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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Venusschuh; Venusseuche; Venuswagen; Venuswaschbecken; Ver; Vēra; Veracität; Veracrūz

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Venusschuh - Veracruz.

wird. Vgl. Römer, Monographie der Molluskengattung Venus (Kassel 1865).

Venusschuh, Pflanze, s. Cypripedium.

Venusseuche, s. v. w. Syphilis.

Venuswagen, Pflanze, s. Aconitum.

Venuswaschbecken, s. Dipsacus.

Ver (lat.), Frühling, personifiziert mit einem Blumenkranz.

Vēra, Bezirksstadt in der span. Provinz Almeria, unweit der Mündung des Almanzora in das Mittelmeer, mit Bleischmelzwerken und (1878) 8665 Einw.

Vēra, Augusto, ital. Philosoph, geb. 4. Mai 1813 zu Amelia in Umbrien, studierte zu Rom, dann (1833 bis 1835) in Paris, wo er sich namentlich mit Philosophie befaßte, und versah während eines Zeitraums von 13 Jahren das öffentliche Lehramt der Philosophie in verschiedenen Städten Frankreichs, zuletzt in Straßburg und Paris, worauf er 1851 seine Entlassung nahm und sich nach England wandte. 1860 nach Italien zurückgekehrt, erhielt er eine Professur der Philosophie in Mailand, ein Jahr später an der Universität zu Neapel, wo er 13. Juli 1885 starb. V. veröffentlichte eine Reihe philosophischer Werke in französischer, englischer und italienischer Sprache, z. B.: »Problème de la certitude« (1845); »Mélanges philosophiques« (1862); »Introduction à la philosophie de Hégel« (1855, 2. Aufl. 1865); »Le hégélianisme et la philosophie« (1861). Ein noch größeres Verdienst als durch diese Erläuterungen der Hegelschen Philosophie erwarb sich V. durch seine ausgezeichneten Übertragungen Hegelscher Werke ins Französische, welchen zugleich sehr schätzbare Einleitungen und Kommentare beigegeben sind. Hierher gehören: »Logique de Hégel« (1859, 2 Bde.; 2. Aufl. 1874); »Philosophie de la nature de Hégel« (1863-65, 3 Bde.); »Philosophie de l'esprit de Hégel« (1867-69, 2 Bde.); »Philosophie de la religion de Hégel« (1876-78, 2 Bde.; unvollendet). In englischer Sprache erschienen: »Inquiry into speculative and experimental science« (Lond. 1856); »Introduction to speculative logic and philosophy« (St. Louis 1875). Weitere Arbeiten Veras sind: »Problema dell' assoluto« (Neap. 1872-82, 4 Tle.); »Lezioni sulla filosofia della storia« (hrsg. von Mariano, Flor. 1869); »Amore e filosofia« (Mail. 1861); »La pena di morte« (Neap.); »Strauss et l'ancienne et la nouvelle foi« (das. 1873); »Cavour et l'Église libre dans l'État libre« (das. 1874); »Platone e l'immortalità dell' anima« (das. 1881); »Saggi filosofici« (das. 1885). Letztgenannte Schrift verwickelte den Autor in eine Kontroverse mit H. v. Treitschke, die in den »Preußischen Jahrbüchern« ausgefochten wurde. Vgl. Rosenkranz, Hegels Naturphilosophie und Verarbeitung derselben durch A. V. (Berl. 1868); Mariano, Aug. Vera (Neap. 1887).

Veracität (lat.), Wahrhaftigkeit.

Veracrūz, einer der östlichen Küstenstaaten von Mexiko, am Golf von Mexiko, 62,820 qkm (1140,9 QM.) groß, bildet einen schmalen Küstenstrich, begrenzt von Gebirgen, deren Spitzen hoch in die Schneeregion hinaufragen und im Citlaltépetl oder Pik von Orizaba 5450 m, im Cofre de Perote 4090 m Höhe erreichen. Die beiden genannten Berge sind erloschene Vulkane (der erstere seit 1545); ein thätiger Vulkan ist der an der Küste gelegene, 1560 m hohe Vulkan von Tuxtla. Von Gewässern hat das Land nur kleine Küstenflüsse mit meist durch Sandbänke versperrten Mündungen; auch finden sich zahlreiche Haffe (Lagunas). Das Klima von V. umfaßt bei der großen Verschiedenheit der Höhenverhältnisse alle Stufen von der glühend heißen Sandsteppe der Küstenregion bis zum ewigen Schnee der Hochgipfel. In der heißen, feuchten Tierra caliente am Fuß der Gebirge herrschen fast fortwährend Fieber; die höhern Gegenden gelten dagegen für gesund. V. hat eine mittlere Temperatur von 25,2° C., Cordova von 20,5° C.; an ersterm Ort fallen jährlich 4653, an letzterm 2867 mm Regen. Ebenso verschieden sind die Vegetation und die natürlichen Erzeugnisse des Landes, welches alle Produkte Mexikos aufzuweisen hat. Die Bevölkerung (1882: 582,441) besteht vorherrschend aus Indianern und Mestizen; in der Küstenregion gibt es auch Neger, Mulatten und Sambos. Haupterwerbszweige sind: Acker- und Plantagenbau (besonders auf Mais, Kaffee, Baumwolle, Tabak, Zuckerrohr, Südfrüchte, Vanille, Sassaparille etc.), Viehzucht (namentlich Pferde), Jagd und Fischerei. Bergbau wird kaum betrieben, obgleich die verschiedensten Metalle und auch Kohlen gefunden werden. Die Industrie beschränkt sich auf die Städte Orizaba und V. und ist im ganzen unbedeutend. Von um so größerer Wichtigkeit ist dagegen der Handel, der teils überseeischer (besonders über den Haupthafen, Veracruz, und über Tampico), teils Binnenhandel nach dem Innern Mexikos ist. Erleichtert wird derselbe durch die 424 km lange Eisenbahn nach Mexiko und durch die 70 km lange Bahn nach Jalapa; die Landstraßen sind sehr schlecht. Hauptstadt ist Orizaba. S. Karte »Mexiko«.

Veracrūz (Villa nueva de la V.), Stadt im gleichnamigen mexikanischen Küstenstaat, der Haupthafen und Haupthandelsplatz von ganz Mexiko, liegt am Meer in einer ungesunden, dürren Ebene, von hohen Flugsandhügeln umgeben, und wurde 1520 von Ferdinand Cortez an der Stelle gegründet, wo er 21. April 1519 zuerst gelandet war. Der Vizekönig Graf Monterey erneuerte und verlegte 1580 die Stadt, doch liegt der Kirchhof der jetzigen Stadt noch teilweise in den Ruinen von Alt-V. Die Stadt war früher mit Mauern umgeben, hat regelmäßige, breite, sich rechtwinkelig schneidende Straßen mit meist niedrigen Häusern, mehrere schöne öffentliche Plätze, eine Kathedrale, ein Theater, ein Kasino, ein geräumiges Zollhaus, Zigarrenfabriken, eine Gießerei und 1880) 16,848 (jetzt 24,000) Einw., großenteils Mulatten, Sambos und Mestizen, auch viele Europäer, in deren Händen vorzugsweise der Handel ist. Der Hafen wird durch zwei Redouten und durch das Inselfort San Juan de Ulua verteidigt, ist aber nur eine offene, unsichere Reede, die etwa 30 Schiffe faßt. V. steht durch Dampferlinien mit den Haupthäfen Westindiens und Europas in Verbindung. Die Ausfuhr belief sich 1887 auf 17,840,496 Pesos (Edelmetalle 12,955,614 Pesos, Kaffee 2,447,070 Doll., Erze, Häute, Tabak etc.). Die Einfuhr (1887: 12,955,614 Pesos) umfaßte neben Manufakturwaren auch Lebensmittel. V. ist Sitz eines deutschen Konsuls. Dem Hafen gegenüber liegt auf der Insel Ulua das die Stadt beherrschende Fort San Juan de Ulua, ein stark bastioniertes, unregelmäßiges Viereck mit drei Ravelins, welches die Citadelle der Stadt bildet. In demselben hielt sich nach dem Sieg der mexikanischen Revolution der letzte Rest der altspanischen Macht unter Rodil noch bis 19. Nov. 1825. Am 27. März 1838 ward es von den Franzosen unter Admiral Baudin, 29. März 1847 von den Nordamerikanern unter General Scott zur Kapitulation gezwungen. Am 7. Jan. 1862 erschien der spanische General Prim als Oberbefehlshaber des vereinigten Expeditionskorps mit einer spanisch-französisch-englischen Flotte und Landungstruppen vor V. und