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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Parry - Passy
Professor cm der Pariser Akademie. Um die Natur des Pferdes genauer beobachten zu können, nahm er Dienste in einem Kavallerieregiment, begleitete 1744 Ludwig XV. in den Krieg und malte Darstellungen daraus. Er lieferte jedoch auch Jagdstücke und Darstellungen öffentlicher Feste. Er starb 24. Mai 1752 in Paris.
"Parry, 2) John, walisischer Barde, geb. 1776 zu Denbigh in Nordwales, war anfangs Klarinettist, später Kapellmeister der Militärmusik seiner Landschaft und ließ sich 1807 als Lehrer des damals beliebten Flageoletts (kleine Schnabelflöte) in London nieder, wo er 8. April 1851 starb. Er war viele Jahre hindurch Leiter der Kongresse der walisischen Varden (»Cymmrodoriou« und »Eisteddfodan«) und wurde 1821 zum Vardenmeister (^Bardd Alaw«) ernannt. Seine zahlreichen Kompositionen umfassen .Harfen- und Klavierstücke, Opern, Glees, Schauspielmusiken, Lieder :c. Sein Hauptwerk ist aber >^li6 vvelsk Kln'p6r«, eine umfangreiche Sammlung walisischer Melodien, nebst einer Einleitung über die walisische Musik. Auch schrieb er eine Elementarmusiklehre (»II PUNt Lill), 01- tli6 8Upp0lt6r«) U. tt.
"3) Joseph, engl. Komponist, geb. 21. Mai 1841 zu Merthyr-Tydfil (Wales) als Sohn armer Tagelöhner, wanderte mit feinen Eltern nach Amerika aus, kehrte aber später in seine Heimat zurück und wurde für feine »Vardenlieder« mehrmals preisgekrönt. Hier wurde B. Richards auf ihn aufmerksam, und P. trat 1868 als Schüler in die Londoner Musikakademie, in der er sich wiederholt auszeichnete.
l872 wurde er zum Professor der Musik am University College zu Aberystwith in Wales ernannt und promovierte in Cambridge 1878 zum Doktor der Musik.
Hon seinen größern Werken sind zunennen eine Oper: Zwänkii«,' ein Oratorium: »Nuiiuknu Ei«, und eine Ouvertüre: »Der verlorne Sohn«.
geb. 27. Febr. 1848 zu London, wurde in Eton und Oxford ausgebildet, promovierte 1870 zum Bakkalaureus der Musik, wurde 1883 zum Professor an der königlichen Musikschule und 1884 zum Musikdirektor an der Universität Oxford ernannt. Seine musikalischen Lehrer waren Pierson in Stuttgart, Macfarren und Dannreuther in London. Seine Hauptwerke sind: Der entfesselte Prometheus« (1880 in Gloucester aufgeführt), eine Ouvertüre:»Guillem de Cabestanh <, l.'in Klavierkonzert, Nonett für Blasinstrumente, Klavierquartett, Trio, Violinsonate, Cellosonate, Phantasie und Fuge für Orgel, Duo für zwei Klaviere, zwei Klaviersonaten u. a.
*Parville (spr. -wll), Henri Francois Peudeferd e, franz. Schriftsteller und Ingenieur, geb. 27. Jan.
1839 zu Evreux, ging nach vollendeten Studien auf der Ncolk 668 Nin68 mit einer Mission der französischen Regierung nach Zentralamerika, wo der Ingenieur Durocher sich damals mit der Herstellung des Nicaraguakanals beschäftigte, und lebt gegenwärtig als Zivilingenieur, Sachverständiger beim Zivilgericht, Oberingenieur der Telephonverbindungen und litterarych thätig in Paris. Als Povularschriftsteller auf dem Gebiet der Erfindungen erwarb er sich einen hochgeachteten Namen. Seine gemeinverständlichen, anziehenden Aufsätze erschienen 1861-89 gesammelt als »0HU86li63 8oi6ntiüyU68« in 29 Bänden, von denen der letzte ausschließlich der Weltausstellung im 1.1889 gewidmet ist. Außerdem veröffentlichte P.: »Uu kabitemt äe 1a pikwsts Nar8« (1865); »I/ölsotrieits et 863 kpplie Htiong« (1881); »I.a clel ä6 Ik 6(.'IkUL6« (1388) u. a.
"Pasolini, Giuseppe, ital. Patriot, geb. 8. Febr.
1815 zu Ravenna, widmete sich dem Studium der Landwirtschaft, besuchte, nachdem er in Neapel die Naturwissenschaftenstudierthatte, die Schweiz, Frankreich, England und Deutschland und übernahm nach seiner Rückkehr 1843 die Bewirtschaftung feiner Güter bei Imola, wo er mildem damaligen Bischof, Kardi^ nal Mastai-Ferretti (später Papst Piusi X.), Freundschaft schloß. Nach dessen Wahl 1846 wurde er 1847 Staatsrat und 1848 als Minister nach Rom i^en^n.
1849 zog er sich auf eine Villa bei Florenz zurück, war dann mehrere Jahre Gonfaloniere von Ravenna, nahm als eifriger Patriot an dem Zustandekommen der Union Toscanas und der Emilia mit Sardinien lebhaften Anteil, ward 1861 Zivilgouverneur von Mailand, dann Präfekt von Turin und 1.862 Minister des Auswärtigen im Kabinett Minghetti, nach dessen Sturz er sich ins Privatleben zurückzog. Nur 1866 führte er die Verwaltung Venedigs bis zur definitiven Annexion. 1876 wurde er zum Prä'si^ deuten des italienischen Senats ernannt, starb aber schon 4. Dez. 1876. Vgl. »6iu86i)p6 !>., in6moiift< (hrsg. von seinem Sohn, 2. Aufl., Imola 1881).
Pasquier (spr. paskjeh), 2) Etienne, franz. Jurist und Historiker, geb. 7. April 1529 zu Paris, ward 1549 Advokat daselbst, versuchte sich daneben als Dichter in lateinischer und französischer Sprache und erwarb sich vorzüglich durch seine H^der^d^ äo lg. ^i'2iie6« (Par. 1560 u. öfter) einen Namen.
Noch bekannter aber ward er 1564 durch feine Ver teidigung der Universität gegen die Ansprüche der Jesuiten auf alleinige Leitung des Unterrichts. Den Rechtsstreit entschied ein Parlamentsbeschluß vom 5. April 1565 dahin, daß zwar die Jesuiten die Erlaubnis zur Eröffnung ihrer Schule erhielten, die Sache aber weiterer Beratung vorbehalten wurde.
1585 wurde P. Generaladvokat bei der Rechnungs kammer und 1586 Deputierter bei den Generalstaaten in Blois. Erstern Posten legte er 1603 nieder und lebte bis zu seinem Tode 30. Aug. 1615 nur den Musen. Seine gesammelten Werke erschienen am vollständigsten Amsterdam 1723, 2 Bde.; eine Auswahl gab Feugere (Par. 1849, 2 Bde.) heraus.
*Passenni, Luigi, ital. Gelehrter, geb. 31. Okt.
1816 zu Florenz, studierte die Rechte, ward dann bei der Archivverwaltung und der Adelsdeputatiou daselbst beschäftigt, 1856 Direktor der Staatsarchive, 1871 Direktor der Nationalbibliothek; starb 13. Jan.
1877 in Florenz. P. verfaßte zahlreiche Schriften zur Geschichte seiner Vaterstadt und deren berühmtester Familien, so: die »storia äs^ii 3ta.di1im6Uti äi bt> I16ÜL6I12K 6 ä'i8tru2il)N6 6i6M6titar6 Flktuit I. äi I?i-1-6U26« (1853); »(Xiriositä. 8t0i'i0-Hlti8ticti6 iiolMtiu6« (1866 75); »1^6 armi äei ummoi^ toseaiu 111u8ti'lU6« (1864); »Hlari^tg. äk' Ricci, 0VV6ro I^-1-6N26 9.1 t6iup0 ä6i1' H886äio« (1841); »Genealogie der florentinischen Familien« (1858ff.); »I^diblio<>laüa. äi N. H.. Vnonki'i'oti« (1875); auch beteiligte er sich an der Fortsetzung von Littas »^mi Alio osledii ita1ig.u6« und an der Herausgabe toscanischer
Urkundenwerke.
*Paffy, Hippolute, Nationalökonom, geb. 16. Okt. 1793 zu Garches-Villeneuves bei St.-Cloud, ging zum Militär, wurde aber nach dem Sturz des ersten Kaiserreichs verabschiedet, ward dann Mitarbeiter an mehreren Blättern und Mitbegründer des »^ationai«. Als Mitglied der Deputiertenkammer 1830 gehörte er den gemäßigten Liberalen an, wurde wiederholt Minister und 1843 Pair. Er schrieb unter andern: »Ve8 LMömeg äs culturö et äs leur in-