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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Silber - Simon
ersten Preis der Orgelklasse. In demselben Jahr konzertierte er mit eignen Kompositionen in Amsterdam.
1850 ließ er sich zu London nieder, wo er sich in der Folge eine vortreffliche Stellung zu schaffen wußte.
S. hat sich fast auf allen Gebieten der Komposition mit Erfolg versucht, ist aber am bedeutendsten als Klavierkomponist. Seine Kompositionen sind: eine vierstimmige Messe (1866 bei der internationalen Konkurrenz zu Brüssel preisgekrönt), ein Oratorium: Ioash«, und kleinere kirchliche Chorwerke, darunter ein Magnifikat mit Orgel und Orchester, englische und deutsche Gesänge, eine Symphonie ^^ äuv, eine ^'mplimiie, dm'ies Hus, Ouvertüren, zwei Klavierkonzerte, eine schottis^e Phantasie und eine Elegie für Klavier und Orchester, ein Nonett für Streich- und Blasinstrumente, drei Klaviertrios, eine Suite für Klavier (^. woll, ^)p. 103), Klavier- und Eellostücke, viele Orgelsachen 2c. Theoretische und historische Arbeiten üoer Musik harren der Veröffentlichung.
Silber (Untersuchung). Das S. des Handels enthält stets geringe Mengen, mitunter auch nur Spuren fremder Metalle. Hebt man beim Feinbrennen des Silbers mit einem gekrümmten Eisenstab einen Tropfen des Metalls heraus, so nimmt letzterer Birnform an und zeigt kleine, durch Blei- oder Kupieroxyd verursachte Flecke, wenn das S. bereits fein ist. Reines S. löst sich in chlorfreier Salpetersäure ohne Rückstand. Bleibt ein solcher, so kann er aus Gold, Zinn, Antimon bestehen. Behandelt man ehn nach sorgfältigem Auswaschen mit Salzsäure, so bleibt Gold ungelöst, aus der ^ö, ung werden Zinn und Antimon durch Schwefelwasserstoff gelb oder orangerot gefällt. Die klare Silverlösung übersättigt m.m mit Ammoniak. Entsteht dabei eine blaue Färbung, so ist Kupfer zugegen, ein Niederschlug deuret auf Blei, Eisen, Quecksilber, Wismut. Man löst diesen Niederschlag in möglichst wenig Salpetersäure, ceilt die Lösung in vier Teile und prüft den emen mit Schwefelsaure und Alkohol auf Blei (weißer Niederschlag), den zweiten nach dem Verdünnen mit Wasser mit Rhodankalwm auf Eijen (rote Färbung), den dritten, mit etwas Salpetersäure angesäuerten 5nl durch Einhängen von blankem Kupfer auf Quecksilber (silberweiße Färbung des Kupfers), den vierten durch Verdünnen nur viel Nasser auf Wismut iwecher Niederschlug). Aus dem Filtrat von dem durch Ammoniak erzeugten Niederichlag fällt man das S. durch Salzjä'ure als Chlorsilber, filtriert, fällt vorhandenes Kupfer durch Schwefelwasserstoff, filtriert wieder, übersättigt mit Ammoniak und fällt durch Schwefelammonium weißes Schwefelzink. Zur quantitativen Untersuchung des Siloers löst uian es in Salpetersäure und titrier: mit Ehlornatrium- oder
Nhodanammoniumlösung.
Silbcrlcgicrungcn. Zur annähernden Untersuchung der S. benutzt man die Strichprobe, muß aber an irgend einer Stelle die obere Schicht des Metalls abkratzen, weil die Oberfläche durch Weißsieden silberrelcher gemacht sein kann. Zink- und Nickelgehalt der Legierung macht die Strichprobe ganz unsicher. Darf man von einem silbernen Gegenstand keine Probe zur Analyse entnehmen, so ist man auf die Ermittelung des spezifischen Gewichts angewiesen, aus welchem der Feingehalt sich berechnen läßt Diese Probe ist am zuverlässigsten bei 6-14lötigem Silber, aber auch bei sorgfältiger Arbeit kaun der Fehler 1-1/j Proz. betragen. Ganz unbrauchbar ist sie für Silberguß und wenig bearbeitete Gegenstände. Um den Feingehalt einer Silberlegierung zu bestimmen, löst man eine abgewogene Menge in Salpetersäure
und titriert mit Ehlornatrium- oder Rhodanammoniumlösung. Im Filtrat kann man das Kupfer bestimmen. Fällt man letzteres mit Schwefelwasserstoff, filtriert, übersättigt das Filtrat mit Ammoniak und fügt einige Tropfen Schwefelammonium hinzu, so entsteht bei Gegenwart von Zink ein weißer, bei Gegenwart von Nickel oder beiden Metallen ein schwarzer Niederschlag. Im letztern Fall erwärmt inan den Niederschlag. gelind mit verdünnter Salzsäure (1 Salzsäure, 4 Wasser), filtriert, übersättigt mit Ammoniak und fügt Schwefelammonium zu; bei Gegenwart von Zink entsteht ein weißer Niederschlag.
Silberne und versilberte Gegenstände geben beim Betupfen mit einem Gemisch von gleichen Teilen rotem chromsaurem Kali und reiner Salpetersäure einen roten Fleck (durch Waschen mit AUohol muß ein etwaniger Lacküberzug vorher entfernt werden).
Auf amalgamierter Metallfläche entsteht ein rötlichbrauner Niederschlag, der sich mit Wasser abspülen läßt; auf Platin erfolgt keine Einwirkung; bei Neusilber färbt sich die Flüssigkeit braun, und nach dem Abspülen zeigt sich kein röter Fleck; auf Britannia^ metall entsteht ein schwarzer Fleck. Eine leichte Ver! silberung erkennt man auf folgende Ne M. Man rei nigt den Gegenstand mit Alkohol und Äther, betupft ihn mit einem Tropfen einer 1,5proz. Lösung von> Zweifach-Schwefelnatrium und spült nach etwa 10 Minuten ab. Auf der schwächsten Versilberung entsteht ein stablgrauer Fleck, während keine andre weiße Legierung diese Erscheinung zeigt; höchstens tritt am Rande des Tropfens ein Ring auf. Amalgamiertes Kupfer wird durch Schwefelnatrium schneller ge-ärbt, und der Farbentcn rst ein mattschwarzer. Üm aus versilberten Gegenständen die Menge des Silbers zu bestimmen, behandelt man sie mit gelind erwärmter Salpetersäure, bis die Silberschicht gelöst ist, spült mit Wasser, verdampft den Überschuß der Säure, verdünnt mit Wasser und fällt das Silber als Chlor
silber.
*Siliwri (griech. Selymbria), Hauptort eines Kasa im turk. Sandschak Tschataldscha, am Marmara meer, 55 km westlich von Konstantinopel, mit mittel alterlichem, verfallenem Kastell und 35()0 meist griech. Einwohnern, welche Handel, Fischerei, Schiff fahrt und Weinbau treiben. S. ist Sitz eines arie chischen Erzbischofs und nimmt die Stelle des antiken,^ ursprünglich thrakischen, später von Doriern aus Me! gara kolonisierten Selymbria oder Selybria ein,! dessen Name den mittelalterlichen, Eudoxiupolis, verdrängt hat.
*Tim0ll, 8) Eduard, franz. Schriftsteller, geb.
7. April 1tt24 zu Berlin, widmete sich zuerst der buchhändlerischen Laufbahn, ließ sich aber 1846 in Paris nieder und beschäftigte sich nut dem Studium der französischen Sprache und Litteratur, dann der politischen Zustände besonders in Demschland, wodurü» er mit angesehenen Mannern, wie Thiers, Remusat.
Tocqueville u. a., in nähere Beziehungen trat. Seit 1872 redigiert er das bedeutendste' diplomatische Organ. das»N6inl)riNi«ljj)l0MHUyu6«. Semefchrift stellerische Thätigkeit war besonders darauf gerichtet, den Franzosen die Kenntnis und das Verständnis der deutschen und österreichischen Dinge zu eischließen. Außer zahlreichen Aufsätzen in Zeitschriften schrieb er: »I/eiiip^kur (inili^ums «^«^ 8on l6^n6« (Par. 1886), »Hiswiie dn piiuck äe I^mai-ck« (das. 1887), »I.'sii^ei'kiii'^!6ä6i'i^« (daf. 1883) und »I/6I11P6I'<^1!' 6ui!jlium6 II« (das. 1889), welche Werke auch in englischer und deutscher Übersetzung erschienen sind.