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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Zaunkirsche - Zebid.

Zaunkirsche, s. v. w. Heckenkirsche, s. Lonicera.

Zaunkirschstengel, amerikanischer, s. Diervilla.

Zaunkönig (Troglodytes Vieill.), Gattung aus der Ordnung der Sperlingsvögel und der Familie der Schlüpfer (Troglodytidae), kleine Vögel mit kurzem, schlankem, komprimiertem, pfriemenförmig zugespitztem Schnabel, kurzen, gerundeten Flügeln, kurzem, abgerundetem, aufrichtbarem Schwanz und mittelhohen, ziemlich schwachen, kurzzehigen Füßen. Der gemeine Z. (Zaunschlüpfer, Schnee-, Winter-, Meisenkönig, Zaunschnerz, Troglodytes parvulus Koch, s. Tafel »Sperlingsvögel II«), 10 cm lang, 16 cm breit, auf der Oberseite rostbraun mit schwärzlichen Wellenlinien, auf der Unterseite ähnlich, aber heller gezeichnet; durch das Auge zieht sich ein brauner Zügelstreif, und über demselben verläuft ein rostbräunlichweißer Streif; die mittlern Flügeldeckfedern sind an der Spitze mit länglichrunden, weißen, hinterwärts schwarz begrenzten Punkten gezeichnet; die Schwingen sind auf der innern Seite dunkel braungrau, auf der äußern abwechselnd licht rostgelblich und schwarz gebändert oder gefleckt; die Schwanzfedern sind rötlichbraun, seitlich lichter, mit wellenförmigen, dunkelbraunen Querstreifen durchzogen. Die Augen sind braun, Schnabel und Füße rötlichgrau. Das Weibchen ist etwas blässer als das Männchen. Der Z. findet sich in ganz Europa, auch im nordwestlichen Afrika und in Kleinasien. Er bewohnt am liebsten mit Gebüsch bewachsene Thalwände, kommt auch in die Gärten bei Dörfern und Städten und siedelt sich in der unmittelbaren Nähe der menschlichen Wohnungen an. In Deutschland weilt er als Stand- oder Strichvogel das ganze Jahr hindurch; er ist ungemein munter, hält sich beständig in niederm Gebüsch und Gestrüppe, schlüpft gewandt durch die dichtesten Büsche, fliegt nicht häufig und huscht wie eine Maus über den Boden. Sein Gesang ist sehr kräftig und voll und erschallt bei Sonnenschein auch im Winter. Er nährt sich von kleinen Insekten, den Eiern und Puppen derselben, von Spinnen und andern kleinen Tieren, im Herbst auch von Flieder- und andern Beeren. Sein Nest baut er auf Bäumen oder auf dem Boden, in Baum-, Erd-, Mauerlöchern; es ist rundlich mit seitlichem Eingang und stets sehr versteckt. Übrigens baut der Z. auch Nester, welche nur zum Schlafen, nicht zum Brüten dienen. Gewöhnlich brütet er im April und im Juli. Das Gelege besteht aus 6-8 weißen, braunrot gefleckten Eiern (s. Tafel »Eier I«, Fig. 23), welche Männchen und Weibchen in 13 Tagen ausbrüten. Die Jungen bleiben lange im Nest, halten auch später noch geraume Zeit zusammen und schlafen miteinander im Nest. An die Gefangenschaft gewöhnt sich der Z. schwer.

Zaunrebe, s. v. w. Bryonia und Ampelopsis.

Zaunriegel, s. Ligustrum.

Zaunrübe, Pflanzengattung, s. v. w. Bryonia.

Zaunschlüpfer (Zaunschnerz), s. v. w. Zaunkönig.

Zavelstein, Stadt im württemberg. Schwarzwaldkreis, Oberamt Kalw, hat eine evang. Kirche, eine Burgruine und (1885) 309 Einw.

Zaviras (Zabiras), Georgios, neugriech. Gelehrter, geb. 28. Mai 1744 zu Siatisti in Makedonien, in klassischer Wissenschaft (meist in Deutschland) gründlich gebildet und fast sämtlicher Sprachen Europas kundig, gest. 28. Aug. 1804 in Budapest, machte sich besonders durch sein »Théatron Hellenikòn étoi Néa Hellás«, ein chronologisch geordnetes neugriechisches Gelehrtenlexikon, wichtig. Das Werk wurde erst in der Neuzeit von der Universität Athen herausgegeben (Athen 1872).

Zawichost (Sawihost), Stadt im russisch-poln. Gouvernement Radom, an der Weichsel, mit altem Schloß und (1885) 3896 Einw. Hier 1205 Schlacht zwischen Polen und Russen unter dem Fürsten Roman von Halicz; letzterer wurde geschlagen und fiel.

Zayner, Buchdrucker, s. Zainer.

Zbaraz, Stadt in Galizien, an der Iwka, in der Nähe der russischen Grenze, ist Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, hat ein Kloster der Bernhardiner, ein altertümliches festes Schloß, starken Getreide-, Schweine- und Speckhandel und (1880) 8062 Einw. Z. war einst Hauptort eines russischen Fürstentums und wurde 1674 von den Türken belagert.

Zbirow, Marktflecken in der böhm. Bezirkshauptmannschaft Horzowitz, an der Böhmischen Westbahn, mit einem Bezirksgericht, einem Schloß und (1880) 1861 Einw. Die gleichnamige große Domäne, früher Staatseigentum, umfaßt Erz- und Kohlengruben, ausgedehnte Waldbestände und mehrere metallurgische Industrie-Etablissements.

Zduny, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Posen, Kreis Krotoschin, an der Linie Öls-Gnesen der Preußischen Staatsbahn, hat eine evangelische und eine kath. Kirche, Weberei und (1885) 3529 Einw.

Zea, Pflanzengattung, s. Mais.

Zea, Insel, s. v. w. Zia, s. Kea.

Zea-Bermudez, Don Francisco, span. Staatsmann, geb. 1772 zu Malaga, trieb anfangs Handelsgeschäfte, kam aber früh als Sekretär mit dem spanischen Generalkonsul nach Petersburg und trat nach seiner Rückkehr 1809 in die Dienste der Cortes, die ihn als Gesandten an den russischen Hof schickten. 1820 ging er als spanischer Gesandter nach Konstantinopel und 1823 nach London. Im Juli 1824 trat er als Präsident an die Spitze des spanischen Kabinetts, um durch eine gemäßigt absolutistische Politik das Land zu beruhigen, hatte aber mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen, welche ihm die apostolische Partei und die Karlisten in den Weg legten. Die Strenge, mit der er gegen die Anhänger des Absolutismus verfuhr, namentlich die Hinrichtung des Karlistenchefs Bessières und seiner Mitschuldigen im August 1825, erregten bei der Kamarilla eine solche Erbitterung gegen ihn, daß ihn der König 25. Okt. 1825 entlassen mußte. Anfang 1826 ging Z. darauf als Gesandter nach Dresden und 1828 nach London, von wo er 1833 nach Spanien zurückkehrte. Hier leitete er während der Krankheit Ferdinands VII. und einige Zeit nach dessen Tode die Geschäfte, mußte aber im Januar 1834 den Konstitutionellen weichen. Seitdem lebte er meist in Paris, blieb aber vertrauter Ratgeber der Königin Christine. Am 15. Aug. 1845 zum Senator ernannt, starb er 5. Juli 1850 in Paris.

Zebaoth (hebr.), s. v. w. himmlische oder irdische Heerscharen; daher bei Jesaias, Jeremias, Zacharia und Maleachi Herr Z., der herrschende Gottesname, s. v. w. Gott der Himmelsheere.

Zebedaus (hebr. Zabdai) hieß ein Fischer am Galiläischen Meer, der Vater der Apostel Jacobus und Johannes, daher diese als Zebedaiden bezeichnet werden.

Zeben (Klein-Z., ungar. Szeben), Stadt im ungar. Komitat Sáros, an der Tarcza, Station der Kaschau-Oderberger Bahn, mit altertümlichen Bauten, gotischer Pfarrkirche aus dem 15. Jahrh., Piaristenkloster, Gymnasium, Bezirksgericht, Papierfabrik und (1881) 2825 Einw.

Zebid, Stadt im arabisch-türk. Wilajet Jemen (Arabien), zwischen Hodeida und Mokka, unweit des