia.

Vallauri, Tommaso, ital. Philolog, geb. 23. Jan. 1805 zu Chiusa di Cuneo, studierte 1820-23 in Turin, wurde hierauf Professor der Rhetorik, 1838 Suppleant für lateinische und italienische Beredsamkeit und 1843 Professor derselben an der Turiner Universität. V. ist hochverdient um die lateinischen Studien in Italien. Er edierte Plautus' »Aulularia« (Tur. 1853), »Miles gloriosus« (1854), »Trinummus« (1855, 2. Aufl. 1865) und »Menaechmi« (1859), Horaz (1854), Ciceros »Orationes selectae« (1878), Burnoufs Sallust (1878), Curtius (2. Aufl. 1882), ver-^[folgende Seite]