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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Knodalin - Kohlbrügge
die Verbindung zunächst durch Bindegewebe hergestellt wird, welches später vom Mutterboden her allmählich, aber vollständig verknöchert. Die besten Erfolge liefert die K., wenn man die von dein betreffenden Individuum selbst entnommenen Knochenstücke unter strengster Beobachtung der antiseptischen Wund<dehandlunss in die entstandene Lücke wieder einsetzt; man hat indes auch von Fremden stammende Knochenstücke mit Glück in die Schädellücke eingesetzt.
Dabei ist es auffallenderweise ohne Belang, ob die Knochenhaut, von der sonst alle Knochenneubildung ausgeht, auf dem eingesetzten Knochenstück belassen oder abgeschabt ist.
Knodalln, eine von Mühlberg in Aarau angegebene (fuselölhaltige) Mischung, welche zur Vertilgung von Ungeziefer angewandt wird, indem man sie in starker Verdünnung mittels eines Zerstäubers auf die Pflanzen bringt. Das K. tötet in 5()facher Verdünnung kleine Raupen, die sich noch in ihren Gespinsten befinden, Blattläuse, die Reblaus und vernichtet Meltau, in 20facher Verdünnung tötet es die Blutlaus, Schnecken und alle großen Raupen, in l.0-15facher Verdünnung Schildläuse, Wanzen, in 7facher Verdünnung Ameisen, Erdflöhe, Käfer 2c. Da K. nicht ätzend wirkt, so kann es auch bei zarten Pflanzen angewandt werden, wegen seines starken Oeenchs aber sind Zimmerpflanzen außerhalb des Zimmers zu reinigen. Das K. wurde auch mit Vorteil zum Vertilgen der Raupen auf den Rieselfeldern von Osdorf bei Berlin angewandt.
Knop, 2) Adolf, Mineralog und Geolog, Bru- ^ der des Agrikulturchemikers Wilhelm K. 1), geb.
12. Jan. 1828 zu Altenau am Harz, studierte in Göt tingen, wurde 1849 Lehrer der Naturwissenschaften an der höhern technischen Staatslehranstalt in Chemnitz in Sachsen, 1857Professor der Mineralogie und Geologie in Gießen und 1866 an der technischen Hochschule in Karlsruhe. Seine Arbeiten sind teils geologischen, teils mineralogisch-chemischen Inhalts, und namentlich bemühte er sich auch um exakte Bestimmungsmethoden für seltenere Körper, wie Titansäure, Niobsäure :c. Er schrieb: »Beiträge zur Kenntnis der Steinkohlenformation und des Rotliegenden nn erzgebirgischen Bassin« (Stuttg. 1859); »Molekularkonstitution und Wachstum der Kristalle« (Leipz.
l867); »Studien über Stoffwandlungen im Mineralreich- (das. 1873); »System der Anorganographie als Grundlage für Vorträge an Hochschulen« (das.
1876); »Übersicht über die geologischen Verhältnisse der Umgebung von Baden-Baden« (Karlsr. 1879). -Sein Bruder Gustav K., geb. 1829, Zivilingenieur in Gotha, ist bekannt durch eine nach ihm benannte
Turbine.
^Knorr, 2) Ernst Wilhelm Eduard, deutscher Admiral, geb. 8. März 1840 als Sohn eines Ober' sten, trat 1854 als Kadett in die preußische Marine, wurde 1859 Unterleutnant, nahm auf der Korvette Danzig an dein Gefecht mit den Rifpiraten in Marokko teil und wurde dann auf die Elbe kommandiert, welche der ostasiatischen Expedition (1859 - 62) zugeteilt war. Nach seiner Rückkehr wurde er zum Leutnant zur See und 1865 zum Kapitänleutnant befördert. 1870 erhielt er den Befehl über das Kanonenboot Meteor, welches nach Westindien geschickt wurde; dort hatte er während des französischen Kriegs vor 5)avana ein glückliches Gefecht mit dem größern französischen Aviso Bouvet. Als Korvettenkapitän bekleidete er bis 1874 die Stelle des Direktors des hydrographischen Amtes im Marineministerium, befehligte 1875-77 die Korvette Hertha auf einer Welt reise, war seit 1876 Kapitän zur See, 1878-81 Oberwerftdirektor in Wilhelmshaven, dann Chef de^> Stabes der Vlarine, wurde 1883Konteradniiral, Ende
1884 Chef des Geschwaders in Westafrika, wo er
1885 den Aufruhr in Camerun unterdrückte, und ging dann mit einem Kreuzergeschwader nach dem Indi' schen Ozean und Australien. Nach seiner Rückkehr wurde er zum Inspekteur der 1. Marineinspektion in Kiel und im Februar 1889 zum Vizeadmiral und Chef der Marinestation der Ostsee ernannt.
Knorring, 2) Erik Oskar von, schwed.Schriftsteller, geb. 23. Febr. 1822 zu Mariators in Westgotland aus einer altadligen schwäbischen Familie, studierte in Upsala, machte 1842 das Offiziersexamen und trat bei den: westbottnischeu F^jägerkorps ein. Anfangs bei topographischen Arbeiten verwendet, nahm er 1849 als Freiwilliger am dänischen Krieg teil und rückte nach Beendigung desselben bis zum Oberstleutnant vor. Große Reisen führten ihn durch beinahe alle europäischen Länder und Nordafrika; auch ward er mehrfach mit militärischen und andern Sendungen betraut. Neben seinen militärischen Arbeiten und zahlreichen novellistischen Beiträgen in Zeitschriften und Almanachen hat er sich namentlich als Reiseschriftsteller ausgezeichnet, so in /lvi^ im Uikäki' i Ug')'pt6ii« (»Zwei Monate in Ägypten«, 1873) und ^^^oml<^^1^nä, 31Hu6 <^> ßesilmä« (1874). Ein Bühnenstück von ihm: > VVii't^ dw-, ist am königlichen Theater 1858 öfters mit Beifall aufgeführt worden, und seine Märsche uno Tänze sind in Schweden geschätzte Musik. Seit 1885 gibt er die illustrierte Monatsschrift »lleiärui!«
heraus.
Knotz, Alfred, österreich. Politiker, Mitbegründer des Deutschen Klubs, der sich 1885 von der bisherigen Vereinigten Linken ablöste, ward 1889 nicht wieder zum Landtagsabgeordneten gewählt.
^Knutsford lspr. iwtts-), Lord, s. Holland, Sir Hel'ry (Bd. 17).
^KnySna, Landschaft des brit. Kaplandes am Indischen Ozean, von dem gleichnamigen Fluß durchzogen, ausgezeichnet durch ihre prachtvollen Wälder, welche vorzügliche Bauhölzer liefern, aber nur sehr dünn bevölkert.
Koarata, Stadt in Abessinien, am Südostufer des Tanasees, etwa 10 km nördlich vom Ausfluß des Abai, zählte früher 12,000 Einw., ist aber allmählich auf 1000 gesunken (nach Stecker), trotzdem aber noch immer ein wichtiges Handelszentrum, von welchem aus eine lebhafte Schiffahrt auf dem See betrieben wird. Auch besitzt es eine im hohen Ruf der Heiligkeit stehende Kirche, welcher sich nur der Negus und der Bischof zu Pferd nahen dürfen. Die in ganz Abes. sinien berühmten Weinberge von K. gingen 1855 durch Oidium zu Grunde.
Koblenz. Der Regierungsbezirk K. besteht seit 1887 aus 14 (srüher13) Kreisen. Aus dem Kreis K. wurden nämlich gebildet: der Stadtkreis K., 25,12 ykm (0,45» QM.) groß mit <i8«5) 31,669 Einw., und der Landkreis K., 249,79 ^km (4,53 QM.) groß mit (1685) 54,755 Einw.
Kohl, Ida (Gräsin Baudissin), Schriftstellerin, starb 25. Dez. 1888 in Freiburg i. Br.
Kohlbrügge, Herm. Friedr., Theolog, geb 15. Aug. 1803 zu Amsterdam, wurde daselbst Hilfsprediger der lutherischen Gemeinde, aber wegen Hinneigung zur reformierten Lehre entsetzt, lebte dann als Privatmann in Utrecht, bis sich 1844 infolge der neuen Kirch'enordnung für Rheinland-Westfalen in Elberfeld eine separierte reformierte Gemeinde bildete,