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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Pavet de Courteille - Pelzwaren
friesland (Schleswig), studierte seit 1866 in Erlangen und Berlin, ließ sich an der letztern Universität als Dozent nieder und ward dort 1878 außerordentlicher Professor für Philosophieund Pädagogik.
Nis Schriftsteller erregte P. namentlich Aufsehen durch seine historisch-kritische Behandlung des höhern deutschen Unterrichtswesens, die im wesentlichen auf Empfehlung des heutigen Realgymnasiums hinausläuft. Er schrieb: »Versuch einer Entwickelungsgeschichte der Kantischen Erkenntnistheorie« (Leipz.
l.875); »Gründung, Organisation und Lebensordnungen der deutschen Universitäten im Mittelalter« (in v.Sybels »Historischer^eitschrift«,Vd.45,1881); »Geschichte des gelehrten Unterrichts auf den deutschen Schulen und Universitäten vom Ausgang des Mittelalters bis zur Gegenwart« (das. 1885); »System der Ethik mit einem Umriß der Staats- und Gesellschaftslehre« (das. 1889); »Das Realgymnasium und die humanistische Bildung« (Verl. 1889).
Pavet de Courteille, Abel Iean Baptiste, franz.
Orientalist, starb 13. Dez. 1889 in Paris.
*Pawlodar, Kreisstadt in der Provinz Semipalatinsk des Generalgouvernements der Steppe, Russisch-Zentralasien, am Irtisch, mit (is8i) 2263 Ginw.
Payerne, d88«) 3673 Einw.
^Payn lipr. dehn), James, engl. Romanschriftsteller, geb. 28. Febr. 1830 zu Cheltenham in der Grafschaft Gloucester, lebt in London. Aus der langen Reihe feiger feit 1853 erschienenen Romane, die sich der wachsenden Gunst der Lesewelt erfreuten, nennen wir: >I^08t 3ir 21^88111 ß^d6lä«, »V)' prox^«, »Hi^ii
8pil-it8«, »H. s!0UÜl1^Uti^1 HA6Ilt«, ->^. P61't6et
ti'6t^8Ul6«, »^Vallkl's ^0rä«, ^rom 6XÜ6«, > ^ ^r^p6 tloiu 3. tdoru«, »Xll«, >^ll^6 Iißir s)t'tk6 ^2,68« und als die neuesten:><^I0^-V?0I'IN tg.l68« (1887,3Bde), »N^Lt^otNilw'iässk« (1888). Auch veröffentlichte er »^Nsiar^ l6c0l1ecti0N8« (1884) und gesammelte Essays, wie »Homs priv^tL vi6^v8« (1882) und »Ho1i6a7-ta8k8« (1887).
Pazmany, Peter, Kardinal. Vgl. Fratnöi, ?. i>6t6i- 68 k0i-a (Budap. 1868-72, 3 Bde., ungarisch); Schwicker, Peter P. (Köln 1888).
*Paz Soldan, Mariano Felipe, peruan. Geograph, geb. 22. Aug. 1821 zu Arequipa aus altspanischem Geschlecht, studierte Rechtswissenschaft in Lima, erhielt schon 1844 eine Richterstelle in Cajamarca und erwarb sich nach einer 1853 unternommenen Studienreise nach den Vereinigten Staaten Nordamerikas große Verdienste um die Reform des peruanischen Gefängniswesens. Zum Minister der öffentlichen Arbeiten und des Unterrichts ernannt, widmete er sich neben seinen Berufsgeschäften, denen Peru viele nützliche Unternehmungen verdankt, besonders dem Studium der Geographie seines Vaterlandes. Er förderte dieselbe wesentlich durch seine »dk OAr Ätia äei I^ru« (1861, mit Atlas), besonders aber durch ein geographisch - statistisches Lexikon von Peru (1877), dem die Üi^oria äei ?6iu inäkpsn<ii6Nt6 ä6 1819 5 1827« (Lima 1868 - 70) vorausgegangen war. Der Krieg mit Chile, der viele seiner Schöpfungen zerstörte, nötigte ihn zur Flucht nach Buenos Ayres, wo er eine Professur an der Universität erhielt u. sich an der Bearbeitung eines geographischen Lexikons der Argentinischen Republik beteiligte. Auch schrieb er während seines Exils eine Geschichte des peru-chilenischen Kriegs, nach dessen Beendigung er nach Lima zurückkehrte, wo er 31. Dez. 1886 starb.
Er war Ehrenmitglied der Londoner R.0M1 (560» ^rapilioNi »oeiet?. - Auch sein Sohn Carlos, mit dem er 1879 die nur kurze Zeit erschienene »Hsvistg.
^6lug.ua« gegründet hatte, hat den Ruf eines tüchtigen Geographen und Linguisten.
*Pedersen, Christiern,dän Gelehrter und Schriftsteller, geboren um 1480 zu Svendborg auf Fünen, ward 1505 Kanonikus in Lund, sodann nach einem längern Aufenthalt in Paris Pfarrer in Helsinge auf Seeland, in welcher Stellung er sich mit Begeisterung der Sache der Kirchenreformation zuwendete. Er starb 16. Jan. 1554. Durch seine »,l6i't.6A6U8 ?o-8tili6 < (Par. 1515, Leipz. 1518) und seine Übersetzung des Neuen Testaments (Antw. 1529 u. öfter), durch seine Teilnahme an der sogen. Christians III. Bibel von 155)0 und zahlreiche religiöse und Volksschriften, durch seine Übersetzungen von Oarolns Kg^im^ »Noi^r vanßk«« :c., welche Brandt und Fenger sammelten (Kopenh. 1850-52,4Bde.), endlich durch seine historischen Arbeiten, wie die Ausgabe von Saros »Dg>nm3.i'1i8 Xrmiikk«, die er zum erstenmal in Druck gab (Par. 1514), und durch die ersten medizinischen Bücher, die in Dänemark gedruckt wurden, hat er sich solche Verdienste um die Sprache und Litteratur seines Vaterlandes erworben, daß er als ihr Begründer gilt.
Pedro, 2) Dom P. d'Alcantara, Kaiser von Brasilien, ward durch die Revolution in Rio (15. Nov. 1889) entthront (vgl. Brasilien, Bd. 17). Er verließ Brasilien, ohne auf den Thron zu verzichten, u. begab sich zunächst nach Portugal, wo seine Gemahlin Therese Christine Maria 28. Dez. 1889 in Porto starb. Obwohl P. infolge seiner Uneigennützigkeit und Freigebigkeit gar kein Vermögen besaß, verweigerten ihm die neuen brasilischen Machthaber jede Entschädigung. Vgl. Mosse, I>)m I>. II, ?mpki'?ur ä? Rr^ 8Ü (Par. 1889).
"Heine sspr. pihrs uder pörö), Benjamin, Mathematiker, geb. 4. April 1809 zu Salem in Massachu^ setts, seit 1833 Professor der Mathematik und Natur^ Philosophie und seit 1842 Perkins Professor der Astronomie am Harvard College zu Cambridge, seit 1849 beratender Astronom für die amerikanischen Ephemeriden, für welche er 1853 die »^ad!68 ot tt^ inoon' berechnete, auch seit Baches Tod (1867) oberster Leiter der Küstenvermessung der Vereinigten Staaten; starb 6. Okt. 1880. P. ist auf verschiedenen Gebieten der reinen und angewandten Mathematik thätig gewesen. Hervorzuheben sind sein »8^8t6m of emnl^iio in6odg<me8« (1855), Lehrbücher der Algebra, der ebenen und körperlichen Geometrie sowie seine Schriften über Akustik, Potenzialphysik, lineare associative Algebra und analytische Morphologie.
Auch lieferte er Arbeiten über den Neptun und Saturn (1852). Vgl. King, Ilen^'. ?., a memorial 00ii6ctiou (Cambr. 1881).
"Pendelsäge, s. Holzbearbeitung (Bd. 17).
"Pelletierin (^Hi IO, Ulkaloid der Granatwurzelrinde, bildet eine farblose Flüssigkeit vom spez. Gew.
0,9«8, löst sich in Wasser, Alkohol und Äther, siedet bei 195", bildet Salze, von welchen das gerbsaure, ein amorphes, gelbliches, geruchloses Pulver von zusammenziehendem Geschmack, in 700 Teilen Wasser, leichter in Alkohol löslich ist und als Bandwurmmittel benutzt wird. Neben P. enthält die Granatwurzelrinde noch drei andre ähnliche Alkaloide, welche wie P. in größern Dosen giftig sind.
Pelzwaren werden durch Unterschiebungen minderwertiger oder auf künstlichem Weg veränderter Pelze gefälscht. Die Erkennung solcher Unterschiebungen ist nicht immer leicht und bietet bisweilen selbst dem Fachmann Schwierigkeiten. Die größte Sicherheit gewährt in den meisten Fällen das Mikroskop. Da-