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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Wombat; Wongrowitz; Wongshy; Wonne; Wonnemonat; Wonnetrank; Wood

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Wombat - Wood.

General der Infanterie in den Ruhestand versetzt und starb 4. Juli 1845 in Berlin. Die aus seinem Nachlaß veröffentlichten »Memoiren« (Leipz. 1851) bieten interessante Aufschlüsse über die Zeitgeschichte.

3) Alfred, Freiherr von, Schriftsteller, ältester Sohn des vorigen, geb. 27. Mai 1823 zu Frankfurt a. M., studierte seit 1841 Jurisprudenz in Berlin und Heidelberg, trat 1844 als Auskultator beim Stadtgericht zu Erfurt ein, arbeitete später als Regierungsreferendar zu Potsdam und absolvierte 1851 sein Staatsexamen. Nach einer längern Reise, die ihn 1852-53 nach Italien, der Schweiz, Frankreich, Spanien, Belgien, England, Schottland und Holland führte, arbeitete er als Regierungsassessor im Ministerium des Innern, bis er Ende 1859 an die Regierung nach Breslau versetzt wurde, wo er 1863 zum Regierungsrat aufrückte. Seit 1868 lebte er als Hotheaterintendant in Schwerin und starb 13. Jan. 1883 in San Remo. W. gab 1851 die »Memoiren« seines Vaters heraus; später veröffentlichte er: »Fr. von Schillers Beziehungen zu Eltern, Geschwistern und der Familie von W.« (Stuttg. 1859) und »Aus Schinkels Nachlaß« (Berl. 1862-64, 4 Bde.). Von seinen eignen Schriften sind zu nennen: »Preußens Staatsverwaltung mit Rücksicht auf seine Verfassung« (Berl. 1854); »Reise nach Spanien« (Leipz. 1857); »Geschichte des reichsfreiherrlich von Wolzogenschen Geschlechts« (das. 1859, 2 Bde.); »Über Theater und Musik« (Bresl. 1860); »Über die szenische Darstellung von Mozarts Don Giovanni« (das. 1860); »Wilhelmine Schröder-Devrient« (Leipz. 1863); »Schinkel als Architekt, Maler und Kunstphilosoph« (Berl. 1864); »Rafael Santi« (Leipz. 1865); »Peter v. Cornelius« (Berl. 1867) u. a. Als Dichter versuchte er sich in dem Lustspiel »Nur kein Ridicul« (Berl. 1864) und den Dramen: »Blanche«, »Sophia Dorothea« und »Fürstin Orsini« (»Dramatische Werke«, Leipz. 1866), welch letztere er mit Ludw. Albert v. Winterfeldt gemeinsam verfaßte. Auch lieferte er eine freie Bühnenbearbeitung von Kalidasas »Sakuntalâ« (Schwerin 1869) und andres Ähnliche.

4) Hans Paul von, Schriftsteller, Sohn des vorigen, geb. 13. Nov. 1848 zu Potsdam, studierte bis 1871 Philosophie, vorzüglich Mythologie und vergleichende Sprachwissenschaft, widmete sich dann der litterarischen Thätigkeit und ließ sich als Redakteur der von Richard Wagner gegründeten »Baireuther Blätter« in Baireuth nieder. Er veröffentlichte Übertragungen des »Armen Heinrich« von Hartmann von Aue, des »Beowulf« und der »Edda« und schrieb: »Der Nibelungenmythos in Sage und Litteratur« (Berl. 1876); »Poetische Lautsymbolik« (Leipz. 1876); »Über Verrottung und Errettung der deutschen Sprache« (2. Aufl., das. 1881) und zahlreiche Aufsätze über deutsche Sprache und Schrift (gesammelt in »Kleine Schriften«, Bd. 1, das. 1886). Einer der entschiedensten Anhänger der Wagnerschen Kunstrichtung, war er auch für diese schriftstellerisch thätig, so namentlich in den wiederholt aufgelegten »Thematischen Leitfaden« durch die Musik zum »Ring des Nibelungen«, zu »Tristan und Isolde« und zu »Parsifal«; »Erläuterungen zu R. Wagners Nibelungendrama« (4. Aufl., Leipz. 1878); »Die Tragödie in Baireuth und ihr Satyrspiel« (5. Aufl., das. 1881); »Die Sprache in R. Wagners Dichtungen« (2. Aufl., das. 1881); »Richard Wagners Tristan und Isolde« (das. 1880); »Was ist Stil? was will Wagner« (das. 1881); »Unsre Zeit und unsre Kunst« (das. 1881); »Die Religion des Mitleidens« (das. 1882); »R. Wagners Heldengestalten erläutert« (2. Aufl., das. 1886); »Wagneriana« (das. 1888) und durch zahlreiche Artikel in Zeitschriften. Von Schurés Werk »Le drame musical« besorgte er eine deutsche Übertragung (2. Aufl., Leipz. 1879). - Sein Bruder Ernst von W., geb. 22. April 1855 zu Breslau, machte sich durch einige litterarhistorische Schriften (»George Eliot«, »Wilkie Collins«, beide Leipz. 1885), Erzählungen und Romane, wie »Heiteres und Weiteres« (Stuttg. 1886), »Basilla« (das. 1887), »Die Kinder der Exzellenz« (das. 1888). »Die rote Franz« (das. 1888) etc., bekannt.

Wombat (Beutelmaus, Phascolomys Geoffr.), Säugetiergattung aus der Ordnung der Beuteltiere, repräsentiert allein die Familie der Beutelmäuse (Phascolomyida) und die Unterordnung der Wurzelfresser (Rhizophaga), nächtliche, schwerfällige, bärenähnliche, harmlose Tiere mit sehr plumpem Körperbau, ungeschlachtem Kopf, kurzem, starkem Hals, kurzen, krummen Gliedmaßen, fünfzehigen Füßen, welche mit langen, starken, nur an den verkümmerten hintern Daumen fehlenden Grabkrallen bewaffnet sind, und fast nacktem Stummelschwanz, leben von Vegetabilien und graben sich Höhlen. Am bekanntesten ist der sogen. australische Dachs (Ph. fossor Geoffr., Ph. Wombat Pér.). Er hat eine dichte, ziemlich weiche, gesprenkelt dunkel graubraune Behaarung, ist etwa 95 cm lang und bewohnt Vandiemensland und die Südküste von Neusüdwales, wo er sich in dichten Wäldern Höhlungen in den Boden gräbt, um den Tag schlafend darin zuzubringen. Erst nach Anbruch der Nacht geht er seiner Nahrung nach, die in Gras, allerlei Kräutern und Wurzeln besteht. Er bewegt sich langsam, aber stetig und kräftig, ist meist durchaus harmlos, beißt aber gelegentlich wütend um sich. Das Weibchen wirft 3-4 Junge. Sein Fleisch gilt in Australien als wohlschmeckend; auch sein Fell wird benutzt, aber wenig geschätzt. Auf der Südküste Neuhollands wohnt der etwas größere graue Breitstirnwombat (Ph. latifrons Ow.).

Wongrowitz, Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Bromberg, an der Welna und der Linie W.-Rogasen der Preußischen Staatsbahn, hat eine evangelische und 2 kath. Kirchen, ein ehemaliges Cistercienserkloster, ein Gymnasium, ein Amtsgericht, Getreide- und Schweinehandel und (1885) 4330 Einw.

Wongshy, s. Gardenia.

Wonne, im allgemeinen gesteigertes Lustgefühl, insbesondere dasjenige, das aus dem Bewußtsein gewonnen, d. h. ein Glück, dessen Eintreten von Zufallsgunst abhing, wirklich erlangt zu haben, entspringt.

Wonnemonat (entstanden aus dem altdeutschen wunnî mânôd, auch Wiesen- oder Weidemonat), deutscher Monatsname, s. v. w. Mai.

Wonnetrank, Weinbowle, aus Orangenschalen mit gleichen Teilen Bordeaux, Rhein- oder Moselwein und Champagner und nach Belieben Zucker.

Wood (spr. wudd), 1) Frau Henry, engl. Schriftstellerin, geb. 1820 zu Worcester als Tochter eines Fabrikanten, heiratete einen Reeder und begann ihre litterarische Thätigkeit in Zeitschriften; sie starb 10. Febr. 1887 in London. Ihr erstes Werk: »Danebury house« (1860), gewann den 100-Pfundpreis des Schottischen Mäßigkeitsvereins. Zu nennen sind noch: »East Lynne« (1861), ihr bekanntestes Werk »The Channings«; »Mrs. Haliburton's troubles« (1862); »The shadow of Ashlydyat«; »Verner's pride« (1863); »Lord Oakburn's daughters«; »Oswald Cray«; »Trevlyn Hold« (1864); »Mildred Arkell« (1865); »St. Martin's eve« (1866); »A lite's secret« (1867); »Roland Yorke« (1869); »Bessy Rane«