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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Sankt Gallen - Sattler
Santt Gallen, Kanton, (1535) 229,441 Einw.; Stadt, (1888) 27,842 Einw.
*Sankt Peter, Dorf in der preuß. Provinz Schleswig-Kolstein, Kreis Eiderstedt, hat eine evang. Kirche, ein Seebad und (1885) 869 Einw.
Sansibar. Der Sultan Seyid Kalita starb 13. Febr. 1890. Ihm folgte sein Bruder Seyid Ali.
Santipur, Stadt im Distrikt Nadiga der britisch-ind. Provinz Bengalen, anr Hugli, mit (1581) 29,687 Einw. (20,701 Hindu, 8945 Mohammedaner), einer sehr bedeutenden Baumwollindustrie und besuchten Bädern. Ein jährlich hier zu Ehren Krischnas gefeienes Fest mit dreitägiger Messe versammelt an 25,000 Personen.
^Saora (Saoria), die pfefferähnlichen, geruchlosen, leicht kratzend schmeckenden Steinfrüchte eines zu den Mnrsinaceen gehörenden, abessinischen Strauchs, HIk68N Mtt; Äoc'/l3f.> werden als Bandwurmmittel
benutzt.
k Äi'ciua. Über die Formen dieser für die Gärungstechnik wichtigen Bakteriengruppe wurden im gärungswisfenschaftlichen Laboratorium zu Berlin Untersuchungen angestellt, aus welchen ein größerer Formenreichtum und eine stärkere Verbreitung derselben hervorgeht, als bisher bekannt war. Durch die Methode der Reinkultur auf Fleischsaftgelatine, Malzextraktgelatine, Agar-Agar, in Heudekokten :c. wurde die Entwickelung der Formen genau festgestellt und außer zwei bereits bekannten Arten ls. ro863. <3o/i)'öte?' und 8. ün.va. ^6 6«?-//) noch drei neue, im Brauereibetrieb auftretende Spezies gefunden.
Die für die Gattung 8. charakteristische Paketform trat bei der im Berliner Weißbier beobachteten orangefarbenen 8. !i, ui'A.ntiac^ nur bei Heudekoktkultur auf, während eine in Malzmaischen häufige, sehr große Art (3. maxima) ganz ähnliche Pakete wie die im Mageninhalt vorkommende 8. ventricmii bildet; die dritte Art, die durch ihre Zooglöaform von milchweißer Farbe ausgezeichnete 8. «^iniiciii, kann mehrere Generationen hindurch die Paketbildung unterlassen. Der Gattung 8. verwandte Arten von 1^6lliococcn« wurden ebenfalls untersucht; eine der häufigsten Ursachen für die Trübung des Biers bildet l^6äi<>(X)c!0Uü c6i'6vi8ia6 Aa/c'/c^ welcher auch das sogen. Langwerden oder Fadenziehen des Weißbiers zu bedingen scheint. Eine zweite Art (?. 3.ci<li lao Nei) verursacht in Malzextraktlösungen Milchsäurebildung und ist identisch mit den bei der Säuerung der Hefe auftretenden Kugelbakterien; sie gedeiht bei Luftabschluß am besten, während ?. C6i'6vi8iil6 Luftzutritt kaum entbehren kann. Vgl.Lindner, Dieser<'irm-Organismen der Gärungsgewerbe (Berl. 1888).
Sargans, d«88) 873 Einw.
"Sana (Soso), Tributärstaat des Reichs Sokoto, im Sudan (Nordafrika), etwas nördlich vom 11." nördl. Vr., grenzt im O. und SO an Bautschi, im NO. an Kano und Katsella, im Süden an den Binue, im W. und SW. bilden noch unabhängige Heidengebiete die Grenze. Die gleichnamige Stadt, welche früher viel volkreicher gewesen sein muß, jetzt aber nur 40-50,000 Einw. hat, umfaßt einen ungeheuern Flächenraum und ist von einer verfallenen Lehmmauer mit mehreren Thoren, die durch Holzthüren verschlossen werden können, und einem gleichfalls halb verschütteten Graben umgeben. Im Innern befinden sich einige niedrige Felshügel sowie viele öde und sumpfige Flächen und Felder. Hervorragende Gebäude sind der Palast des Königs und eine Moschee, beide aus Lehm, die übrigen Häuser sind niedrig, die Straßen eng, aber mit Regenrinnen
Mcycrs Koiw.-^Mn. 1. Aufl.. XVII. Bd.
aus gebrannten Thonröhren. Der Markt ist sehr bedeutend und täglich stark besucht: Haupthandelsartikel sind: Salz aus Bautschi, Feldfrüchte, Butter, Milch, Schlachtvieh, Sklaven, Pferde, Esel, Arzneien, Zeuge, Glas, Perlen. Größere Zahlungen werden immer in Sklaven gemacht. Von Industrien sind erwähnenswert: Weberei, Flechterei, Färberei, hervorragend sind die Schmiedearbeiten, Gießerei, Formerei, Anfertigung von ledernen Schwertscheiden.
! Der Sultan von S. ist dem Herrscher von Sokoto untergeordnet, welcher einen ihm direkt unterstehenden Beamten in der Stadt hält.
Sarmiento, Domingo Faustino, argentin.
Staatsmann, geb. 13. Febr. 1811 zu San Juan, flüchtete nach dem verunglückten Aufstand gegen Rosas und Quiroga nach Chile, wo er als Journalist thätig war und eine Normalschule für Lehrer gründete. Der Minister Montt sandte ihn 1845 nach Europa, um das dortige Schulwesen kennen zu le^ nen, und S.machte hierdie Bekanntschaftvon Cobden, Guizot und Humboldt. 1847 verließ er Europa und kehrte nach Chile zurück, wo er Zeitungen gründete, in denen er Rofas'Regierung bekämpfte. Als Urquiza 1851 gegen denselben zog, schloß sich S. ihm an und ließ sich nach dem Sieg bei Monte Caceros in Buenos Ayres nieder, wo er eine Zeitung: »1^08 ^.U8.i68 ä^ 1^ ^änc^ciim (^oiinin«, gründete, 1857 Direktor der ersten Unterrichtsbehörde, 1860 Senator und 1861 Unterrichtsminister wurde. 1861 ward er Minister des Innern, 186^ Gouverneur von San Juan, 1864 Gesandter in Chile und 1865 in Washington. 1865 bis 1874 war er Präsident der Argentinischen Republik, brachte den Krieg mit Paraguay zum glücklichen Ende, legte Eisenbahnen und Telegraphen an, errichtete zahlreiche Schulen, in jeder Provinz ein Nationalkolleg uud gründete das Nationalobservatorium. Seit 1874 Senator und Redakteur der Zeitung »N1 ^6n«m'«, starb er 12.Sept.1888 in Asuncion. Er schrieb: ^OL ia eäuelicion populär« (Santiago 1848); »Vi:^68 por i^ui'o M, ^triel^ ^^ ^.merida« (1848); HiLmoi'i^ 80di'6 in8c.i'U0ci(m piimiiiia« (1849); »^r-Firopolitz (> 1a, (npiwl cls los ^Wäo8 ^out'eäsraäoz < (1850, franz. 1851); »Oiviii^^wii^dai'dki'is, 0^> cuuäo (imroo-g^^likl)« (1851, franz. 1853); »Viä<l ä6 ^drim I^ncolu« (New York 1866) und »I.Ä81^ 0U6ik8, 1)286 (16 Itt. I>1'08P6I'i(1iUl 611 108 ^8tHä<»3
Uni.l08« (1868).
*Sars, 2) Johan Ernst, norweg. Geschichtschreiber, geb. 1835 zu Kum bei Bergen, studierte in Christiania, wurde 1860 im königlichen Archiv angestellt und erhielt 186!) die Professur der Geschichte an der Universität. Er schrieb: > I^oi-A6 unä6i' I'oi-6niiiF6n iu6ä D^nmark« (1858-65/3 Bde.); »Vil-I6ä6r l'i'3. Hi8t0li6ii at' ^'c>rss6« (1872-77) und cino kürzere »H(l8iß.t c»v6i' ä6u H0l8k6 Hi8wii6 (1873-1887,3Bde.);Ui8t<)ri8kInäl6ämnFti1(^i'unäl0V6u (1882).. 1877-78 redigierte er mit Lieblein die >> lioxttk ^iä^ivi-itt«, seit 1882 mit Skavlan di5 X)t N<l88w'itt«.
- Satinierwalzen, Schutzvorrichtung, s. Papier (Bd. 17, S. 641).
^Sattler, Karl, deutscher Politiker, geb. 26. Jan.
1850 zu Barrel, Kreis Sulingen, besuchte 1864-69 das Gymnasium in Celle, studierte 1869-73 in Göttingen, wo er die philosophische Doktorwürde erwarb, trat in den preußischen Archivdienst, wurde Staatsarchivar in Hannover und 1886 Geheimer Staatsarchivar in Berlin. 1884 wurde er in den Reichstag, 1885 in das Abgeordnetenhaus gewählt! und schloß sich in beiden.väusern der nationalliberalen
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