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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Registerdefekte - Reichemberg
liöll), der in manchen Er.enlplaren die Länge von nahezu 2 lu erreicht. Erscheinung und Anatomie dieses Hl6«'«8cc>1iäe5 au8ti'lüi3 genannten Riesenregenwurms ist im I. 1888 von Professor Balduin Spencer in Melbourne beschrieben worden, und wir erfahren, daß er in manchen Küstenstrecken sehr liäufig ist und seine Erdgänge vielfach mit Land-Nnööen teilt, die eine ähnliche auflockernde und befruchtende Wirkung auf den Boden ausüben (s.Krablien, Bd. 17). Über den Eingängen trifft man 30 s-m t, ohe Erdhügel, doch läßt Spencer unentschieden, ob dieselben der Krabbe oder dem R. zuzuschreiben sind.
Man erkennt das Vorhandensein des Regenwurms in einem Boden schon an den schlürfenden und gurgelnden Tönen des unter den Schritten des Menschen die Flucht ergreifenden Tiers, das bloß unter gewissen Vorsichtsmatzregeln unverletzt aus den nur 1?-3 cm weiten Röhren herauszubringen ist, weil ».r sich durch abwechselnde Anschwellungen des Körpers an den verschiedenen Teilen bewegt und in seiner Röhre festhält. Außerhalb der Röhre macht oas schlüpfrige, über mannslange Tier einen unbeholfenen Eindruck, und man ahnt nicht die Schnelligkeit, mit der es sich in seinen Röhren bewegen kann.
In die Hand genommen, zieht sich der start kreosot artig duftende Wurm kräftig zusammen und wirft aus seinen Hautporen Strahlen einer milchigen Flüsnakeit mehrere Zoll hoch empor, was ihm offenbar nicht allein zum Schlüpfrigmachen der Röhrenwandungen, sondern auch als Verteidigungsmittel dient, denn Vögel weigerten sich, den lebenden wie den toten Wurm zu berühren. Der tote Körper zerfließt bald zu einer öligen Flüssigkeit, welche die Eingevornen als vorzügliches Mittel gegen Rheumatismus
rühmen.
In zoologischer Beziehung ist die Bemerkung Spencers interessant, daß diese Riesenerdwürmer Südafrikas, Südasiens und Australiens gewisse anatomische Eigentümlichkeiten ausweisen, .die es wahrscheinlich machen, daß sie die letzten Überreste eines (.inst über die ganze Welt verbreiteten Riesengeschlechts ausmachen, von denen die kleinen Regenwürmer unsrer Zonen verkümmerte Abkömmlinge darstellen. Sie teilen nämlich mit den niedriger stehenden Plattwürmern noch das Netzwerk kleiner Fusfcheidungskanäle, welches sich von'Segment zu Segment durch den ganzen Körper hinzieht. Bei den höhern Ringelwürmern, zu denen unser R. (I<umdriou8) gehört, ist dieses Ausscheidungsnetzwerk durch je zwei röhrenförmige Nierenkanäle in jedem Segment ersetzt; bei den Riesenerdwürmern finden sich eben solche Segmentnieren, aber nur in den hintern Körperabschnitten und noch in Verbindung mit dem erwähnten Netzkanalsystem, so daß sie Änfangsstufen dieser den höhern Würmern eigentümlichen Bildung darbieten. In den Gängelt wurden die 3 - 5 c;in langen, je nach dem Alter lichtgelben bis dunkelbraunen Kokons des Wurms, die von einer dünnen, aber zählederigen Haut umschlossen und an einem Ende mit einem deutlichen stielartigen Fortsatz versehen sind, gefunden.
-Megifterdefelte, s. Rechnungsdefekte (Bd. 17).
Regnier, 1) Mathurin, franz. Dichter. Vgl.
Cherrier, Lidliox-i-Hp Iue ä6 N. It.. (Par. 1889).'
^Regulierte Gesellschaften hießen im 16., 17. und 18. Jahrh, solche Handelsgesellschaften, welche sich für größere gewagtere Handelsunternehmungen nach gefährdeten, insbesondere nach überseeischen, Ländern in der Art bildeten, daß zwar alle sich einer gemeinsamen polizeilichen Ordnung unterwarfen und
auch gemeinsam die für die gemeinschaftlichen Zwecke, insbesondere für Schutz gegen Angriffe, erforderlichen Kosten deckten, daß aber im übrigen jeder Teilnehmer seine Selbständigkeit behauptete und nur auf eigne Rechnung seine Geschäfte trieb.
'Meichard, 2) Paul, Afrikareisender, geb. 2. Dez.
1854 zu Neuwied am Rhein, studierte auf dem Polytechnikum in München, trat aber bald in das kaufmännische Geschäft seines Vaters ein. Schon lange von dem Wunsch erfüllt, Afrika zu durchforschen, schloß er sich, als die Afrikanische Gesellschaft in Deutschland mit Unterstützung des Deutschen Reichs und des Königs der Belgier im äquatorialen Ostafrika eine Station zu wissenschaftlichen Zwecken zu gründen beschloß, bereitwilligst unter einer Beisteuer non 50,000 Mk. der Expedition als Freiwilliger an, welche 1880 unter Führung des Hauptmanns Schöler mit Kaiser als Topographen und Böhm als Zoologen Deutschland verließ. Ende Juli fand der Abmarsch mit 235 Trägern und 30 Askari von Bagamoyo statt, im November wurde in Unjamwesi die Station Kakoma angelegt, die man aber schon nach 9 Monaten nach Igonda, der weiter nordwestlich gelegenen.Hauptstadt von Uganda, verlegte. Abrr auch dieser Platz erwies sich für die Zwecke der Expedition als ungeeignet, man beschloß nun, einen passendern weiter westwärts zu suchen. Kaiser brach 1. Sept. 1882 auf, starb aber kurz darauf am Rikwasee. Darauf ging R. mit Böhm nach Karema, gründete, während dieser krank war, die Station Mpala an der Lufukomündung am Westufer des Tanganjika. Darauf drang R. mit Böhm durch die Landschaft Katanga, die vom Häuptling Msiri beherrscht wird, in südwestlicher Richtung bis gegen den 26." östl. L. v. Gr. vor, wo sie den Ugambasee entdeckten und Böhm 27. März 1884 starb. R. versuchte nun, Katanga in südlicher Richtung zu durchwandern, um zu den Quellen des Lualaba und Lufira zu gelangen, wurde aber durch die feindlichen Warambo zur Umkehr gezwungen und wandte sich nun nach Unkäa, der Residenz Msiris, der jetzt aber feindselig auftrat, so daß R. nur mit Waffengewalt und unter den größten Beschwerlichkeiten und Gefahren seinen Rückzug nach dem Tanganjika ausführen konnte. Leider mußte N. in einem gefährlichen Augenblick alle Sammlungen verbrennen lassen. Am 30. Nov. gelangte R. zum Tanganjika, setzte 18. Febr. 1884 nach Karema über und kehrte von dort über Igora und Tabora nach Sansibar und von da nach 5^jähriger Abwesenheit nach Deutschland zurück. Hier suchte er im Februar 1886 um das Protektorat für die von ihm westlich vom Tanganjika gemachten Landerwerbungen nach, doch konnte die Reichsregierung diesem Wunsch nicht entsprechen, da das betreffende Gebiet in den Bereich des Congostaats gehört.
Reichemberg, Sufanns, franz. Schauspielerin, geb. 7. Sept. 1853 zu Paris, empfing frühzeitig den Unterricht Augustine und Madeleine Brohans und trat 1867 in das Konservatorium, auf dem sie sich den ersten Preis errang. Am 14. Dez. 1868 debütierte sie auf dem Theätre-Francais als Agnes in Molieres »Schule der Frauen< und wurde 18/A Societaire des genannten Instituts. Sie ist eine vorzügliche naive Liebhaberin, deren Spiel sich durch Wärme der Empfindung auszeichnet. Ihre besten Schöpfungen sind das Susel in Erckmann-Chatrians Komödie »Freund F"itz«, die sie im Dezember 1876 zum erstenmal spielte, und die Blanche in Nugiers Fourchambault< (1373).