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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Apenrade - Äquatorial

Apenrade, (1885) 6069 Einw.

Aplerbeck (seit 1887 zum Kreis Hörde), (1885) 5704 Einwohner.

Apo,* Vulkan im Zentrum der Insel Mindanao, in der span. Inselgruppe der Philippinen, hat eine Höhe von 3143 m, einen Krater von 500 m Durchmesser und Schwefelquellen an seinen Seiten, die zuerst bei einer Höhe von 2400 m auftreten.

Apochromatische Linsen,* s. Glas (Bd. 17).

Apodékten, bei den Athenern die mit der Verwaltung der Staatseinnahmen betraute Behörde, bestehend aus zehn jährlich durch das Los bestimmten Beamten.

Apolda, (1885) 18,061 Einw.

Aponogeton distachyon, s. Wasserpflanzen (Bd. 16).

Appenzell, Kanton, (1888) 67,106 Einw., und zwar Außer-Roden 54,200, Inner-Roden 12,906 Einw.; der Flecken zählte (1888) 4477 Einw.

Appretur. Einige der Appreturmaschinen geben Veranlassung zu Unglücksfällen und sind deshalb mit den nötigen Schutzvorrichtungen zu versehen. Die Quetschwalzen uud Kalander sind insofern nicht ungefährlich, als die Arbeiter bei dem Einführen der Stoffe mit den Fingern den Walzen zu nahe kommen und dann in dieselben hineingeraten können. Eine Vorrichtung, welche den Arbeiter daran erinnern soll, noch rechtzeitig die Hand zurückzuziehen, besteht in einer vor der Einführungsseite der Walzen parallel zu diesen angebrachten, leicht beweglichen Schutzwalze. Sobald der Arbeiter mit seiner Hand diese Schutzwalze berührt, hebt sich dieselbe und macht ihn durch den hierbei ausgeübten geringen Druck auf die Gefahr aufmerksam. Noch zweckmäßiger ist eine Einrichtung, welche die augenblickliche Ausrückung der Maschine bewirkt, sobald der Arbeiter mit den Fingern in gefährliche Nähe der Walzen kommt. Die Figur zeigt eine schematische Darstellung solcher Vorrichtung. Vor der Einführungsseite der Walzen ab befindet sich die kleine Walze c in einem Rahmen d, der zu beiden Seiten in den Walzenständern drehbar gelagert ist (bei e). Das Zeug tritt in der Richtung des Pfeils i ein. Gerät nun der Arbeiter bis unter die Walze c, so hebt sich diese, dreht den Rahmen d um die Zapfen e, so daß die am Rahmen befestigte Stange g die Sperrklinke k auslöst, worauf die Stange i durch die Kraft der Feder k nach links gezogen wird. Diese Bewegung von i wird unter Vermittelung eines geeigneten Mechanismus zur Umstellung der Riemengabel benutzt, derart, daß der Riemen auf die Losscheibe geschoben und somit die Maschine zum Stillstand gebracht wird. Bei den Schermaschinen sind zur Verhütung von Unfällen vor den Schercylindern Schutzgitter anzubringen in der Weise, daß die bequeme Bedienung der Maschine nicht behindert wird. Zweckmäßig sind dabei Einrichtungen, welche das Öffnen der Schutzgitter (z. B. behufs Schleifens der Messer und Cylinder) erst dann gestatten, wenn die Maschine ausgerückt und die infolge der innewohnenden lebendigen Kraft noch eine Weile sich weiterdrehenden Schercylinder zum Stillstand gelangt sind, und welche ferner verhindern, daß die Schermaschine wieder in Gang gesetzt wird, bevor die Schutzgitter geschlossen sind. Zur Litteratur: Polleyn, Die Appreturmittel (Wien 1886); Behnisch, Handbuch der A. (Grünberg 1879).

Apt, (1886) 4293 (Gemeinde 5743) Einw.

Apúchtin, Alexéi Nikolájewitsch, russ. Lyriker, geb. 15. (3.) Nov. 1841 zu Bolchow (Gouvernement Orel), erhielt seine Erziehung in der Petersburger Rechtsschule und war darauf eine Zeitlang im Ministerium des Innern angestellt. Mit seinen ersten Gedichten, die 1859 im Journal "Sowremjénnik" erschienen, lenkte er die Aufmerksamkeit Turgenjews auf sich, und der Erfolg, den sie fanden, ermunterte ihn, seine lyrischen Versuche fortzusetzen. Eine Sammlung seiner Gedichte erschien in Petersburg 1886. Apuchtins Dichtung ist stimmungsrein und warm und verliert sich nicht in den Irrgängen eines philosophischen und politischen Pessimismus, wie es sonst bei den russischen Lyrikern unsrer Tage zumeist der Fall ist; die Sprache ist edel, aber das Kolorit etwas dürftig. Das Hauptstück seiner Dichtung ist das Poem "Gol w monasstyrjâ" ("Ein Jahr im Kloster"), eine von echter lyrischer Empfindung getragene Schilderung der Klosterruhe im Gegensatz zum Gewoge der Welt, in welche der Erzähler doch zurückkehrt, weil die Liebe, vor der er sich hat flüchten wollen, ihn wieder dahin ruft.

Äquatorial. Um die mancherlei Unbequemlichkeiten zu vermeiden, welche mit der Bewegung des Okulars eines Äquatorials gewöhnlicher Konstruktion verbunden sind, hat Loewy 1871 den Vorschlag gemacht, auch beim Ä. ein rechtwinkelig gebrochenes Fernrohr in Anwendung zu bringen, wie man dies bei kleinern Theodoliten etc. schon seit langer Zeit gethan hat. Ein derartiges "équatorial coudé", dessen optischen Teil die Gebrüder Henry und dessen mechanischen Eichens und Gauthier in Paris ausgeführt haben, ist seit 1862 auf der Pariser Sternwarte in Gebrauch. Die mit der Erdachse parallele Polarachse des Instruments ist an ihren Enden auf zwei Pfeilern gelagert. Dieselbe ist hohl und trägt an ihrem obern Ende das Okular; an ihrer untern würfelförmigen Erweiterung ist rechtwinkelig der das Objektiv von 27 cm Öffnung tragende Teil des Fernrohrs angesetzt, und in dem Würfel selbst ist, unter 45° gegen die Achsen der beiden Fernrohrhälften geneigt, ein versilberter Glasspiegel angebracht, welcher die vom Objektiv kommenden Lichtstrahlen nach dem Okular reflektiert. Da dieses beständig an derselben Stelle bleibt, so braucht auch der Beobachter seine Stellung nicht zu ändern, ja nicht einmal den Kopf zu wenden, wie auch die Polarachse gedreht werden mag. Mit einem solchen Instrument könnte man aber nur Sterne im Äquator beobachten. Um nun Sterne von beliebiger Deklination beobachten zu können, ist vor dem Objektiv ein zweiter Spiegel aufgestellt, welcher mit der optischen Achse der Objettivhälfte des Fernrohrs einen Winkel von 45° einschließt und sich um diese Achse drehen läßt. Dieser Spiegel reflektiert, wenn man ihn dreht, in das Fernrohr das Licht aller Sterne desjenigen Deklinationskreises, welcher auf der optischen Achse der Objektivhälfte des Fernrohrs rechtwinkelig steht, und zwar ist der Drehungswinkel gleich der Änderung der Deklination, weshalb dieser Spiegel mit dem Deklinationskreis verbunden ist. Deklinations- und Stundenkreis

^[Fig. Selbstthätige Ausrückung der Kalander.]