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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Barham - Bartholdi

Barham, Dalton, engl. Schriftsteller, starb 28. Mai 1886 in Dawlish.

Baril, Flüssigkeitsmaß in Lissabon, à 18 Almudes = 301,32 Lit., in Mexiko bei Wein = 75,623 L., bei Branntwein = 108,897 L., in Chile = 68,136 L., in Uruguay = 75, 904 L., in Buenos Ayres = 76 L.

Barine, Arvède (mit ihrem wahren Namen Frau Vincent), franz. Schriftstellerin, geb. 1840 zu Paris, trat zuerst mit Übersetzungen aus dem Russischen und Englischen auf, wie der »Russie contemporaine« von Barry, den »Souvenirs« von Tolstoi, der »Introduction á la science sociale« von Herbert Spencer (1886), und veröffentlichte dann in der »Revue bleue«, der »Nouvelle Revue«, der »Revue des Deux Mondes«, der »Revue Suisse et Bibliothèque universelle« (in Lausanne) selbständige Arbeiten, die sich durch Feinfühligkeit, fleißiges Quellenstudium und sorgfältige Form auszeichnen. Ihre »Essays« behandeln zumeist ausländische Erscheinungen und finden bei der in Frankreich üblichen Kargheit der Auskünfte über fremdes Schaffen und Streben ein doppelt dankbares Publikum. Selbständig erschienen 1887: »Portraits des femmes: Mme. Carlyle, Georges Eliot« (von der französischen Akademie gekrönt) und »Essais et fantaisies« (1888).

Barjols, (1886) 2441 Einw.

Barlow, Joel, amerikan. Schriftsteller. Vgl. Todd, Life and letters of J. B. (New York 1886).

Barmbek, Vorort von Hamburg, (1885) 22,379 Einw.

Barmen, (1885) 103,068 Einw.

Barmstedt, (1885) 2779 Einw.

Barnes, William, engl. Dichter und Philolog. Vgl. die von seiner Tochter Lucy Baxter veröffentlichte Biographie »Life of W. B., poet and philologist« (Lond. 1887).

Barntrup, (1885) 1167 Einw.

Barop (seit 1887 zum Kreis Horde), 1885: 2456 Einwohner.

Barr, (1885) 5646 Einw.

Barsinghausen, (1885) 3111 Einw.

Bartels, * Hans, Maler, geb. 25. Dez. 1856 zu Hamburg, machte dort seine ersten Studien bei dem Marinemaler Hardorff und bildete sich dann von 1876 bis 1877 bei A. Schweitzer in Düsseldorf, seit 1878 bei Karl Österley in Hamburg zum Landschaftsmaler aus. Nachdem er eine Reise nach Italien gemacht, ließ er sich 1881 in Berlin, 1882 in Hamburg und 1885 in München nieder. B. hat sowohl Ölgemälde als Aquarelle gemalt, besonders aber in letztern eine große Kraft des Kolorits und eine eigenartige Größe der Auffassung entfaltet. Nachdem er anfangs venezianische und andre italienische Motive behandelt, fand er später seinen Schwerpunkt in nordischen Strand- und Flußlandschaften (Rügen, Lübeck, Holland), die er mit charakteristischer Staffage versah. 1886 erhielt er die kleine goldene Medaille der Berliner Kunstausstellung.

Barten, (1885) 1569 Einw.

Bartenstein, 1) Regierungsbezirk Königsberg, (1885) 6629 Einw. - 2) In Württemberg, (1885) 788 Einw.

Barth, (1885) 5714 Einw.

Barth, 7) * Auguste, Orientalist, geb. 22. März 1834 zu Straßburg, lebt als Privatgelehrter in Paris. Er schrieb eine später auch ins Englische übersetzte indische Religionsgeschichte: »Les religions de L'Inde« (Par. 1879), und »Inscriptions sanscrites du Cambodge« (mit Atlas, Faksimiles der Inschriften enthaltend, 1885), außerdem Abhandlungen im »Journal asiatique«, der »Mélusine« und den»Mémoires de la Société de linguistique«. Sehr beachtet sind auch seine zahlreichen Kritiken wissenschaftlicher Werke aus dem Gebiet der indischen Altertumskunde in der »Revue critique« (seit 1872) und seine kritischen Jahresberichte über indische Religionsforschung in der »Revue de l'Histoire des Religions«, seit 1880).

8) * Heinrich, Pianist, geb. 12. Juli 1847 zu Pillau bei Königsberg i. Pr. als Sohn eines Lehrers, erhielt den ersten Musikunterricht von seinem Vater, 1856-62 von L. Steinmann in Potsdam und wurde dann in Berlin Schüler von Bülow, Bronsart und kurze Zeit von Tausig. 1868 wurde er Lehrer am Sternschen Konservatorium, 1871 an der königlichen Hochschule in Berlin. B. ist ein vorzüglicher feiner Klavierspieler, besonders hervorragend als Ensemblespieler und hat auch wiederholt erfolgreiche Konzerttouren in Deutschland und England gemacht. Das Trio: B., de Ahna, Hausmann erfreut sich eines vorzüglichen Rufs.

9) * Theodor, Politiker, geb. 16. Juli 1849 zu Duderstadt, studierte1868-71 in Heidelberg, Berlin und Leipzig Rechtswissenschaft und Volkswirtschaft, erwarb in Leipzig die juristische Doktorwürde, machte das Staatsexamen 1871 in Lübeck und war bis 1872 Advokat in Bremen, bis 1876 Amtsassessor im Bremerhaven, bis 1883 Syndikus der Bremer Handelskammer; gleichzeitig war er Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, Bankkommissar bei der Reichsbankhauptstelle und Mitglied der bremischen Bürgerschaft und vertrat 1879 die drei Hansestädte in der Zolltarifkommission des Bundesrats. Seine staatswirtschaftlichen Kenntnisse erweiterte er auf ausgedehnten Reisen in England, Frankreich und Nordamerika. Seit 1883 ist er Redakteur der Wochenschrift »Die Nation« in Berlin. 1887 ward er in den Reichstag gewählt, wo er sich der deutsch-freisinnigen Fraktion anschloß. Er schrieb für den Verein zur Beförderung des Wohls der arbeitenden Klassen, für den Verein zur Beförderung der Handelsfreiheit und für die Volkswirtschaftliche Gesellschaft zu Berlin mehrere Broschüren.

Barthélemy, 2) Francois, Marquis de, franz. Staatsmann. Vgl. Kauleck, Papiers de B., ambassadeur de France en Suisse (Par. 1888).

Barthelmeß, Nikolaus, Kupferstecher, starb 29. Aug. 1889 in Düsseldorf.

Bartholdi, * August Friedrich, franz. Bildhauer, geb. 2.April 1834 zu Kolmar im Elsaß, bildete sich anfangs unter Ary Scheffer zum Maler, fand aber später in der Bildhauerkunst seinen eigentlichen Beruf. Nachdem er sich zuerst durch Porträtstatuen bekannt gemacht, schuf er eine Reihe von allegorischen Gruppen und Figuren (unter andern: den Genius in den Klauen des Elends, einen modernen Märtyrer, den Todesgenius, die Stunden des Friedens) und eine Reiterstatue des Vercingetorix. Nachdem er den Krieg von 1870 71 im Generalstab Garibaldis mitgemacht, stellte er seine Kunst in den Dienst republikanischer und chauvinistischer Tendenzen und schuf unter anderm eine Bronzegruppe: der Fluch des Elsaß, einen kolossalen Löwen als Erinnerung an die Verteidigung von Belfort, ein Lafayettedenkmal für New York und die kolossale 46 m hohe, zugleich als Leuchtturm dienende Statue der die Welt erleuchtenden Freiheitsgöttin, welche auf der Bedloeinsel am Eingang des Hafens von New York auf einem 47 m hohen Unterbau aufgestellt und 28. Okt. 1886 eingeweiht wurde.

Auf dem Kranz der mit der rechten Hand erhobenen Fackel haben zwölf Personen Platz. Das Gewicht der Statue beträgt 25,000 kg.