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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Pardoe - Parrocel
Pardoe (spr. värdo), Miß Julia, engl. Schriftstellerin, geb. 1806 zu Beverley in Jorkshire, Tochter eines britischen Majors, gab schon früh unter dem Titel: »Ine ^uu- eine Sammlung von Gedichten heraus. Ein längerer Aufenthalt in Portugal lieferte ihr Stoff zu dem Buch »'Ii'lnt8 anä traäitions o/ F^'tn ZAl« (Lond. 1833). 1835 begleitete sie ihren Vater nach Südfrankreich und der Türkei, 1839 und 1840 nach Ungarn und Österreich. Sie starb in London im Dezember 1862. Zu ihren zahlreichen Ro-, manen lieferten meist ihre Reisen den Stoff; außerdem veröffentlichte sie Reisewerke, eine Sammlung ungarischer Sagen und einige historische Schriften. ^ Sie ist eine gute Beobachterin und zeichnet sich durch klare Darstellung und treffliche Charakterzeich::ung aus. Einzelnes wurde auch ins Deutsche übersetzt.
Pariitälauge, ein Organ, welches zwar schon länger bekannt ist, über dessen Bedeutung man aber bisher nichts wußte. Die heimischen Frosche besitzen zwischen den Augen einen unpaaren dunkeln Fleck, der von einem Hellern Rand umgeben ist (Stirnfleck).
An dieser Stelle fehlt das charakteristische Pigment der Froschhaut, so daß sie durchsichtig ist, und unter der Haut liegt ein kleiner, bis 0,i5 mm messender Körper, die subkutane Stirndrüse. Ein gleiches Gebilde liegt bei unsern Eidechsen innerhalb der Schädelkapsel, dicht unter dem den Eidechsen eignen, in der Naht zwischen den Scheitelbeinen befindlichen Loch, dem Parietal- oder Scheitelloch. Goetie und Strahl fanden bei entwickelungsgeschichtlichen Untersuchungen dieses Organs, daß es mit der Epiphyte der Zirbeldrüse in Beziehung stehe, und de Graaf hat die Entwickelung aus der Epiphyte näher untersucht.
Bei den Amphibien zeigt das ganze Organ die Symptome einer fettigen Degeneration, ist also in augenscheinlicher Rückbildung begriffen, wofür auch seine selbst bei Individuen der gleichen Art sehr verschiedene Größe spricht. Bei den Reptilien entwickelt sich die Zirbeldrüse wie bei den Amphibien, das birnförmige, freie Ende schnürt sich ab und kommt außerhalb der Hirnhäute, jedoch noch in der Schädelkapsel zu liegen. Während dasselbe aber bei den Fröschen einem augenscheinlichen Degenerationsprozeß unterliegt, zeigt sich bei der gemeinen Zauneidechse der dem Parie/6//Och zugekehrte Teil der Hohlblase als eine schwach bikonvexe Linse, während die Basalwand innen pigmentiert ist, und auch bei der Blindschleiche hat das Stück Zirbeldrüse eine histologische Struktur erworben, die an nichts andres als an ein Auge erinnert.
Das ganze Gebilde gleicht ungefähr dem Sehorgan eines Tintenfisches. Auf Grund der Untersuchung von 29 Saurierarten erklärte Spencer dieses Organ für ein drittes, unpaares, den Reptilien eigentümliches Sehorgan (P., Scheitelauge, unpaares Auge, Stirnauge). Bei der Hatteria, jenem merkwürdigen, in der heutigen Saurierwelt isoliert stehenden, an ausgestorbene Gattungen sich anschließenden Tier, dasin seinem Vorkommen auf Neuseeland beschränkt ist, fand Spencer die Verbindung des Parietalorgans mit der Zirbeldrüse noch erhalten, während bei allen andern Sauriern das Parietalorgan vom Gehirn völlig losgetrennt ist. Die Hattniia, wäre somit das einzige Tier, bei welchem das P. thatsächlich auch als Sehorgan zu fungieren im stände wäre; allein auch hier ist wenigstens ein voller Gebrauch desselben durch seine Lage im Bindegewebe ausgeschlossen. Wir haben es somit zweifellos auch bei den Eidechsen mit einem in Rückbildung begriffenen Organ zu thun, welches heute von keinem Nutzen mehr für seinen Besitzer ist, wohl aber bei dessen Vorfahren als wirkliches
Sinnesorgan gedient haben mag. Vgl. de Graaf, Li Ma^s tot ä6 ksnnit; van äsn dmnv en äe ont^ikkeiinA ä6r 6piM^86 di^ am Mdien 6ii rsptilisu (Leid. 1886); Spencer, 0n llik pi'686ii<^6 anä 8tructni'6 ottko PM6N.1 6)^6 in I^c6rti1iii (»Hu Ält. ^ourn.
Niorosc. 8c.«, Bd. 27, S. 12,1886); Beranek, Das P. der Reptilien (»Zeitschrift für Naturwissenschaft«, Bd. 21,1887).
^Parkes, Sir Henry, austral. Staatsmann, geb.
1815 als Sohn eines englischen Pachters bei Birmingham, lernte daselbst das Eisengeschäft, wanderte 1839 nach Australien aus, gründete in Sydney die Zeitung »AnMi'6« und schwang sich zum Minister von Neusüdwales empor. Dreimal, zuletzt seit 1878, stand er als Premierminister an der Spitze der Regierung, erwarb sich namentlichdurch ein Unterrichtsgesetz große Verdienste und ward 1877 zum Ritter geschlagen. Er betrieb mit besonderm Eiser die Vereinigung der australischen Kolonien zu einem Bund.
^Partettplatten werden aus einem Gemenge von Holzmehl, Mineralpulver und einem Bindemittel (Leim, oxydiertem Leinöl, Asphalt 2c.) mittels hydraulischer Pressen bei einem Druck von 190 Atmosphären erzeugt und zwar in Größen von 25x25, 25x30 und 30x30 om und einer Dicke von 5-6 mm. Da die gefärbten Muster nicht aufgetragen werden, sondern mosaikartig durch die ganze Masse gehen, so können sie weder abgetreten, noch durch Waschen 2c. entfernt werden, weshalb die Verwendung dieser P. in Zimmern, Fluren, Läden, Küchen, Kirchen, Krankenhäusern, Werkstätten :c. gleich ratsam ist. Das Verlegen derselben.geschieht am zweckmäßigsten in schnell bindendem Ölkitt.
Parnell, Charles Stuart, irischer Agitator; über den Parnell-Prozeß s. Großbritannien (Bd. 17, S. 402). Doch ist noch nachzutragen, daß sich P. 1890 mit der »^im68« auf eine Entschädigung von 5000 Pfd. Sterl. verglich und seine Ehrenkränkungsklage fallen ließ. Im Februar 1890 wurde der Bericht der Parnell-Kommission dem Parlament vorgelegt; derselbe erklärte die gegen P. erhobenen Beschuldigungen für nicht erwiesen.
Parrocel (spr. -ssel), 1) Joseph, franz. Maler, geb.
1648 zu Brignolles, ging nach Marseille und bildete sich später in Rom unter Bourguignon zum Schlachtenmaler. 1675 kehrte er nach Frankreich zurück. In einem der großen Säle des Invalidenhauses stellte er die Siege Ludwigs XIV., im Schlosse zu Versailles andre Thaten französischer Könige dar. Die Notre Dame-Kirche zu Paris besitzt von ihm die Predigt des Täufers Johannes (1694); andre Bilder das Schloß zu Versailles und das Rathaus zu Toulouse.
Er radierte auch, unter anderm I.E8 mMei-6« ä6 1^ vi6 ä6 Notre 86iM6U!', 27 Blätter. P. starb I.März 1704 in Paris.
2) Pierre, Maler und Radierer, Neffe des vorigen, geb. 1664 zu Avignon, war zuerst Schüler seines Oheims und widmete sich später unter Leitung Carlo Marattis in Rom der Geschichtsmalerei. Sein umfangreichstes Werk, in einer Galerie des Hotels Noailles in St.-Germain en Laye, stellt in 16 Gemälden die Geschichte des Tobias dar. Sein Hauptwerk ist die von dem Iesusknaben gekrönte Mutter Gottes in der Marienkirche zu Marseille. P. verband Grazie der Zeichnung mit harmonischer Wirkung des Kolorits. Er starb 1739 in Paris.
3) Charles, Malerund Radierer, Sohn von P. 1), geb. 1688 zu Paris, bildete sich unter Th. de la Fosse und in Italien und wandte sich mit Vorliebe der Schlachtenmalerei zu. Er wurde 1721 Mitglied, 1740