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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Alkalien; Allers; Allibone; Allou; Alsengemmen

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Alkalien - Alsengemmen.

reich kamen von der Einfuhr 173,630,107 Fr., von der Ausfuhr 159,438,372 Fr., auf Großbritannien bez. 7,654,088 u. 17,991,732 Fr., auf Spanien 8,475,419 und 12,481,255 Fr. Zur Ausfuhr trugen bei: die Landwirtschaft 55,4 Proz., Viehzucht 36,2 Proz., Bergbau 3,1 Proz., Waldungen 3,1 Proz. und Fischerei 1,6 Proz. Es wurden ausgeführt für 43 Mill. Fr. Wein, für 36½ Mill. Fr. Vieh, für 33 Mill. Fr. Getreide, für 21 Mill. Fr. Wolle und für 7½ Mill. Fr. Alfa. Im Verkehr mit dem Ausland liefen 1889: 4048 Schiffe von 2,404,028 Ton. ein, darunter 2396 französische von 1,595,301 T., 570 britische von 584,295 T. und nur 28 deutsche von 22,705 T. Im Küstenverkehr liefen 5509 Schiffe von 2,310,931 T. ein. Die Eisenbahnen hatten Ende 1889 eine Länge von 2805 km, die Telegraphenleitung von 9916 km.

Die Einnahmen der Kolonien genügen jetzt gerade, um die Kosten der Zivilverwaltung zu bestreiten, welche für das Jahr 1890 auf 42,915,917 Fr. geschätzt werden, während man auf eine Einnahme von 44,432,192 Fr. rechnete. In den Jahren 1830-88 überstiegen die Ausgaben die Einnahmen um 3,785,684,255 Fr. Für Kolonisationszwecke wurden 144 Mill. Fr. aufgewendet. Die in A. stationierten Truppen bilden das 19. Armeekorps, bestehend aus 4 Regimentern Zuaven zu 4 Bataillonen, 4 Regimentern algerische Tirailleurs oder Turkos zu 4 Bataillonen, 2 Fremdenregimentern zu 4 Bataillonen, 6 Regimentern Chasseurs d'Afrique, 4 Regimentern Spahis, 2 Regimentern Feldartillerie mit 24 Batterien, 9 Bergbatterien, 3 Bataillonen Festungsartillerie, einem Bataillon Ingenieure nebst Stäben, Verwaltungstruppen und Train, zusammen 1225 Offiziere und 46,795 Mann. Außer Korpsverband stehen 960 Offiziere und 1360 Mann.

Neuere Litteratur: Kobelt, Reiseerinnerungen aus A. und Tunis (Frankf. a. M. 1885); Houdas, Ethnographie de l'Algérie (Par. 1886); Leroy-Beaulieu, L'Algérie et la Tunisie (das. 1887); zur Geschichte: Vivien de Saint-Martin, Le nord de l'Afrique dans l'antiquité (das. 1863); Graham, Remains of the Roman occupation of North Africa (das. 1886); Duc de Grammont, Histoire d'Alger sous la domination turque (das. 1887); Rousset, Les commencements d'une conquête: L'Algérie 1830-1840 (das. 1887); Derselbe, La conquête de l'Algérie, 1841-57 (das. 1889, 2 Bde.); ferner das »Grand annuaire commercial, industriel, etc., de l'Algérie et de la Tunisie« (seit 1884).

Alkalien, Einfluß auf Stoffwechsel, s. Innere Medizin.

Allers, Christian Wilhelm, Maler und Zeichner, geb. 6. Aug. 1857 zu Hamburg, bildete sich anfangs zum Lithographen aus und besuchte bis zu seinem 20. Jahre die Gewerbeschule, worauf er durch F. Keller bestimmt wurde, sich der Malerei auf der Kunstschule zu Karlsruhe zu widmen, wo er vom Prof. Poeckh im Zeichnen, von Keller im Malen unterrichtet wurde. Mit Poeckh machte er auch 1880 seine erste Studienreise nach Südtirol, der später, nachdem er ein Jahr als Matrose auf der Marine gedient, zahlreiche andre nach Holland, England, Schweden, Italien und am Mittelmeer folgten. A. hat sich weniger durch Gemälde als durch einzelne Zeichnungen und zusammenhängende, mit Bleistift und Kreide gezeichnete Bilderreihen bekannt gemacht, in denen er das Leben einzelner Berufs- und Gesellschaftsklassen auf Grund scharfer Beobachtung mit naivem, frisch quellendem Humor, ohne satirische Nebenabsicht, mit liebevoll eingehender Charakteristik und feinem Schönheitsgefühl in engem Anschluß an Natur und Wirklichkeit schildert. Vornehmlich hat ihm das Treiben hinter den Kulissen von Zirkus und Theater eine große Fülle von Motiven geboten, die er in den Cyklen: Zirkus Renz, die Mikadogesellschaft, hinter den Kulissen und die Meininger bearbeitet hat. Von seinen übrigen, zu cyklischen Darstellungen vereinigten Charakterstudien sind die Hamburger Bilder, der Klub Eintracht (im Besitz der Berliner Nationalgalerie), die Spreeathener, die Hochzeitsreise durch die Schweiz und die silberne Hochzeit hervorzuheben. Alle diese Cyklen sind in photographischer Vervielfältigung erschienen. A. lebt in Karlsruhe.

Allibone (spr. allibohn), Samuel Austen, bibliogr. Schriftsteller, geb. 17. April 1816 zu Philadelphia, widmete sich früh, obgleich an die Ausübung des kaufmännischen Berufs gebunden, ernsten litterarischen Studien, deren Ergebnisse er als Mitarbeiter mehrerer Zeitschriften, insbesondere der »North American Review«, veröffentlichte. Seit 1879 ist er Bibliothekar der Lennox-Bibliothek zu New York. Sein Hauptwerk ist das dreibändige englisch-amerikanische Schriftstellerlexikon: »A critical dictionary of English literature and British and American authors« (Lond. 1853-71), das sich ebenso sehr durch seine Vollständigkeit und seinen Reichtum an interessanten Quellennachweisen wie praktische Registereinrichtung auszeichnet. Auch veröffentlichte er ein »Alphabetical index to the New Testament« (1868), die apologetische Schrift: »Union Bible companion« (1871) und zahlreiche religiöse Traktate; ferner die Sammelwerke: »Poetical quotations from Chaucer to Tennyson« (1873); »Prose quotations from Socrates to Macaulay« (1876); »Great authors of all ages« (1880) u. a.

Allou (spr. alluh), Edouard, franz. Jurist und Politiker, geb. 6. März 1820 zu Limoges, studierte in Paris die Rechte und widmete sich der Advokatur. Besonders bekannt wurde sein Name durch die glänzende Verteidigung Proudhons 1850 wegen dessen Schrift »Kirche und Revolution«, ferner durch diejenige des Bankiers Mirès 1861, des Herzogs von Braunschweig gegen Madame de Civry, Emiles de Girardin, Gambettas wegen seiner 1878 in Lille gehaltenen Rede u. a. A. gehörte zu dem Comité de la résistance légale, wurde 1882 unabsetzbarer Senator und bekämpfte als Mitglied des linken Zentrums das Ausnahmegesetz gegen die Prinzen von Orléans (1883), den Gesetzentwurf gegen die Unabsetzbarkeit der Magistratur (1883) und das Ehescheidungsgesetz (1884). Er starb 13. Juli 1888. Gesammelt erschienen seine »Discours et plaidoyers« in 2 Bänden (Par. 1884).

Alsengemmen, aus Glaspaste hergestellte Gemmen, von denen das erste Exemplar auf Alsen, weitere im Gebiet zwischen Niederrhein und Niederelbe bald als Schmuck von Kirchengeräten, Meßbüchern, Votivgaben u. dgl., bald vereinzelt im Erdboden aufgefunden wurden. Man kennt jetzt über 40 Exemplare. Der Aberglaube legte diesen Gemmen die Eigenschaft bei, dem Besitzer im Kampf den Sieg zu verleihen (Siegesstein des Königs Nidung in der »Edda«). Der meist blau oder grünlich gefärbte Glasfluß, in den gewöhnlich 2-3, seltener 1 oder 4 Figuren roh eingraviert sind, besteht in der Regel aus zwei Schichten: einer hell- und einer dunkelgefärbten. Olshausen, S. Müller und Friedrich betrachten die A. als Produkte der christlichen Kunst; letzterer will in einigen Gravierungen Darstellungen aus dem Buche Hiob wiedererkennen. Bartels glaubt, daß die A. mit dem christ-^[folgende Seite]