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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Wallonen - Walnußbaum.

dans l'antiquité« (Par. 1848, 3 Bde.; 2. Aufl. 1879); »La sainte Bible résumée dans son histoire et dans ses enseignements« (2. Aufl. 1866, 2 Bde.); »La vie de Jésus et son nouvel historien« (Renan) (1864); »Vie de Notre-Seigneur Jésus-Christ« (1865); »Richard II, épisode de la rivalité de la France et de l'Angleterre« (1864, 2 Bde.); »Jeanne d'Arc« (3. Aufl. 1875, 2 Bde.); »La Terreur; études critiques sur l'histoire de la Révolution française« (1873, 2 Bde.); »Saint Louis et son temps« (3. Aufl. 1887); »Histoire du tribunal révolutionnaire de Paris« (1880-82, 6 Bde.); »Éloges académiques« (1883, 2 Bde.); »La révolution du 31 mai et le fédéralisme en 1793« (1886, 2 Bde.); »Les représentants du peuple en mission, etc., en l'an II« (1888-89, 2 Bde.).

Wallōnen (Valonen), s. Knoppern.

Wallōnen, romanisches, den Franzosen verwandtes Volk, welches Teile der franz. Departements Nord, Pas de Calais, Aisne, Ardennen, vorzüglich aber die belgischen Provinzen Hennegau, Namur, Lüttich und Luxemburg, das südliche Brabant und einige Ortschaften um Malmedy in Rheinpreußen bewohnt. Die W. stammen von den alten gallischen Belgiern ab, die sich mit römischen Elementen vermischten, worauf der Name W. (holländ. Walen) hindeutet. Sie sind von gedrungenem, mittelgroßem, kräftigem Körperbau, haben meist dunkles Haar und dunkle Augen und übertreffen an Regsamkeit, Gewandtheit und Anstelligkeit ihre vlämischen, an Ausdauer und Fleiß ihre französischen Nachbarn. In Belgien wird ihre Zahl auf 2¼ Mill. angegeben; vor allem sind sie tüchtige Soldaten und haben hervorragende Feldherren, wie z. B. Tilly, geliefert. Die Sprache der W. ist in ihrem Grundstock echt romanisch, hat aber einen großen Vorrat keltischer Wörter bewahrt und viel vom Niederdeutschen angenommen. Sie ist reich an Metaphern, witzig, voller Onomatopöien und hat in ihrem Alphabet neben v und c noch w und k, wie im Deutschen. Im 18. Jahrh. begann man dieselbe auch zu schreiben, indessen gelangte sie in litterarischer Beziehung nicht über die Bedeutung einer Dialektdichtung hinaus. Lambert de Rickman schrieb in ihr zuerst eine Satire auf die Badeorte (»Les aiw di Tonk«); ihr folgte »Pasqu'ee critique et calotene so les affaires del medicine« von einem Anonymus; ferner das erste Drama: »Si Ligeoi egagi« (1757), von J. J. ^[Jacques Joseph] Fabry, dem mehrere andre sich anschlossen. Vgl. Cambresier, Dictionnaire wallon-français (Lütt. 1787); folgende Werke von Grandgagnage: »De l'origine des Wallons« (das. 1852), »Vocabulaire des noms wallons« (2. Aufl., das. 1857) und »Dictionnaire étymologique de la langue wallonne« (Bd. 1 u. 2, das. 1845-51; Bd. 3 von Scheler, 1880); Henaux, Études historiques du pays wallon (das. 1843); Dejardin, Dictionnaire des 'spots', ou proverbes wallons (das. 1863); Forir, Dictionaire liégeois-français (das. 1866-74, 2 Bde.); Simonon, Poésies en patois de Liége (das. 1845); van der Kindere, Recherches sur l'ethnologie de la Belgique (Brüssel 1872).

Wallōnenschmiede, s. Eisen, S. 416.

Wallōnische Kirche (Waalsche Kerk oder Gemeente), Name der französisch-reform. Kirche in den nördlichen Provinzen der Niederlande, weil die Reformierten aus den wallonischen Niederlanden bei der Trennung der Republik dorthin übersiedelten.

Wallosīn, s. Fischbein.

Wallot, Paul, Architekt, geb. 1842 zu Oppenheim am Rhein, besuchte die Real- und Gewerbeschule in Darmstadt, dann das Polytechnikum in Hannover und kam 1862 nach Berlin, wo er seine Studien auf der Bauakademie fortsetzte und später in den Ateliers von Gropius, Lucae und Hitzig arbeitete. 1868 unternahm er Studienreisen nach Italien und England, und 1869 ließ er sich in Frankfurt a. M. nieder, wo er eine nur 1872 durch eine zweite Studienreise nach Italien unterbrochene lebhafte Thätigkeit auf dem Gebiet des Privatbaues entfaltete. Er baute eine Anzahl von Wohn- und Geschäftshäusern, deren Fassaden er aus den Konstruktionselementen des romanischen Stils herausgestaltete, aber mit Renaissanceornamentik versah. 1876 erhielt er den ersten Preis in der Konkurrenz um die Zentralfriedhofsanlage in Dresden, 1881 den dritten für sein Projekt zur Stephanienbrücke in Wien und 1882 den ersten in der Konkurrenz um das deutsche Reichstagsgebäude, dessen Ausführung im Stil der italienischen Hochrenaissance ihm zugleich übertragen wurde. Er siedelte 1883 nach Berlin über und übernahm die Leitung des Baues, nachdem er den ursprünglichen Entwurf mehrfach umgearbeitet hatte. 1884 wurde der Grundstein gelegt und W. zum Baurat, 1885 zum Mitglied der Akademie der Künste ernannt.

Wallr., bei botan. Namen Abkürzung für K. F. W. Wallroth, geb. 1792 zu Breitenstein bei Stolberg im Harz, Arzt in Nordhausen, gest. 1857. Flechten, Rosen.

Wallraf, Ferdinand Franz, der Begründer des nach ihm benannten Museums in Köln, geb. 20. Juli 1748 zu Köln, studierte Theologie und erhielt die Priesterweihe, wurde dann Mitglied der philosophischen Fakultät an der Kölner Universität, 1786 Professor der Naturgeschichte und Ästhetik sowie Inspektor des botanischen Gartens und 1794 Rektor der Universität. Nach Aufhebung der Universität erhielt er 1799 eine Professur der Geschichte und schönen Wissenschaften an der neuerrichteten Zentralschule und begründete das an kunstgeschichtlichen Aufsätzen reichhaltige »Taschenbuch der Ubier«, das er bis 1804 herausgab. Mit Lebensgefahr rettete er in jener Zeit die gemalten Fenster des Kölner Doms. Er starb 18. März 1824. Seine reichhaltige und wertvolle Sammlung von Gegenständen der Kunst und Wissenschaft vermachte er der Stadt Köln, dieselbe bildet den Grundstock des Kölner Museums (»W.-Richartz-Museum«). W. war auch gründlicher Numismatiker; über seine lokalhistorischen Forschungen berichtet er in der »Sammlung von Beiträgen zur Geschichte der Stadt Köln«. Vgl. Smets, Biographischer Versuch über W. (Köln 1825).

Wallsend, Stadt in der engl. Grafschaft Northumberland, am Tyne, 4 km unterhalb Newcastle, hat Kohlengruben und (1881) 6351 Einw. W. ist das Segedunum der Römer und liegt am östlichen Ende des Hadrianswalles (s. d.).

Wallung, s. v. w. Blutandrang.

Wallwage, s. Bergwage.

Wallwitzhafen, Hafen von Dessau, an der Elbe und der Linie Zerbst-Bitterfeld der Preußischen Staatsbahn, 2,5 km von Dessau. 1886 kamen an: 962 Schiffe mit 89,990 Ton. Ladung; es gingen ab: 954 Schiffe mit 46,809 T. Ladung.

Wallwurz, s. Symphytum.

Walmer (spr. ŭahmer), Stadt in England, s. Deal.

Walnußbaum (Juglans L.), Gattung aus der Familie der Juglandeen, Bäume, deren Mark in den Zweigen fächerig erscheint, mit meist nackten Endknospen, wechselständigen, unpaarig gefiederten, aromatischen Blättern, monözischen Blüten, von denen