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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Watzdorf; Watzmann; Wau; Waukegan

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Watzdorf - Waukegan.

fach sehr kurz und berührt dann den Boden nicht. Die Zunge ist (mit Ausnahme der Löffelreiher) lang und schmal; ein Kropf kommt nur selten vor; die Blinddärme sind meist kurz; eine Gallenblase ist vorhanden. Die Luftröhre macht vielfach vor dem Eintritt in die Brust mehrere lange Windungen, die direkt unter der Haut oder tiefer, am Brustbeinkamm, verlaufen. Die W. sind in ihrer Existenz auf das Wasser angewiesen und leben an den Ufern der Flüsse, den Küsten der Meere, in oder an Sümpfen; nur einige wenige Gattungen nähern sich in ihren Gewohnheiten den Hühnern und leben daher auf freiem Felde (Trappe). Die meisten schwimmen nicht, sondern durchwaten mit ihren langen Stelzbeinen das seichte Wasser, um von seinem Grund ihre Beute aufzulesen; fast alle fliegen gut und ausdauernd. Sie sind Zug- oder Strichvögel und leben paarweise zusammen. Die Nester werden nur selten auf Wasserpflanzen, meist auf Bäumen am Ufer oder auf Häusern angelegt. Die Zahl der Eier beträgt in einer Brut bis zu 10. Die W. sind im allgemeinen Kosmopoliten, doch haben auch einige kleinere Familien einen sehr engen Verbreitungsbezirk. In Australien fehlen die Flamingos, die sonst in den Tropen überall vorkommen. Fossil finden sich die W. vom Eocän an. Man unterscheidet etwa 100 Gattungen mit 600 Arten und bringt sie in einer Anzahl Familien unter, deren Verwandtschaftsbeziehungen jedoch noch sehr ungenügend bekannt sind. Auch werden die Reiher, Störche (und Kraniche) und Ibisse als Storch- oder Reihervögel zu einer besondern Gruppe vereinigt und die Flamingos zu den Schwimmvögeln gestellt.

1. Familie. Wasserhühner oder Rallen (Rallidae). Schnabel mäßig lang und stark, Flügel kurz und abgerundet, Schwanz und Beine kurz, Zehen sehr lang, mit langen Krallen; da auch die Hinterzehe den Boden erreicht, so hat der Körper eine sehr große Unterstützungsfläche. Laufen geschickt über die im Wasser schwimmenden Blätter hin, schwimmen und tauchen sehr gut. Nester meist im Schilf. Auf den Maskarenen scheinen zwei Gattungen (Aphanapteryx und Erythromachus) erst seit einem Jahrhundert ausgestorben zu sein. Hierher unter andern: Ralle (Rallus), Wiesenknarrer (Crex), Purpurhuhn (Porphyrio), Wasserhuhn (Fulica).

2. Familie. Schnepfen (Scolopacidae). Schnabel lang, dünn und weich, Flügel lang und spitz, Schwanz kurz, Beine schlank, Hinterzehe klein oder nicht vorhanden. Leben an sumpfigen Orten meist gesellig, zur Brutzeit jedoch paarweise. Verbreitet bis zum hohen Norden. Hierher: Schnepfe (Scolopax), Kampfläufer (Machetes), Brachvogel (Numenius), Säbelschnäbler (Recurvirostra).

3. Familie. Läufer (Charadriidae). Schnabel mittellang, hart, Hals kurz und dick, Flügel meist lang und spitz, Schwanz mittellang, zuweilen tief gegabelt, Beine lang, Hinterzehe klein oder nicht vorhanden. Leben zum Teil auf Feldern, meist jedoch an Sümpfen, nisten gewöhnlich in Erdlöchern. Kosmopolitisch. Hierher: Austerndieb (Haematopus), Dickfuß (Oedicnemus), Kiebitz (Vanellus), Regenpfeifer (Charadrius).

4. Familie. Scheidenschnäbel (Chionididae), mit zwei Arten der Gattung Chionis, nur auf den antarktischen Inseln.

5. Familie. Wachtelschnepfen (Thinocoridae), mit nur zwei Gattungen, in Südamerika von den Falklandinseln bis nach Chile.

6. Jassanas (Paridae), mit nur zwei Gattungen, überall in den Tropen.

7. Familie: Trappen (Otididae). Schnabel kurz und stark, Flügel mittellang und spitz, Schwanz mittellang, Beine lang, ohne Hinterzehe. Ansehnliche Vögel, Bewohner der freien Felder. Fehlen in Amerika. Zwei Gattungen, Otis und Eupodotis, mit vielen Arten.

8. Familie: Trompetervögel (Psophidae), mit der Gattung Psophia, bewohnen das Thal des Amazonenstroms und werden auch wohl zusammen mit der vorhergehenden und der folgenden Familie zur Familie der Hühnerstelzen (Alectoridae) vereinigt.

9. Familie: Cariamiden (Cariamidae oder Dicholophidae), mit der Gattung Cariama, in Brasilien und den La Plata-Staaten.

10. Familie: Hühnerrallen oder Guaraumas (Aramidae), mit der Gattung Aramus, vom Ansehen der Reiher; von Mexiko und Cuba bis Zentralbrasilien.

11. Familie: Sonnenreiher (Eurypygidae), mit der Gattung Eurypyga; im tropischen Amerika.

12. Familie: Kagus (Rhinochetidae), mit der Art Rhinochetus jubatus; aus Neukaledonien.

13. Familie: Kraniche (Gruidae). Schnabel, Flügel und Beine lang, Schwanz und Zehen kurz. In der Alten Welt und Nordamerika. Werden mit den folgenden drei Familien wohl zur Familie der Storch- oder Reihervögel (Ciconiae) vereinigt. Hierher der Kranich.

14. Familie: Reiher (Ardeidae). Schnabel lang, vom Grund aus hornig, mit scharfen Rändern, Hals und Beine lang, Flügel lang, meist stumpf, Zehen lang; am Kopf häufig ein Federschopf. Kosmopolitisch. Hierher der Reiher (Ardea) und die Rohrdommel (Botaurus).

15. Familie: Ibisse (Ibidae oder Hemiglottides). Schnabel lang, in der Form sehr verschieden (entweder stumpf zugespitzt oder vorn breit, eiförmig und flach), Zunge verkümmert, Hals, Flügel, Beine und Zehen lang. Kosmopolitisch.

16. Familie: Störche (Ciconiidae). Schnabel lang, hoch und dick, Flügel mittellang, Beine lang, Zehen ziemlich kurz. An Kopf und Hals oft nackte Stellen. Alte Welt und Festland von Amerika und Australien. Hierher der Storch (Ciconia) und Marabu (Leptoptilus).

17. Familie: Wehrvögel (Palamedeidae). Flügel kurz, mit einem Sporn am Daumen, Schnabel mittellang, spitz, Füße und Zehen lang. Nur in Südamerika. Werden auch wohl in die Nähe der Trappen oder der Schwäne gestellt. Hierher die Gattungen Palamedea und Chauna.

18. Familie: Flamingos (Phoenicopteridae). Schnabel lang, in der Mitte geknickt, Hals und Beine außerordentlich lang, Zehen kurz, mit Schwimmhäuten, Flügel mittellang. Südeuropa, Afrika, Südasien und Amerika. Werden vielfach zu den Schwimmvögeln gestellt. Hierher der Flamingo (Phoenicopterus).

Watzdorf, Bernhard von, sachsen-weimar. Staatsminister, geb. 2. Dez. 1803 auf dem Schloß Berga im Weimarischen, studierte zu Leipzig die Rechte, ward 1830 Oberhofgerichtsrat daselbst, 1835 Mitglied des Appellationsgerichts in Zwickau, 1840 Oberappellationsgerichtsrat zu Dresden und einige Monate nachher Ministerialrat bei dem königlichen Gesamtministerium, verließ aber im September 1843 den königlich sächsischen Staatsdienst, um als Staatsminister und Chef der Departements des Auswärtigen und der Justiz in den großherzoglich weimarischen zu treten. Im Frühjahr 1849 ward er vom Reichsverweser als Reichskommissar nach Dresden geschickt, um in Sachsen die Ruhe wiederherzustellen. Bei der 1850 erfolgten Neugestaltung des Ministeriums erhielt W. den Vorsitz in demselben und daneben die Verwaltung der Abteilungen für das Äußere, das großherzogliche Haus und das Innere. In demselben Jahr wurde er vom Landtag zum Mitglied des Ständehauses im Erfurter Parlament und von diesem zum ersten Vizepräsidenten erwählt; auch hatte er teil an den Dresdener Konferenzen. W. leitete die Verwaltung in gemäßigt liberalem Sinn ohne jeden Reaktionsversuch auch in den 50er Jahren und gestaltete die innern Verhältnisse des Großherzogtums zur völligen Zufriedenheit der Bevölkerung, die sich 1868 bei seinem 25jährigen Ministerjubiläum deutlich kundgab. Er starb 15. Sept. 1870 in Weimar.

Watzmann, Berggipfel der Salzburger Alpen, westlich am Königssee im bayr. Ländchen Berchtesgaden gelegen, 2714 m hoch, trägt das ganze Jahr Schnee und hat zwei Spitzen (Großer und Kleiner W.), die durch einen breiten Sattel (Watzmannscharte) verbunden sind.

Wau, s. v. w. Reseda luteola.

Waukegan (spr. uahkigän), Stadt im nordamerikan. Staat Illinois, am Michigansee, hat Ausfuhr von Korn, Wolle und Butter und (1880) 4012 Einw.