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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Waag - Wace.

1874 Lausanne zum Sitz des durch die neue Verfassung permanent gewordenen Bundesgerichts. Vgl. Vulliemin, Le canton de Vaud (3. Aufl., Lausanne 1885; deutsch, St. Gallen 1847-49, 2. Bde.); Verdeil, Histoire du canton de Vaud (Lausanne 1854, 3 Bde.; Bd. 4 von Gaullieur, 1857); Seigneux, Précis historique de la révolution du canton de Vaud (das. 1831, 2 Bde.); De Grenus, Documents relatifs à l'histoire du Pays de Vaud (Genf 1817); Cart, Histoire du mouvement religieux et ecclésiastique dans le canton de Vaud (Lausanne 1879 bis 1881, 6 Bde.); Archinard, Histoire de l'Église du canton de Vaud (2. Aufl., das. 1881); Martignier u. Crousaz, Dictionnaire historique, etc. du canton de Vaud (das. 1867); De Montet, Dictionnaire biographique des Genevois et des Vaudois (das. 1878, 2 Bde.).

Waag (bei den Alten Aucha, ungar. Vág), linker Nebenfluß der Donau in Ungarn, entsteht oberhalb Hradek aus der Weißen W., die aus dem Grünen See am Großen Kriwan kommt, und aus der Schwarzen W., die auf der Kralowa-Hola entspringt, fließt durch das Waagthal an Trentschin und Waagneustadtl vorbei, wo er in die Ebene tritt, und mündet bei Guta in die sogen. Waagdonau. Die W. nimmt rechts die Béla und Árva, links die Túrócz auf. Sie ist 297 km lang und nur eine kurze Strecke, bis Farkasd für Ruderschiffe, sonst nur für Flöße fahrbar. Das Waagthal, bald eng und von Felsen eingeschlossen, bald weit, ist sehr anmutig.

Waagen, Gustav Friedrich, Kunstschriftsteller, geb. 11. Febr. 1794 zu Hamburg, bezog 1812 die Universität Breslau, trat 1813 als Freiwilliger in das preußische Heer, widmete sich nach dem Ende der Feldzüge zu Breslau, Dresden, Heidelberg und München philosophischen und geschichtlichen Studien, unternahm eine größere Reise nach den Niederlanden und machte sich zuerst durch eine Schrift: »Über Hubert und Johann van Eyck« (Bresl. 1822), bekannt. 1823 ward er nach Berlin berufen, um sich an der Einrichtung des Museums zu beteiligen. 1824 bereiste er mit Schinkel Italien bis Neapel; 1828 trat er in die Museumskommission und fertigte den amtlichen Katalog der Gemäldegalerie, deren Direktor er 1830 wurde. Nach größern Studienreisen in Frankreich und England veröffentlichte W.: »Kunstwerke und Künstler in England und Paris« (Berl. 1837-1839, 3 Bde.; erweitert u. d. T.: »The treasures of art in Great Britain«, Lond. 1854, 3 Bde.), wozu 1857 noch ein Supplementband: »Galeries and cabinets of art in Great Britain«, erschien; dann die Ausbeute einer Reise nach Süddeutschland u. dem Elsaß: »Kunstwerke und Künstler in Deutschland« (Leipz. 1843-45, 2 Bde.). In den Jahren 1841-42 war er in Italien mit Ankäufen für das Museum beschäftigt. In die folgenden Jahre fallen Reisen nach London (1851), Paris (1855), Manchester (1857) zu den Ausstellungen daselbst, über die er Bericht erstattete, und viele kleine Schriften. 1862 erschien das »Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen« (Stuttg.); ferner nach mehreren Reisen nach Rußland: »Die Gemäldesammlung der kaiserlichen Eremitage zu St. Petersburg« (Münch. 1864) und »Die vornehmsten Kunstdenkmäler in Wien« (Wien 1866-67, 2 Bde.). Seine zerstreuten Aufsätze erschienen gesammelt in den »Kleinen Schriften« (hrsg. von A. Woltmann, Stuttg. 1875). Er starb 15. Juli 1868 auf einer Reise in Kopenhagen. W. besaß eine sehr umfassende Denkmälerkenntnis und verband damit einen für die damalige Zeit großen kritischen Scharfblick.

Waagneustadtl (ungar. Vág-Ujhely), Markt im ungar. Komitat Neutra, Station der Waagthalbahn, mit (1881) 5162 meist slowak. Einwohnern, Brauerei, Spiritusbrennerei, wichtigen Getreidemärkten, Salzamt und Bezirksgericht.

Waal, der südliche Mündungsarm des Rheins (s. d., S. 777).

Waale, in einem Teil von Österreich größere Wasserleitungen, wohl zurückzuführen auf die im Mittelalter vorkommende Benennung der Römer als »Walen«.

Waaren etc., s. Waren etc.

Waasland, s. Waesland.

Wabash (spr. ŭáhbäsch), Fluß in Nordamerika, entspringt im W. des Staats Ohio, durchfließt Indiana als dessen Hauptstrom, bildet weiterhin die Grenze zwischen Indiana und Illinois, bis er nach einem Laufe von 805 km an der Grenze von Kentucky in den Ohio fällt. Der W. ist von Covington an 480 km weit bis zu seiner Mündung für Dampfboote schiffbar; an seinen Ufern befinden sich reiche Steinkohlenlager. Unter seinen zahlreichen Nebenflüssen sind der Tippecanoe und White River (beide schiffbar) die bedeutendsten. Der Kanal, der früher den W. mit dem Eriesee verband, ist eingegangen.

Waben, die aus Zellen bestehenden Nester vieler bienen- u. wespenartiger Insekten; s. Bienen, S. 905.

Wabenkopfgrind, s. Favus.

Wabenkröte (Pipa americana Laur., s. Tafel »Frösche«), Amphibie aus der Ordnung der Frösche und der Familie der Zungenlosen (Aglossa), bis 20 cm lang, ist unförmlich, mit sehr platt gedrücktem, schwarzbraunem Leib, breitem, nicht abgesetztem, an der Schanze zugespitztem Kopf, zahnlosen Kiefern, nahe dem Kieferrand stehenden Augen, schmächtigen Vorderbeinen mit langen, vorn sternartig vierfach geteilten Zehen, stärkern, ziemlich langen Hinterbeinen mit großen Füßen, deren fünf Zehen durch volle Schwimmhäute verbunden sind, und Bartfäden am Oberkiefer und Mundwinkel, bewohnt düstere Waldsümpfe Surinams, bewegt sich langsam und ungeschickt und soll einen schwefligen Geruch verbreiten. Das Männchen befruchtet den im Wasser abgelegten Laich und streicht ihn dem Weibchen auf den Rücken, wo er einen Reiz ausübt und die Bildung dicht aneinander gedrängter, daher sechsseitiger, durch einen Deckel verschlossener Zellen veranlaßt. In diesen Zellen entwickeln sich die Jungen. Nach andern Angaben soll die Befruchtung des Laichs erst auf den Rücken der Mutter erfolgen.

Wabern (wabeln, webern), in lebhaft unruhiger Bewegung sein.

Wace (spr. wās), Robert (indessen ist dieser Vorname nicht sicher nachzuweisen), anglonormänn. Dichter, geboren auf der Insel Jersey, erhielt den ersten Unterricht auf der Schule zu Caen, wo er auch später nach längerm Aufenthalt in andern Teilen Frankreichs und in England lebte. Heinrich II. verlieh ihm eine Präbende an der Kathedrale von Bayeux. W. starb um 1184 in England, nachdem er durch Benoit de Saint-More ^[richtig: Sainte-More] aus der königlichen Gunst verdrängt war. Seine Hauptwerke, von denen Handschriften in Paris und anderwärts vorhanden, sind: »Roman de Brut« (hrsg. von Leroux de Lincy, Rouen 1836-38, 2 Bde.) und »Roman de Rou« (hrsg. von Pluquet, das. 1827, 2 Bde., und von Andresen, Heilbr. 1877-1879, 2 Bde.). Ersterer ist eine in paarweise gereimten Kurzzeilen abgefaßte, höchst wichtige Reimchronik britischer Sage, in der sich unter anderm die älteste Bearbeitung der Sage vom König Lear findet. Das Werk wurde um 1200 von dem südenglischen Geistlichen