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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Englische Litteratur (seit 1884: Geschichte, Reisebilder)

Überarbeitung des deutschen Teils wünschenswert erscheint. G. M. Theal, durch örtliche Studien begünstigt, gibt uns die »History of South Africa, 1486-1691« deren Fortsetzung bis zur Neuzeit von Interesse sein wird, Kate Norgate eine Geschichte von »England under the Angevin kings«, Kapitän Bingham die »Letters and despatches of the firs Napoleon«, Percy Grey die »History of the United States«. Der tüchtige Edmund Ollier hat mit dem 4. Band, kurz vor seinem Tode, die schön und gewissenhaft gearbeitete »Universal history« vollendet. Zahlreich sind die Schriften, die sich an das Jubiläum der Königin Viktoria anschließen. Wir nennen von denselben nur zwei: T. H. Wards »The reign of Queen Victoria«, und »Fifty years ago« von Walter Besant, der durch Vergleichung der Gegenwart mit dem Anfang von Viktorias Regierung ein interessantes Bild uns vor die Augen stellt. Von den zahlreichen Schriften über Irland seien erwähnt: »Ireland« vom Grafen Grey; die kurzgefaßte »Irish history for English readers« von W. S. Gregg, im ganzen den Agitatoren günstig, doch mit größerer Mäßigung geschrieben, als diese selbst zeigen; die Monographie »The Irish in Australia« von J. F. Hogan; »The Celt in Ireland« von der begeisterten Frau Bryant, ganz im Sinn der Agitatoren; »Two centuries of Irish history, 1691 to 1870«, eingeleitet und herausgaben von dem Historiker James Bryce, welcher sich der Partei der Homeruler günstig zeigt. Letzterer hat auch über die Vereinigten Staaten von Nordamerika eine Reihe von Monoraphien verschiedener Autoren eingeleitet. Unter dem Titel: »The present position of European polotics« veröffentlichte Sir Charles Dilke, der noch vor kurzem zur Stellung eines Ministers des Auswärtigen berufen schien, ein durch große Sachkenntnis ausgezeichnetes Buch, das in einer andern Schrift Dilkes: »The British Army«, eine Ergänzung findet. Ein hiermit zu erwähnendes Werk des Obersten Maurice, Bruders des oben genannten Historikers: »The balance of military powers of Europe«, fand rühmlichen Beifall. Hier seien auch die gleich im Englischen erschienenen Denkwürdigkeiten: »Reminiscences, St. Petersburg and London« des Grafen Bitzthum verzeichnet. Über die russische Frage hat der Reisende und frühere Beamte des englischen Auswärtigen Amtes, Charles * Marvin, veröffentlicht: »The Russions at the gate of Herat« und »Reconoting Central Asia«. Die beiden Bücher des seither im Sudan verschollenen Edmund O'Donovan: »Merv« und die »Merv Oasis«, seien hier mit erwähnt. Über Rußland selbst schrieb ein in London lebender, durchaus als Autorität geltender Russe, Mitarbeiter der »Times« und verschiedener Monatsschriften, unter dem Pseudonym Stepniak: »The Russian peasantry: their agrarian condition, social life and religion«. Im russenfreundlichen Sinn veröffentlichte W. T. Stead, der sensationssüchtige Leiter der »Pall Mall Gazette«: »The truth about russia«, die Ergebnisse einer Reise nach Rußland, auf welcher er von der offiziellen Welt begünstigt ward.

Äußerst zahlreich sind die Schriften über Ägypten und das übrige Afrika. Wir nennen: »Emin Pasha in Central Africa; letters and journals« von Frau R. W. Felkin, der Mutter von Emins langjährigem Genossen und noch ständigem Korrespondenten, dem Arzt Dr. Felkin (auch in deutscher Ausgabe erschienen, Leipz. 1888); »Life and work of Emin Pasha in Equatorial Africa« von H. W. Little, einem Geistlichen; »Egypt under Ismail« von J. Carlyle

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Mc Coan, der erst jetzt (1889) das Material veröffentlicht, zu dessen Ansammlung ihm ungewöhnliche Gelegenheiten zu Gebote standen, und das sich zu einer schweren Anklageschrift wider den vorigen Chedive gestaltet; »The campaign of the Cataracts 1884/85« von Oberst Buttern u. a. Den Büchern des unternehmenden Reisenden Stanley (»Through the dark continent« und »The Congo«) sind viele Schriften über jene Teile Afrikas gefolgt. Das neueste derselben: »River life of the Congo« von J. R.

Werner, der nicht den Beschränkungen des Emin Relief Commitee unterworfen, gibt ein mannigfach trübes Bild der dortigen Zustände. In dieses Kapitel gehört auch »The history of a slave« von dem Reisenden H. H. Johnstone. Andres auf Zeitgeschichte Bezügliche findet sich in unsern Abschnitten »Biographie«, »Staatsgeschichte« u. dem hier folgenden. Zur Zeitgeschichte gehört auch die Streitschrift »The fatal illness of Frederick Noble« des viel genannten Arztes Sir Morell Mackenzie, der gegenwärtig an einem neuen Buch: »Six months residence at the court of the Crown Prince and the German Emperor«, arbeitet.

Reisebilder.

Auch auf dem Gebiet der Reisebeschreibungen, von jeher ein Hauptzweig der englischen Litteratur, waren die letzten Jahre sehr ergiebig. In erster Linie stehen zwei Bücher des Historikers James Anthony Froude: »Oceana« und »The English in the West Indies«. Anziehend durch glänzenden Stil, weiten Blick, originelle Bemerkungen und neueröffnete Einsichten, durch die politische Reife des schon alternden Verfassers, haben gleichwohl beide Widerspruch hervorgerufen, jenes von seiten mehrerer Wortführer der australischen Kolonisten, dieses von seiten eines Negers, J. J. Thomas von Trinidad (»Froudacity; West Indian fables explained«), welcher des Reisenden wenig schmeichelhafte Darstellung (»Froude Audacity«) der Folgen der Sklavenemanzipation bekämpft. Über den jetzt besonders anziehenden Teil Afrikas liegt ein um fassendes Werk vor von Professor Drummond: »Tropical Africa«; über Südafrika, wo der Verfasser 20 Jahre gelebt hat: »Incwadi Yami« von J.

W. Matthews; über Sansibar, außer den veröffentlichten Konsularberichten: »Kilima-Njaro« von H. Johnston und »Zanzibar« von Burton; ferner: »Madagascar« von Kapitän Oliver; über dieselbe Insel das Werk von Sibree: »The great African island« und von Shaw: »Madagascar and France«. Über Asien: »Persia and the Persians« von M. Benjamin; »Persia as it is« von Wills; »Haifa or life in modern Palestine« von Lawrence Oliphant. Über Amerika: »The Great Silver River; notes of a residence in Buenos Ayres« von Sir Horace Rumbold; »Travels in the wilds of Ecuador and the exploration of the Putumayo River« von Alfred Simson; »Notes of a naturalist in South America« von John Ball; »The land of the Pink Pearl«, d. h. die Bahamainseln, von C. D. Powles. Über Ostasien und Australasien: »The Long White Mountain« (Mandschurei) von H. E. M. James; »The Land of the Dragon« von W. S. Percival; »Through the Yang-tse Gorges« von Archibald Little; »Life in Corea« von W. G. Carles; »The cruise of the Marchesa: Kamschatka and New Guinea« von R. Guillemard: »Pioneering in New Guinea« von James Chalmers; »Explorations and Adventures in New Guinea« von Kapitän Strachan; »Among the Cannibals of New Guinea« von dem Geistlichen S. Macfarlane, »My consulate in Samoa« von