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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Simonoseki - Skarbina
Simonoseti (eigentlich Akamagaseki), japan.
Hafenstadt, (l88?i 30,825 Einw. Der Hafen wurde 1889 dem fremden .Handel eröffnet.
^Timplezmotor, f. Dampfkessel (Bd. 17).
^Singer, 2) Paul, sozialdemokrat. Agitator, geb.
16. Jan. 1844 zu Berlin von jüdischen Eltern, 'besuchte die königliche Realschule in Berlin und trat 1858 in den Kaufmannsstand. 1869 gründete er in Gemeinschaft mit seinem Bruder eine Damenmäntelfabrik, durch welche er Vermögen erwarb. Bald schloß er sich der sozialdemokranschen Bewegung an, ward 1884 als Vertreter dieser Partei in die Berliner Stadtverordnetenversammlung und auch in den Reichstag gewählt. 1886 aus Berlin ausgewiesen, schied er auch aus dem Geschäft seines Bruders aus.
Er trat oft als Redner im Reichstag auf und befleißigte sich einer gewissen Mäßigung.
Etntöismus, die einheimische Religion der Japaner, eigentlich Sinto (»Götterweg«) genannt. Der Name Sinto kam jedoch erst mit der Einführung des Buddhismus und des Nonfucianismus in Japan auf, um ihn cben von diesen Religionen zu unterscheiden.
Die Lehre des Sinto gründet sich auf die mythologischen Traditionen, welche im ältesten Geschichtsbuch des Landes, dem Kosiki (zwischen 711 und 712 n. Chr.), enthalten sind. Der Inhalt dieses Kosiki, der heiligen Nrtunde, wurde von einem 28jährigen Mädchen, Hiyedano-Are, erzählt u. von Ono Iajumaro schriftlich festgestellt. Außerdem findet man in den zwei ersten Bänden des Geschichtsbuches Nihongi (720 n. Chr.) ungefähr dieselbe Mythologie, welche als Ergänzung Zum Kosiki unentbehrlich ist.
Nach der Mythologie erschien im Anfang der Welt ^ ein Gott Minakanushi als der alleinige Herrscher z des Zentralhimmels, und dieser wird später von den ! Sintoisten als Schöpfer angesehen. Nach ihm kamen > noch zwei Götter der erzeugenden Kraft. Takami-! musubi und Kamimusubi, welche mit dem voryer erwähnten die drei Stammgötter bilden und noch gegenwärtig zu den höchsten Gottheiten gerechnet werden. Alle drei verschwanden aber nach dem Kosiki von selbst, nachdem sie eine Zeitlang im Himmelreich verweilt hatten. Sodann entstand in der Mitte des Chaos ein Gott Ashikabi, und nach ihm trat Amenotokotachi ins Dasein. Auf diese Fünfzahl von Göttern erschienen 12 andre Gottheiten, von denen der Gott Isanag i und die Göttin Is an am i, das erste Ehepaar, das zahlreiche Inseln und Nachkommen erzeugte, die hervorragendsten sind. Als Isanami aber den Gott des Feuers erzeugt hatte, wurde sie durch letztern verbrannt und ging nach der Unterwelt, wohin ihr Gatte sich begab, um sie wieder nach der Oberwelt mitzubringen. Als Isanagi sich in einer Flußmündung wusch, um sich vom Schmutz der Unterwelt zu reinigen, entstanden unter andern die Sonnengöttin Amaterasu, der Mondesgott Tsukuyomi und der Gott der Geschwindigkeit, Susanoo. Die Sonnengöttin, deren Tempel sich jetzt in Iamada in der Provinz Ise befindet, wird als die allerhöchste Gottheit angesehen und mit der wirklichen Sonne völlig identifiziert. Sie ist die Stammmutter aller Herrscher Japans, die deshalb ebenfalls zu den Gottheiten erhoben wurden. Nach dem Kositi beträgt die Anzahl der Götter des Sintokultus 8 Mill., nach dem Nihongi 80,000. In ganz Japan gab es 1862: 278,556 Sintotempel und 14,958 Sintopriester. Die Ethik der Sintoisten besteht in der körperlichen und sittlichen Reinheit, letztere wird insbesondere durch die Reinhaltung des Leibes gefördert. Die religiösen
Anschauungen über das Leben nach dem Tod sind wie bei andern Religionssystemen. Sie unterscheiden drei Welten: die gegenwärtige, d. h. irdische, die überirdische oder himmlische und die unterirdische.
In die himmlische Welt werden die guten und reinen Seelen versetzt, während die bösen in der Unterwelt ewig bleiben sollen. Der S., eine Verschmelzung von Ahnenkultus, Heldenkultus und Naturkultus, ist ein ausgesprochener Polytheismus und durchaus nicht ein Monotheismus, wie einige bisher behaupteten.
Vgl. Satow, 1^6 revival ok PM6 8limto (Jedo 1876); Rosny, 1.3. i^ii^ion äsg ^kpouais (Par.
1881); Pfizmaier, Die Sintobannung des Geschlechts Naka-tomi (Wien 1876).
in der Moldau aus einem alten Adelsgeschlecht, machte seine Studien in Bukarest, war dann nacheinander Direktor der Archive in der Moldau, Richter am Appellhof in Bukarest, Direktor der Tabaksregie und ist gegenwärtig Sekretär der Akademischen Gesellschaft in Bukarest. Von seinen Originaldichtungen erwähnen wir: »Plewna, ein Drama in Versen, das einen großen Erfolg erzielte, und das Lustspiel Deputierter und Kandidat. Außerdem übersetzte er Stücke von Milton, die »Zaire« von Voltaire, »Athalie« und »Phädra« von Racine, den »Horatius'< von Corneille, »Misanthrop < von Moliere u. a.
*Siraudin (ipr. ssirodäng), Paul, franz. Lustspiel dichter, geb. 1812 zu Paris, arbeitete schon von 1835. an für dle Bühne, der er zum Teil allein, zum Teil als Mitarbeiter andrer eine große Anzahl Stücke: Vaudevilles, Lustspiele, Parodien und Opernbücher, gab, von denen die meisten im Palais-Royal und den Varietes gegeben wurden. 1860 ließ sich S. als Kon ditor in Paris nieder, was in der Presse großen Lärm machte; aber seine kommerziellen Beschäftigungen haben ihn keinen Augenblick abgehalten, für die Bühne thätig zu sein. Seine bekanntesten Stücke sind: I^N6 taetion äs uuit> (1842), »l^u vo^a^k 6N K8P3AU6« (1843), »Un6 1il8tl)ii6 ä6 voieulS" (1846), »^i Hucliiik« (1851), »1.6 migautblopß et.
I'^uvkr^uat« (1852), »l Hu mari qui roii Üe« (1854), »1^66 äeux ti'tt Mius« (1tt58), »I?ou?o?o« (1860), »1.68 Ilinnnnkurs« (Vaudeville), »1.6 prämier Fk> laut« (komische Oper), »1>ar^6nt. jg.it ^sur (1861),
«1.68 l6MM^8 86!'l6U868« (1864), »1.6 1)6wA6'
(Feerie, 1tt65), »168 id668 äs Ü6Hue0,u6t> (1V67), »i'Äui! laut i't^ter« (1868), »Hialldorou^ 8'en va-t-eu Lusrrs« (1868). Er starb 8. Sept. 1883 in
Enghien.
*Sitapur, Division der britisch-ind. Provinz Nordwestprovinzen und Audh, in letzterm gelegen, 19,567 ykm (355 QM.) groß mit (ititw 2,777,803 Einw. (87,5 Proz Hindu, 12,3 Proz. Mohammedaner). Die Dlvijion besteht meist aus ebenem Land, nur der nordwestliche Teil ist gebirgig. Dort bildet das Tarai einen sehr ungesunden, sumpfigen Landstreifen. Die bedeutendsten Flüsse sind Gogra, Ganges, Ramganga, Garro, sämtlich mit Booten befahrbar. Hauptprodukte sind: Weizen, Reis, Ölsaaten, Zuckerrohr, Baumwolle, Mohnzur Opiumgewinnung, Indigo. Der Distrikt leidet oft von Überschwemmungen und Dürre und infolgedessen durch Hungersnot.
Die gleichnamige Hauptstadt hat 18,544 Einw.
"Etarbina, Franz, Maler, geb. 24. Febr. 1849 zu Berlm, studierte auf der dortigen Kunstakademie und bildete sich dann weiter nach dem Vorbild A.
Menzels zum Zeichner und Maler aus, welcher in humoristischen Federzeichnungen und Genrebildern aus dem modernen Leben daö Hauptgewicht auf