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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Welona - Welsh rabbit.

Rogowosee und mündet nach 95 km langem Lauf bei Obornik.

Welona, Flecken im russ. Gouvernement Kowno, am Niemen, im 13. Jahrh. von den Litauern zum Schutz gegen die deutschen Kreuzfahrer neben dem Tempel der Göttin W. erbaut. Heinrich, Herzog von Bayern, zerstörte 1333 die Burg und erbaute an deren Stelle das Schloß Friedeberg, das Gedimin fünf Jahre später den Rittern entriß und wieder W. nannte. Nach Gedimins Tod nahm der Deutsche Ritterorden W. abermals in Besitz, verstärkte die Befestigungen und nannte es wieder Friedeberg, und so ging der Ort später noch mehrmals von Hand zu Hand, bis er zuletzt an Polen kam und 1550 das magdeburgische Recht erhielt. Gegenwärtig ist W. ein unbedeutender Ort mit 400 Einw.

Wels (Silurus Art.), Gattung aus Ordnung der Edelfische und der Familie der Welse (Siluroidei), große Fische mit nackter Haut, großem, breit gedrücktem Kopf, weitem Maul, Bartfäden, sehr kurzer Rückenflosse, ohne Fettstoffe, mit sehr langer Afterflosse, abgerundeter Schwanzflosse und in zwei Querreihen stehenden Zähnen. Hinsichtlich ihrer Bedeutung noch unerklärt ist eine dicht hinter und über der Wurzel der beiden Brustflossen eingesenkte, enge Öffnung, welche in einen sich weit erstreckenden Hohlraum führt. Die einzige europäische Art, zugleich der größte europäische Flußfisch, der gemeine W. (Donauwels, Waller, Silurus glanis L., s. Tafel »Fische I«), wird 3 m lang und 200-250 kg schwer, besitzt zwei lange Oberkieferbartfäden, vier kurze Bartfäden am Unterkiefer, ist auf dem Rücken blauschwarz, an den Seiten grünlichschwarz, gegen den Bauch hin heller, ölgrün gefleckt, unterseits rötlich oder gelblichweiß, bläulichschwarz gemarmelt, an Bauch- und Afterflosse mit hellerer Binde, bewohnt das mittlere und östliche Europa, auch einen Teil Westasiens, fehlt im Rhein- und Wesergebiet fast gänzlich, ist besonders häufig in der untern Donau, im Schwarzen und Kaspischen Meer, fehlt dagegen in den Haffen der Ostsee; er bevorzugt ruhige Tiefen mit Schlammgrund, lockt hier hinter Steinen, Holz etc. durch seine spielenden Barteln Fische herbei, frißt aber auch Krebse, Frösche, Wasservögel etc., greift größere Tiere an und verschlingt selbst Gänse, Hunde und badende Kinder. Er laicht vom Mai bis Juli am Ufer im Ried und Rohr, das Weibchen legt etwa 17,000 Eier, und die Jungen erreichen schon im ersten Jahr ein Gewicht von 700 g. Das Fleisch der jungen Welse ist schmackhaft und sehr fett, das der alten äußerst zäh; man benutzt es auch wie Speck und bei der Lederbereitung; aus der Schwimmblase macht man Leim.

Wels, Stadt in Oberösterreich, links an der Traun und an der Staatsbahnlinie Wien-Salzburg, mit Abzweigung von W. nach Passau, Simbach und Aschach, ist Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Kreisgerichts, eines Hauptzoll- und eines Bergrevieramts, hat zwei Vorstädte, eine schöne gotische Pfarrkirche mit Glasmalereien, eine protest. Kirche, eine alte Burg, in welcher Kaiser Maximilian I. 12. Jan. 1519 starb, ein Kaiser Joseph-Denkmal, einen Volksgarten mit Festhalle, eine gewerbliche Fortbildungs- und eine Handelsschule, zwei Kavalleriekasernen, ein Theater, Fabrikation von Leder, Öl, Papier, Hüten und Maschinen, eine Kunstmühle, lebhaften Handel und (1885) 8859 Einw. W. gilt für das Ovilaba der Römer. Vgl. Meindl, Geschichte der Stadt W. (Wels 1878).

Welsch (wälsch), fremdländisch, besonders s. v. w. französisch oder italienisch; daher welschen, fremdländisch oder überhaupt unverständlich reden.

Welsche Feige, das Einklemmen des Daumens zwischen den Nachbarfingern der rechten Faust, in Italien als Schutzmittel gegen den bösen Blick benutzt (»die Feige weisen«), bei uns obscöne Pantomime.

Welsche Mispel, s. Crataegus.

Welsche Nuß, s. v. w. Walnuß.

Welsche Sprache, s. v. w. kymrische (wallisische) Sprache (s. Keltische Sprachen).

Welschkohl, s. Kohl.

Welschkorn, s. v. w. Mais.

Welschland, s. v. w. Italien.

Welschzwiebel, s. Lauch.

Welse, Abfluß des Sees Wolletz im preuß. Regierungsbezirk Potsdam, Kreis Angermünde, bildet auf eine Strecke die Grenze zwischen den Provinzen Brandenburg und Pommern, ist durch den Landgraben mit der Randow und Uker verbunden und mündet unterhalb Vierraden in die Oder.

Welser, berühmte Patrizierfamilie zu Augsburg, welche vom 13. Jahrh. an dort urkundlich nachweisbar ist. Sie gelangte durch Großhandel zu so hohem Reichtum, daß Bartholomäus W., Geheimrat Kaiser Karls V., mit Fugger dem Kaiser 12 Tonnen Goldes vorschießen konnte. Mit Genehmigung des Kaisers rüstete er ferner 1528 in Spanien drei Schiffe aus, welche unter dem Befehl von Ambros Dalfinger die Provinz Caracas in Besitz nahmen. Der Kaiser überließ dieselbe W. als Pfand, doch gab die Familie schon nach 26 Jahren den Besitz wieder auf. Des Bartholomäus' Nichte Philippine W., Tochter von Franz W., geb. 1527, ausgezeichnet durch Bildung und Schönheit, ward von dem Erzherzog Ferdinand, dem zweiten Sohn des nachmaligen Kaisers Ferdinand I., geliebt und 1557 insgeheim mit ihm getraut. Als der Vater Kunde davon erhielt, verbannte er den Sohn aus seiner Nähe, und erst 1561 versöhnte er sich mit demselben, nachdem der Erzherzog versprochen hatte, die Ehe geheimzuhalten und auf seine Erbrechte für sich und seine Kinder zu verzichten. Erzherzog Ferdinand erhob Franz W. und dessen Nachkommen in den Freiherrenstand mit dem Prädikat v. Zinnenburg. Philippine lebte mit ihrem Gemahl abwechselnd auf Schloß Ambras und in Innsbruck. Sie starb 24. April 1580 an ersterm Ort und ward in der Hofkirche zu Innsbruck beigesetzt. Ihr Bildnis wird im Schloß zu Schönbrunn gezeigt. Ihr ältester Sohn, Andreas, starb 1600 als Kardinal; ihr zweiter Sohn, Karl, der sich im Kriege gegen Ungarn und Spanien auszeichnete und Markgraf von Burgau wurde, starb 1618 ohne Erben. Markus W., geb. 1558, studierte zu Rom, wurde 1592 Ratsherr und 1600 kaiserlicher Rat und Stadtpfleger zu Augsburg; er galt seiner Zeit für einen Polyhistor. Unter anderm machte er sich durch Herausgabe der sogen. »Tabula Peutingeriana« (s. Peutinger) bekannt. In der Folge verbreiteten sich Zweige der Familie W. nach Ulm und Nürnberg, von welchen der erstere, 1713 in den Reichsfreiherrenstand erhoben, der einzige heute noch bestehende Zweig ist, während der Nürnberger Zweig 1878 im Mannesstamm, der Hauptstamm zu Augsburg aber schon 1797 erloschen ist. Vgl. Kleinschmidt, Augsburg, Nürnberg und ihre Handelsfürsten (Kassel 1881).

Welshpool (spr. uélschpuhl), Hauptstadt von Montgomeryshire (Nordwales), 1 km vom Severn, der von hier an schiffbar ist, mit Lateinschule, Handel und (1881) 7090 Einw. Dabei das alte Powis Castle.

Welsh rabbit (richtiger Welsh rarebit, »Walliser Leckerbissen«), Semmelschnitte mit einer Mischung von Käse, Butter, Senf und Cayennepfeffer,