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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Veni, vidi, vici; Venlo; Venn, das Hohe; Venne; Venös; Venōsa; Venosität; Vent.; Venta; Ventīl

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Veni, vidi, vici - Ventil.

1000 entstandene Sequenz, die dem König Robert von Frankreich zugeschrieben wird. Die protestantische Kirche besitzt sie in der Übersetzung: »Komm, Heiliger Geist etc.«

Veni, vidi, vici (lat.), »ich kam, sah, siegte«, Ausspruch Julius Cäsars nach seinem Sieg über Pharnakes bei Zela (s. Cäsar, S. 840).

Venlo, früher befestigte Stadt in der niederländ. Provinz Limburg, an der Maas, Knotenpunkt der Niederländischen Staatsbahnlinien Maastricht-V., Breda-V. und Nimwegen-V. sowie der Preußischen Staatsbahnlinien V.-Wesel-Haltern, V.-Kaltenkirchen-Kempen und -Viersen, hat eine große kath. Kirche, ein schönes Rathaus, eine Industrie- und Zeichenschule, Fabrikation von Nähnadeln und Zigarren, Geneverbrennerei, Handel, Schiffahrt und (1888) 10,815 Einw. Auf dem rechten Ufer der Maas liegt noch das Fort Ginkel; die übrigen Forts in der Nähe der Stadt sind geschleift. - V. war zu Anfang des Mittelalters ein Flecken, den Renald II., Herzog von Geldern, 1343 vergrößerte und mit städtischen Privilegien beschenkte. Bei der Belagerung durch Karl V. 1543 erhielt die Stadt sehr günstige Bedingungen (Akkord von V.). 1568 ward sie von den Niederländern erobert, denen sie der Herzog von Parma aber bald wieder abnahm. Prinz Friedrich Heinrich von Oranien eroberte sie 1632, verlor sie aber bald wieder an den Kardinal-Infanten, worauf sie bis zum Westfälischen Frieden in der Gewalt der Spanier blieb. 1702 wurde V. von den Alliierten erobert und verblieb im Frieden von Baden dem Haus Österreich, 1715 aber kam es durch den Barrieretraktat an die Niederlande. Nachdem 26. Okt. 1794 die Franzosen V. erobert hatten, wurde es 1801 mit Frankreich vereinigt, kam aber durch den Pariser Frieden 1814 an die Niederlande zurück. 1830 fiel es an Belgien, aber beim Frieden von 1839 wieder an die Niederlande.

Venn, das Hohe (Veen, Fenn), ein Plateau voller Torfmoore und ohne Gipfel, liegt im preußischen Regierungsbezirk Aachen, besonders in den Kreisen Eupen, Montjoie und Malmedy, reicht aber mit seinen Verzweigungen noch in die Kreise Aachen und Düren hinein, woselbst es mit einem scharfen Rand zum nördlichen Tiefland abfällt, während es im O. und SO. zur Eifel (s. d.) übergeht. Das H. V. in engster Bedeutung, mit den Quellen der Helle und Roer, umfaßt das zusammenhängende Torfmoor, das sich von den Dörfern Lammersdorf und Rötgen im N. bis nahe zur Warche im S. zieht, 28 km lang, 6-12, im S. sogar 18 km breit ist und mit seinem südlichen Teil auch nach Belgien übertritt. An seiner östlichen Seite liegt die Stadt Montjoie, von wo Straßen nach Aachen und Eupen durch diese wüste und unwirtbare, oft wochenlang in Nebel gehüllte Moorfläche gehen. Der höchste Punkt ist die Botrange (695 m). Außerhalb der Moore gibt es große Waldungen und Weidestriche. Am Nordfuß des Hohen Venn liegt das Steinkohlengebirge von Aachen in zwei Becken, an der Inde (Eschweiler) und Wurm; mit letzterm steht das Kohlenbecken von Alsdorf und Höngen in Verbindung.

Venne, Adriaan van de, niederländ. Maler, geb. 1589 zu Delft, wurde 1625 Mitglied der Malergilde im Haag, deren Dekan er 1638-40 war, und starb daselbst 12. Nov. 1662. Nach dem Vorbild von Jan Brueghel dem ältern und unter dem Einfluß des Esaias van de Velde malte er Landschaften mit Figuren in glänzender Färbung (z. B. der Sommer und Winter, im Museum zu Berlin; die Kirmes, im Reichsmuseum zu Amsterdam; das Waffenstillstandsfest, im Louvre zu Paris; das Fest vor einem Schloß, in der Galerie zu Kassel), aber auch Grisaillen mit Jagdszenen, Reiterzügen etc. Sein Hauptwerk ist die Seelenfischerei katholischer und protestantischer Geistlicher, im Reichsmuseum zu Amsterdam. Er war auch Dichter.

Venös (lat.), die Venen betreffend; aderreich.

Venōsa, Stadt in der ital. Provinz Potenza, Kreis Melfi, Bischofsitz, hat ein altes Kastell, eine Kathedrale, eine ehemalige Abtei, Santa Trinità (auf dem Grund eines Hymenäustempels, mit Grabmonument der Alberada, ersten Gemahlin Robert Guiscards), alte jüdische Katakomben und (1881) 8014 Einw. V. ist das alte Venusia, der Geburtsort des Horaz.

Venosität, ein Zustand, bei welchem das arterielle Blut dem venösen gleicht, besonders nicht hinreichend von Kohlensäure befreit ist.

Vent., bei botan. Namen Abkürzung für E. P. Ventenat, geb. 1757, gest. 1805 als Professor in Paris. Beschrieb neuere unbekannte Pflanzen.

Venta, in Spanien ein einzeln an der Heerstraße stehendes Gasthaus. Dann auch (zusammengezogen aus ital. véndita) s. v. w. Loge der Karbonari (s. d.).

Ventīl (v. lat. ventus, Wind), mechanische Vorrichtung zum Verschließen und Öffnen von Durchgängen, um Flüssigkeiten, Dämpfe und Gase beliebig einzuschließen oder fortzuleiten. Gewöhnlich nennt man speziell Ventile diejenigen Verschlußorgane, welche sich behufs Durchlasses der Flüssigkeit von der zu verschließenden Öffnung (dem Ventilsitz) abheben und sich somit von den Schiebern, Kolben und Hähnen unterscheiden, die von der Öffnung weggeschoben werden, um den Durchgang der Flüssigkeit zu gestatten. Die Ventile können deshalb zum Unterschied von Schiebern, Kolben und Hähnen ihre Bewegung durch das durchzulassende, bez. abzusperrende Medium selbst erhalten, dessen Überdruck von der einen Seite (in Fig. 1 u. 2 von untenher) sie vom Sitz abhebt, also öffnet, während sie einem auf Schluß wirkenden Druck (in Fig. 1 u. 2 von oben) widerstehen (selbstthätige Ventile). Anderseits können sie aber auch durch äußere Kräfte mittels Stangen (Ventilstangen, Ventilspindeln) bewegt werden (Steuerventile, Absperrventile). Erstere Wirkung findet man namentlich bei Pumpen und Gebläsen (s. d.), letztere bei Ventildampfmaschinen (s. Dampfmaschine) und andern ähnlich wirkenden Kraftmaschinen sowie überhaupt überall da, wo Ventile zur willkürlichen Absperrung von Flüssigkeiten benutzt werden. Die Ventile haben entweder eine drehende oder eine geradlinige Bewegung. Im erstern Fall (Fig. 1) heißen sie Klappen oder Klappenventile, im letztern (Fig. 2) Hubventile oder kurzweg Ventile. Die Klappen drehen sich um eine Achse, die entweder durch ein wirkliches Scharnier gebildet, oder, wie in Fig. 1, durch die Biegsamkeit des Klappenmaterials ersetzt wird. Sie werden im Gegensatz zu den andern Ventilen selten ganz aus Metall (Messing, Rotguß, Eisen) hergestellt, sondern entweder an den Sitzflächen mit Leder oder Gummi ausgerüstet, oder noch häufiger ganz aus Leder und Gummi gemacht und nur zum Zwecke größerer Steifigkeit und Schwere mit Metallplatten armiert. Fig. 1 zeigt ein Klappenventil der letztern Art. In dem Ventilkasten g ist auf einem eingeschobenen Hohlkörper (Ventilsitz) eine aus Leder oder Kautschuk geschnittene Klappe k, welche mit beiderseits anliegenden und durch eine Schraube verbundenen Eisenplatten armiert ist, mittels Stifte oder Schrauben s so befestigt, daß sie durch eine von untenher einströmende Flüssigkeit aufgeklappt wird, einer umgekehrt wirkenden Flüssigkeit aber den Weg