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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Thana - Thoma
serseite bis zum festen Felsen mit Steinen bekleidet, während Krone und Luftseite dann abgepflastert werden. Ähnliche kleinere Anlagen daselbst sind: das Fischbödle, der Altenweiher, der Forellenweiher, der Danensee, der Schwarze und Weiße See. Von ältern, durch Industrielle daselbst angelegten Staubecken sind zu erwähnen der Sternsee und Neuweiher im Dolbethal und der Belchensee im Gebweilerthal. Im Gebiet der obern Wupper sind im Bau begriffen, bez. in Aussicht genommen eine T. im Brucherthal mit 2,5 Mill. cbm Inhalt und 69 km Niederschlagsgebiet, im Beverthal mit 2,5 Mill. cbm Inhalt und 149 km Niederschlagsgebiet und im Nelsethal mit 3,1 Mill. cbm Inhalt und 119 km Niederschlagsgebiet. Die so gebildeten Sammelbecken sollen das in den wasserreichsten Monaten Oktober, November, Dezember, Januar gesammelte überschüssige Wasser zum Gebrauch während der trocknen Jahreszeit, Februar bis September, aufspeichern. Die Gesamtkosten dieser drei Sammelteiche sind zu 1,5-1,6 Mill. Mk. veranschlagt. Vgl. »Handbuch der Ingenieurwissenschaften«, Bd. 3 (Leipz. 1883).
*Thana, Distrikt in der Division Konkan der britisch-ind. Präsidentschaft Bombay, 10,989 qkm (199,6 QM.) groß mit (1881) 908,548 Einw. (88.8 Proz. Hindu, 4,6 Proz. Mohammedaner, 4,4 Proz. Christen).
Die 39,545 Christen sind fast sämtlich Katholiken, Nachkommen der von Franz lavier und seinen Nachfolgern im 16. Jahrh. Bekehrten. Der meist ebene Distrikt wird von zahlreichen Hügelketten durchzogen und bringt vornehmlich Reis, außerdem Ölsaaten, Zuckerrohr, Gewürze hervor, auch die Salzgewinnung und Fischerei sind bedeutend. Die gleichnamige Hauptstadt an der Großen Peninsular-Eisenbahn hat 14,456 Einw.
Thee unterliegt sowohl in China als in Deutschland vielen Verfälschungen, namentlich wird grüner T. häufig gefärbt. Reibt man gefärbten T. nach dem Befeuchten auf weißem Papier ab, so nimmt dies eine ausgesprochene Färbung (grün, gelb, bei schwarzem T. schwarz) an. Auch durch Absieben oder durch Einhängen eines Gazebeutelchens mit T. in warmes Wasser und Kneten mit einem Glasstab läßt sich der zugesetzte Farbstoff meist vom T. trennen. Bisweilen wird T. mit Gummilösung oder dünnem Stärkekleister befeuchtet und dann mit mineralischen Stoffen eingepudert. Derartiger T. gibt einen trüben Aufguß, aus welchem sich die Mineralstoffe bald absetzen, so daß sie weiter untersucht werden können. Meist werden zum Färben des Thees harmlose Farbstoffe angewandt, und in solchem Fall ist die Manipulation wenig zu beanstanden. Der Aschengehalt des Thees soll nicht weniger als 3 und nicht mehr als 7 Proz. betragen. Sehr häufig ist die Substituierung geringerer Sorten für bessere. Beim Einkauf von Pekko hat man auf die Zweifarbigkeit der Cylinderchen (grau und schwarzbraun) zu sehen; im übrigen kann nur Geruch und Geschmack entscheiden. Fremde Blätter werden dem T. wohl seltener beigemengt, als man vielfach annimmt. Zur Prüfung auf solche Fälschung weicht man den T. in heißem Wasser ein und breitet dann die Blättchen und Blattfragmente auf einer Glastafel aus, um an Form, Beschaffenheit des Blattgrundes und Blattrandes, Nervatur, Behaarung etc. die Blätter zu unterscheiden. Das Mikroskop gestattet, das Theeblatt an eigentümlichen Formelementen sicher von andern Blättern zu unterscheiden. Viel häufiger werden schon gebrauchte Theeblätter der frischen Ware wieder ähnlich gemacht und beigemengt. Hier entscheiden in erster Linie Geschmack und Geruch des Aufgusses. Eine Bestimmung der Hauptbestandteile muß dem normalen Gehalt annähernd entsprechen. Schwarzer T. gibt etwa 40, grüner 35 Proz. Extrakt; benutzter enthält noch etwa 10 Proz. ausziehbare Stoffe. Man kann nun den Extraktgehalt durch Zusätze erhöhen, dabei aber entsteht immer die Gefahr, daß der Geschmack allzusehr leidet. Auch die Beschaffenheit der Asche gibt einigen Anhalt zur Beurteilung. Von normaler Theeasche ist etwa die Hälfte in Wasser löslich, und in Salzsäure ist höchstens 1 Proz. unlöslich. Zur Bestimmung des Kaffeingehalts zieht man T. mit der vierfachen Menge kochendem Wasser aus, trocknet den Auszug mit so viel Kalkhydrat, wie der T. wog, ein, extrahiert den Rückstand mit Chloroform, verdunstet dies, löst den Rückstand in wenig kochendem Wasser, filtriert und verdampft.
*Therese Charlotte Marianne Auguste, Prinzessin von Bayern, geb. 12. Nov. 1850 zu München als Tochter des Prinzen Luitpold von Bayern, jetzigen Prinz-Regenten, machte wiederholt größerer Reisen durch Rußland, Brasilien, den europäischen Norden etc., die sie unter dem Namen Th. v. Bayer beschrieb in den Werken: »Reiseeindrücke und Skizzen aus Rußland«, (Stuttg. 1884) und »Über den Polarkreis« (Leipz. 1889). Sie ist Äbtissin des königlichen Damenstifts zur heil. Anna in München.
Thermometer. Über das neue Jenaer Normal-Thermometerglas s. Glas (Bd. 17).
*Thevenet (spr. tew’n´ä), Marius, franz. Politiker, geb. 1845 zu Lyon, studierte die Rechte, wurde Advokat und Munizipalrat in seiner Vaterstadt, dann Mitglied und Präsident des Generalrats des Departements. 1885 ward er in die Deputiertenkammer gewählt, in der er sich der republikanischen Linken anschloß. Im Februar 1889 trat er in das Ministerium Tirard als Justizminister ein und betrieb mit großem Eifer die Anklage gegen Boulanger und seine Anhänger, weswegen er von den Boulangisten aufs heftigste angegriffen wurde. In dem am 17. März 1890 von Freycinet gebildeten neuen Ministerium nahm seinen Posten Fallieres ein.
*Thiaudière (spr. tiodjähr), Edouard, franz. Schriftsteller, geb. 17. März 1837 zu Gencay (Vienne), machte seine Studien in Poitiers und widmete sich dann der Litteratur. Wir erwähnen von seinen Schriften: »L’apprentissage de la vie«, Roman (1861); »Un prêtre en famille« (1864); »Sauvagerie«, Gedichte und Sonette (1866); »Le désaveu du Christ« (1869); »La confédération française« (1872); sodann: »La dernière bataille« (1873) und »Voyage en Bubaterbro au pays des jolis bœufs« (1874), zwei litterarische Mystifikationen, die erstere ein angeblich aus dem Deutschen übersetztes allegorisches Epos, die andre eine politische Satire, angeblich nach dem Englischen von Lord Humour; »Les légendes bouddhisques« (1875); »Voyage de Lord Humour dans l’île Servat-Abus« (1876); »Le Dindon blanc«, politische Erzählung in Versen (1878); »M. Marin, légitimiste«, Komödie (1879); »La petite fille du curé«, Roman (1880); »La maison fatale«, Roman (1833); »La proie du néant, notes d’un pessimiste« (1885); »Trois amours singulières« (1886). 1876 gründete er die »Revue desidées nouvelles«.
*Thoma, Antonius von, Erzbischof von München-Freising, geb. 1. März 1829 zu Nymphenburg bei München als Sohn eines Leibjägers, wurde in den Klöstern Scheyern und Metten erzogen, absolvierte 1848 das Gymnasium zu Freising, studierte sodann in München katholische Theologe, war 1852 bis 1853