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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Omoken - Opfersteine
Netlamierung der von den Franzosen entführten belgischen Kunstschätze und starb 18. Jan. 1826 in seiner Vaterstadt. Seine Landschaften, welche meist mit Schafen und Ziegen bevölkert sind, zeichnen sich durch engern Anschluß an die Natur, als ihn die Landschaften des 18. Jahrh, zeigen, durch Wärme des Tons ! und durch Glut der Sonnenbeleuchtung aus. Auf mehreren Bildern treten die Schafe so in den Vordergrund, daß O. ebensowohl als Tiermaler gelten kann (Ansicht aus den Ardennen, im Museum zu Brüssel).
"O motcn (Omokonen), ein jetzt verschwundener, >u den Jukagiren gehöriger, seßhafter Volksstamm im nordöstlichen Sibirien an der Kolima, dem Anjuj und der Indigirka. Als die Russen Mitte des 17. Iabrh. die O...auffanden, kannten die letztern nur Steingeräte. Über die Art ihres Verschwindens ist > nichts bekannt. >
O'Neil Nvr. o'myl), Henry, engl. Maler, geb. ^ 1817 zu St. Petersburg, kam als Kind nach England nnd bezog 1837 die Akademie in London, wo er zwei Jahre nachher sein erstes Bild ausstellte. Nachdem or mit einer Tochter Jephthas den ersten Erfolg errungen, malte er die letzten Augenblicke Mozarts
< 1849), den Traum der Königin Katharina, die Rückkehr des Wanderers (1855), Ruth und Naemi und 1858 das rührende Charakterbild: der Abmarsch nach oer Krim (Nast^arä do!) sowie 1859 als Gegenstück: die Heimkehr (Home a^ain). Aus der großen Zahl seiner spätern Bilder sind zu nennen: Maria Stuarts Abschied von Frankreich, die Macht der Musik, die Landung der Prinzessin von Wales in Gravesend, die letzten Augenblicke Raffaels, eine Episode aus dem Leben Luthers in Erfurt, Tintoretto, der seine Tochter auf ihrem Sterbebett malt, eine Szene aus der Pest in London und Shakespeare, der Königin Elisabeth seinen »Sommernachtstraum« vorlesend.
Neuerdings malte er auch landschaftliche Darstellungen. 1865 gab er »I^eeture« on zmiutiu^« und! 869 eine Broschüre über die moderne Kunst in England und Frankreich heraus.
'Onon, Fluß in Ostasien, entspringt in der chines.
Mongolei auf dem Kcnteichan, tritt nach 200 kin langem Lauf in die russisch-sibirische Provinz Transbaikalien und vereinigt sich nach weitern 55)0 km dei Gorodischtschenskoje mit der Ingoda und bildet nun die Schilka. Auf russischem Gebiet ist der O. bei Hochwasser schissbar, auch ist der Fluß fischreich und enthält, wie die Ingoda, Krebse. Das 1^2-3 km breite Flußthal ist teils Steppe, teils vorzügliches
Weideland.
'Ontongiava (Liuniuwa, Lord Howe), große Lagunengruppe an der Ostseite der Salomoninseln
< Melanesien), unter 159" 10' östl. L. v. Gr. und 5" 24' Ml. Br., welche sich über 30 kin von Osten nach W. erstreckt, aus mehr als 30 flacheil, waldigen Inseln besteht, deren Lagune durch einen Kanal zugänglich lst, 35 qkm (0,6 QM.) groß. Diese Gruppe ist hier die erste, die von Polynesiern bewohnt ist. Hier wurde im Oktober 1889 die deutsche Flagge geheißt.
"Oofterwyck, Maria van, Holland. Malerin, geb.
1630 zu Nootdorp bei Delst, bildete sich unter Davidsz de Heem zur Blumen- und Stilllebenmalerin auö und malte Blumen- und Fruchtstücke, namentlich Rosensträuße in Vasen, sowie Stillleben, welche durch Glanz des Kolorits, Feinheit der Zeichnung und Sorgsamkeit der Tetaildehandlung gleich vortrefflich und den Arbeiten ihres Lehrmeisters ebenbürtig sind.
Bilder von hr befinden sich in der kaiserlichen Galerie zu Wien, in Karlsruhe und Schwerin. Sie ftntz. 1tz93 m Eutwm. .. j >...... .
^Opfersteine, erratische Blöcke und anstehende Gesteinsmassen mit mulden- und schalenförmigen Ver tiefungen an ihrer Oberfläche, angebliche Opferschüi seln. die von vorzeitlichen Völkern zum Auffangen des Bluts tierischer oder menschlicher Opfer ausgehöhlt sein sollen, aber auch zahlreichen Sagen von Fuß-, Schulter-, Gesäßeindrücken übermenschlicher Wesen Ursprung gegeben haben. Diese O. (Näpfchen steine, Druidensteine, Teufelsaltäre, Teufelssitze und Rasierschüsseln, Hexenkessel u. -Waschschüsseln, Elfen - und Baldersteine) sind ganz allgemein verbreitet, sn' haben einen Durchmesser von 5-30 oin, bisweilen aber auch einen solchen von mehr als 1 in und sind am auffallendsten an schwer verwitterbaren Gestei nen, wie Granit und Porphyr, wahrscheinlich, weil leicht verwitterbare Gesteine besondere Oberflächenbildungen überhaupt nicht lange bewahren. In manchen Gegenden sind sie besonders häufig, und im Fichtelgebirge hat sich ein so erheblicher Sagenkreis um sie gebildet, daß Ethnologen und Kulturgeschichteforscher, wie Zapf, Scherber und noch 1874 Sche^ rer, dieses Gebirge geradezu als einen Mittelpunkt des Wodan- oder Hrödodienstes angesehen haben.
Nach Grüner sind aber diese Aushöhlungen natürlichen Ursprungs, und ihre Bildung läßt sich Schritt für Schritt verfolgen. Der Granit im Fich telgebirge besitzt vielfach eine schalige Struktur, welche erst bei der Verwitterung schön hervortritt. Würde man die einzelnen krummschaligen Gesteinsbänke von der Kössein abheben, so hätte man eine große Anzahl vortrefflicher Opferwannen und zwar in allen möglichen Größenverhältnissen. Die meisten Becken de6 Fichtelgebirges sind aber ausschließlich von der mechanischen und chemischen Einwirkung lange auf einen Fleck treffender Tropfen oder Wasserstrahlen, die von Platte zu Platte fielen, abzuleiten und zwar sowohl die kleinen rundlichen Tritte als die tiefern mulden-, kefsel- oder bassinförmigen Aushöhlungen. Die fa! lenden Tropfen höhlen den Granit um so schneller, je bedeutender ihre Fallhöhe und je geschützter und windstiller der Ort ist, wo die Einwirkung vor sich geht. Darum werden in Gesteinsspalten herabsahl ende Wasserstrahlen die schärfsten und tiefsten Becken ausmeißeln. Erst dadurch, daß diese Traufsteinc später durch anderweitige Vorgänge aus dem Bereich der Traufe kommen, indem diese entweder durch Her abwitterung des gesamten höher gelegenen Teils ganz aufhört, oder die Traufsteine selbst herabgleiten, wird die Erscheinung auffallend, weil man sie nicht mehr in Verbindung mit dem erzeugenden Prozeß sieht.
Unmittelbar verständlich ist die Erscheinung bei de:'. sogen. Tritten, die zur Ersteigung der Felsen gedient haben sotten. Man findet sie an der Vasi^ oder in etwas höherm Niveau mehrerer steiler Felswände, wo sie unzweifelhaft durch das Spiel de5 von Felsabsatz zu Absatz aufschlagenden, zum schwo chen Strahl verstärkten Wassers entstanden sind.
Damit hängt die besonders häufige lemniskatenfö'r mige, der Zahl 8 gleichende Figur dieser Traufein drücke zusammen, indem der herabkommende Wasserstrahl je nach der Menge des zufließenden Wassere, senkrecht oder im Bogen fällt und die Platte danach an zwei benachbarten Stellen abwechselnd trifft.
Diese lemniskatenförmige Eindrücke gaben dann Anlaß zu den Sagen von Fußeindrücken übermenschlicher Wesen, die sich auch solchen Fällen anbequemen, wo durch eine kleine Veränderung der Traufstelle mehrere solcher Eindrücke nebeneinander entstanden sind (Sage von der Priesterin mit dem Kind auf Stubbenkammer). Andre Entstehungsfätte solcher