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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Bartók - Bassongo-Mino

*Bartók, Ludwig, ungar. Dichter, wurde im J. 1851 geboren und lebt gegenwärtig als Schriftsteller und Redakteur des oppositionell antisemitischen Witzblattes »Bolond Istók« (»Der närrische Steffel«) in Budapest. Seine lyrischen Gedichte: »Költemények« (»Dichtungen«) und »Ujabb Költemények« (»Neuere Dichtungen«) zeichnen sich im einzelnen durch Zartheit der Empfindungen und meisterhafte Naturschilderungen (»Karpathenlieder«, deutsch von A. Silberstein, Budap. 1886) aus. Bedeutende Erfolge errang B. auch mit seinen Dramen: dem Lustspiel »A legszebb« (»Die Schönste«, 1880), »Kendi Margit« (»Margareta Kendi«), einer Tragödie aus der Geschichte Siebenbürgens des 16. Jahrh., und dem Schauspiel »Thurán Anna« (»Anna Thuran«, 1888; auch in deutscher Sprache). Wärme der Empfindung, lebendige, spannende Handlung, meist treffend gezeichnete Charaktere und eine anziehende, oft hochpoetische Diktion zeichnen diese Stücke aus, deren letztgenanntes auch in bühnentechnischer Beziehung vorzüglich ist.

Bartsch, 2) Karl, Germanist, starb 20. Febr. 1888 in Heidelberg. Von seinen Schriften sind noch zu nennen: »Beiträge zur Quellenkunde der altdeutschen Litteratur« (Straßb. 1885) und die Ausgabe der »Schweizer Minnesänger« (Frauenf. 1886).

*Barttelot, Afrikaforscher, geb. 1854, trat jung in die englische Armee, machte als Leutnant den Sudânfeldzug mit, trat dann als Major in die ägyptische Armee über und befehligte, als Stanley im März 1887 seine Expedition antrat, dessen Nachhut. Als Stanley von den Aruwimifällen stromaufwärts zog, blieb B. in dem befestigten Lager von Yambuya zurück und sollte Stanley nachmarschieren, sobald Tippu Tipp die versprochenen 600 Träger gesandt haben würde. Doch verging fast ein volles Jahr, ehe die Trägerkarawane eintraf. Am 11. Juni 1888 marschierte B. endlich mit 2 Engländern, 25 sudanesischen und 120 sansibarischen Soldaten und 400 Trägern ab, wurde aber schon 19. Juli durch einen der von Tippu Tipp gestellten Leute ermordet.

Baruth, (1885) 2062 Einw.

Bärwalde, 1) Regierungsbezirk Frankfurt, (1885) 3861 Einw. - 2) Regierungsbezirk Köslin, (1885) 2159 Einw.

Barye, Antoine Louis, franz. Bildhauer. Seine Biographie schrieb A. Alexandre (Par. 1889).

*Baryumverbindungen. Baryumchlorid hinterläßt, wenn man die Lösung mit überschüssiger Schwefelsäure versetzt, filtriert und verdampft, schließlich keinen Rückstand. Kupfergehalt wird durch Einstellen von blankem Eisen in die Lösung erkannt. Wäscht man den mit Schwefelsäure erhaltenen Niederschlag aus, erwärmt ihn gelind mit verdünnter Natronlauge, filtriert und übersättigt mit verdünnter Schwefelsäure, so entsteht bei Gegenwart von Blei ein weißer Niederschlag. Arsen wird aus der schwach salzsauren Lösung durch Schwefelwasserstoff als gelber Niederschlag gefällt, der sich in kohlensaurem Ammoniak farblos löst. Erheblichere Mengen von Eisenchlorid färben das Baryumchlorid gelb, Manganchlorür färbt es rötlich. Zieht man das gut getrocknete Präparat mit absolutem Alkohol aus, so gehen Chlorstrontium und Chlorcalcium in Lösung, ersteres färbt die Alkoholflamme tiefrot, letzteres gelbrot. Zur quantitativen Bestimmung des Baryts fällt man aus der salzsauren Lösung mit verdünnter Schwefelsäure schwefelsauren Baryt, den man glüht und wägt. Baryumhydroxyd enthält wohl stets etwas Baryumcarbonat, auf andre Verunreinigungen prüft man es nach dem Übersättigen mit Salzsäure wie Baryumchlorid. Baryumnitrat wird wie Baryumchlorid geprüft. Absoluter Alkohol entzieht dem scharf getrockneten Präparat nur Calciumnitrat. Dies bleibt beim Verdunsten der Lösung als zerfließliche Masse zurück und gibt in wässeriger Lösung mit Ammoniumoralat einen weißen Niederschlag. Strontiumnitrat erkennt man an der intensiv roten Färbung der Spiritusflamme, wenn man eine Probe des Salzes am Platindraht in diese einführt. Das Präparat muß neutral reagieren, da anhängende freie Salpetersäure bei der Benutzung in der Feuerwerkerei schädlich ist. Den Barytgehalt bestimmt man quantitativ wie beim Baryumchlorid.

Baschet, Armand, franz. Schriftsteller, starb im Februar 1886 in Paris. Vgl. Dufay, A. B. et son œuvre (Par. 1888).

Baschilange, Negerstamm, s. Baluba (Bd. 17).

Basel, Kanton, (1888) 136,380 Einw.; Baselstadt, (1888) 74,247 (davon in der Stadt selbst 70,305) Einw., Baselland, (1888) 62,133 Einw.

*Basim, Distrikt in der britisch-ind. Provinz Berar, in der Westberar-Division, 7661 qkm (139 QM.) groß mit (1881) 358,883 Einw. Der Distrikt ist ein reiches Tafelland, das aber der Bewässerung aus Brunnen bedarf, und bringt namentlich vortreffliche Baumwolle, Weizen und Hirse hervor. Die gleichnamige Hauptstadt, an der Great Indian Peninsula-Eisenbahn, hat 11,576 Einw. (darunter 2485 Mohammedaner).

Bassée, La, (1886) 3207 Einw.

Basselin, Olivier, franz. Volksdichter. Vgl. Gasté, O. B. et le Vau de Vire (Par. 1887).

*Bassermann, 2) Heinrich, protest. Theolog, geb. 12. Juli 1849 zu Frankfurt a. M., studierte 1868-1872 in Jena, Zürich, Heidelberg, wurde 1873 Hilfsprediger in Arolsen und habilitierte sich Ostern 1876 zu Jena. Im gleichen Jahr kam er als außerordentlicher Professor der praktischen Theologie nach Heidelberg, wurde 1880 ordentlicher Professor, 1883 Direktor des evangelisch-theologischen Seminars und Universitätsprediger. Er schrieb: »Dreißig christliche Predigten« (Leipz. 1875); »Handbuch der geistlichen Beredsamkeit« (Stuttg 1885); »Akademische Predigten« (das. 1886); »Entwurf eines Systems evangelischer Liturgik« (das. 1888). Seit 1879 gibt er mit Ehlers die »Zeitschrift für praktische Theologie« heraus.

*Basso Narok (Rudolfsee), großer See im äquatorialen Zentralafrika, nördlich vom Baringosee zwischen 4° 45' und 2° 20' nördl. Br., ein langes und schmales Seebecken, ca. 500 m ü. M., rings von Bergen besäumt, am Südende die vulkanischen Njeroberge und die Kulaliberge. In den Nordzipfel mündet der Niamniam, in das Südwestende Terguell und Wewe, von O. her kleinere Zuflüsse. Inseln finden sich im äußersten Norden und Süden. Der See hat süßes Wasser, der nahe seinem Nordostende liegende Basso Naébor oder Stephaniesee ist dagegen salzig. Beide Seebecken wurden 1888 von Graf Teleki entdeckt, welcher an den sehr unfruchtbaren Ufern eine spärliche Bevölkerung vorfand.

*Bassongo-Mino (Bakutu), großes Negervolk in Aquatorialafrika, unter 4° südl. Br., auf beiden Ufern des Kassai und am rechten Ufer des Sankuru. Sie sind proportioniert entwickelt und muskulös, mittelgroß, tragen das Haar in der Mitte gescheitelt und nach den Seiten zu in zwei großen Wülsten verbunden oder vom Scheitel knäuelartig in die Luft ragend, um den Hals Ketten aus weißen Perlen und Messingringe um die Armgelenke. Die Zähne werden als Stammeszeichen spitz gefeilt, woher sie auch ihren