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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Yuma; Yungas; Yungay; Yünnan; Yurimáhuas; Yuruari; Yurumi; Yuscoran; Yverdon; Yvetot; Yvon; Yvorne; Z

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Yuma - Z.

a glossary of anglo-indian colloquial words etc.« (mit Burnell, 1886) u. a.

Yuma, nordamerikan. Indianerstamm in Kalifornien; zu ihnen gehören die eigentlichen Y. am untern Colorado und Gilla, und im S. und N. von ihnen die Cocomaricopa und die Cocopa. Verwandt mit den Y. sind die Mohawe, Diegeno, Cutgane, Yabipai und Nijora.

Yuma, Stadt im nordamerikan. Territorium Arizona, am Zusammenfluß von Colorado und Gila und an der Südpacificbahn, mit 1200 Einw. Gegenüber das gleichnamige Fort.

Yungas, von dem Quichuawort Yunca, »heißes Thal«, in Südamerika Bezeichnung für die feuchtheißen, dicht bewaldeten Tiefländer, insbesondere auch ein bewaldetes Gebiet in Bolivia, am Fuß der Kordilleren, nordöstlich von La Paz und Cochabamba. Dasselbe wird von zahlreichen Nebenflüssen des Madeira entwässert und zeichnet sich durch seine Fruchtbarkeit aus. Seine Wälder liefern Kopal und Fieberrinde, und Kaffee gedeiht neben Zuckerrohr und Koka. Bewohnt wird das Gebiet von Juracare-Indianern.

Yungay (eigentlich Ancachs), Stadt im Departement Ancachs (Peru), im Thal des Rio Santa, 2533 m ü. M., hat (1876) 3750 Einw.

Yünnan, s. Jünnan.

Yurimáhuas, Flußhafen im Departement Loreto (Peru) bei der Mündung des Paranapura in den Huallaga, ehemals Missionsdorf, mit etwa 300 Einw. Im J. 1875 liefen 15 Dampfer ein.

Yuruari, Territorium der südamerikan. Republik Venezuela, bildet einen Teil von Guayana und erstreckt sich vom Orinoko in das Becken des Cuyani, nach dessen hauptsächlichstem Quellfluß es genannt wird. Das Gebiet ist wichtig wegen seiner Goldgruben, in denen namentlich Neger von den britisch-westindischen Inseln arbeiten, und die 1886 für 21,230,800 Bolivar Gold abwarfen. Die reichste der Gruben ist die von El Callao. Eine Eisenbahn (200 km lang) verbindet Guayana viejo am Orinoko mit Guazipati, dem Hauptort des Territoriums. Y. hat ein Areal von 210,200 qkm mit (1885) 19,472 Einw. Nach venezuelanischen Ansprüchen aber umfaßt das Territorium einen großen Teil von Britisch-Guayana und erstreckt sich über 322,000 qkm.

Yurumi, s. Ameisenfresser.

Yuscoran, Bergstadt im mittelamerikan. Staat Honduras, 40 km südöstlich von Pegucigalpa, 1500 m ü. M., mit 5000 Einw. (meist Neger und Sambo), die Silberbergbau betreiben.

Yverdon (spr. iwerdóng, Yverdun, verdeutscht Iferten, lat. Eburodunum), Bezirkshauptstadt im schweizer. Kanton Waadt, am Oberende des Neuenburger Sees, Station der Bahnlinien Lausanne-Neuchâtel und Y.-Payerne-Freiburg, hat ein Gymnasium, eine Realschule, eine Eisenbahnwerkstätte, Eisengießerei, Zigarrenfabrikation und (1888) 6330 Einw. Das 2 km entfernte Mineralbad, schon 1403 urkundlich erwähnt und wohl schon zur Römerzeit benutzt, hatte seine Blütezeit im 18. Jahrh. Die Stadt hatte ihrer Zeit europäischen Ruf durch Pestalozzis (s. d.) Erziehungsanstalt, welche 1805-25 im dortigen Schloß bestand. Vgl. Crottet, Histoire et annales de la Ville d'Y. (Genf 1859).

Yvetot (spr. ihw'to), Arrondissementshauptstadt im franz. Departement Niederseine, an der Eisenbahn Paris-Havre, Sitz eines Gerichtshofs und eines Handelsgerichts, hat eine Bibliothek, einen Gewerberat, Spinnerei und Weberei in Baumwolle und Schafwolle und (1886) 7233 Einw. - Y. bildete ehemals mit einem kleinen Landgebiet jahrhundertelang ein souveränes Fürstentum (Freilehen), im Munde des Volkes Königreich Y. genannt. Der Sage nach verlieh der fränkische König Chlotar I. 534 den Königstitel den Erben Walters von Y. als Sühne dafür, daß er diesen in Soissons ermordet hatte. Wahrscheinlich aber haben die Herren von Y. erst im 14. Jahrh. den Titel angenommen, den ihnen Ludwig XI. und die andern Könige bestätigten. 1681 sprach das Parlament dem Ländchen die Souveränität ab, erklärte es aber für ein freies Gut, dessen Herren sich Princes d'Y. schrieben, und dessen Bewohner von Auflagen befreit waren, welcher Zustand bis zur Revolution dauerte. Bekannt ist Bérangers Gedicht »Le roi d'Y.« Vgl. Beaucousin, Histoire de la principauté d'Y. (Rouen 1884).

Yvon (spr. iwóng), Adolphe, franz. Maler, geb. 1817 zu Eschweiler (Luxemburg), wurde in Paris Schüler von Delaroche, ging 1843 nach Rußland und sandte von dort Zeichnungen von großer Naturwahrheit, z. B. Tatarenmoschee in Moskau und eine Fahrt nach Sibirien. Nach seiner Rückkehr malte er einige biblische und geschichtliche Bilder (unter andern die Reue des Judas, den Übergang Napoleons I. über die Alpen, Marschall Ney deckt den Rückzug der französischen Armee aus Rußland) und wurde dann beim Ausbruch des Krimkriegs mit den Darstellungen der dortigen Ereignisse beauftragt. Von 1857 bis 1859 entstanden drei große Bilder (Museum in Versailles), welche die Erstürmung des Malakow in ihren verschiedenen Momenten schildern. Es folgten: die Schlacht bei Solferino (1861) und die Schlacht von Magenta (1863), beide ebenfalls in Versailles. Zu den bedeutendsten seiner übrigen Schöpfungen gehören: die sieben Todsünden nach Dante, die allegorische Darstellung der Vereinigten Staaten von Nordamerika (1870), der Angriff der Kürassiere bei Wörth (1875), der Cäsar (eine gegen den Eroberungsgeist und die Kriegswut gerichtete Allegorie, 1875).

Yvorne (spr. iwórn), Ort im schweiz. Kanton Waadt, bei Aigle, südöstlich vom Genfer See, mit vorzüglichem Weinbau (Yvorner: Clos du Rocher, Maison blanche, Clos du Moulin etc., auch Name der bessern waadtländischen Weißweine überhaupt) und (1888) 869 Einw. Y. wurde 1584 durch einen Bergrutsch größtenteils verschüttet.

Z.

Z (zet), z, lat. Z, z, im deutschen Alphabet Bezeichnung des Doppellautes ts, sowohl in heimischen als in Fremdwörtern, wo es jedoch auch weiches s bedeuten kann. In deutschen Wörtern ist z besonders im Anlaut häufig und in der Regel durch Lautverschiebung aus älterm t entstanden, das die andern germanischen Sprachen noch bewahrt haben, das aber seinerseits aus noch älterm d entstanden ist. So findet sich für unser zehn im Englischen ten, im Lateinischen aber decem, im Sanskrit daçan. In Fremdwörtern steht es für fremdes z, z. B. in Zone, Gaze, aber auch für fremdes c, z. B. in Zigarre,