Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Aufzug

63

Aufzug (Pinettes hydraulische Fördermaschine).

zweier Wellen an, deren Achse mit derjenigen des Sternzapfens T parallel und in derselben horizontalen Ebene liegen. Bei der durch den Wasserdruck erzeugten Bewegung der Kolben werden die Kurbeln gedreht, und der Cylinder erhält eine schwingende Bewegung, so daß vermöge der in den Cylinderböden wie am Zapfen vorgesehenen Öffnungen, welche sich bei der Schwingung aufeinander verschieben, eine entsprechende Wasserverteilung (Steuerung) stattfindet. Die auf den beiderseitigen Kurbelwellen aufgekeilten Räder greifen in ein gemeinschaftliches, auf der Welle der Windetrommel W befestigtes Rad R ein, müssen sich daher in demselben Sinne umdrehen. Die Kolben bewegen sich stets in entgegengesetzter Richtung, entweder beide vom Zapfen T weg oder beide auf ihn zu, und die Kurbeln sind so angebracht, daß, wenn die eine in der äußersten Stellung rechts ist, die andre in der äußersten Stellung links ist, und daß, wenn die eine aus der horizontalen Stellung nach unten abweicht, die andre um denselben Winkel nach oben ausschlägt. Hiernach ist leicht einzusehen, daß die Kraftwirkungen auf den zentralen Sternzapfen T sich derart ausgleichen, daß derselbe vollständig entlastet ist. Hierdurch ist allerdings die Gleichzeitigkeit der Totpunktstellungen beider Kurbeln bedingt. Zur Überwindung dieser Totpunkte dient das andre Cylinderpaar, welches, ganz ebenso wie das erste eingerichtet, an Kurbeln angreift, die an den andern Enden der Wellen der beiden Kurbeln O, gegen diese um 90° versetzt, angebracht sind. Die Maschine muß nun so eingerichtet sein, daß die Trommel, wie bei zweitrumigen Dampfaufzügen (s. Bd. 2, S. 71) nach beiden Richtungen hin gedreht werden kann. Dazu ist folgende Einrichtung getroffen. Der als Steuerungsorgan ausgebildete Zentralzapfen T ist derart an der äußern Wand des Lagers B befestigt, daß seine Mittelöffnung mit einem Wasserleitungsrohr, seine 12 am äußern Umfang verteilten Fächerkanäle 7 durch einen Ringkanal 8 mit einem zweiten Wasserleitungsrohr in Verbindung stehen. Diese Rohre dienen je nach dem Drehungssinn der Maschine abwechselnd der Zu- und Ableitung des Wassers. Bei der durch Pfeile angedeuteten Drehrichtung geht das durch das Rohr 4 (Fig. 2) einströmende Druckwasser durch das Mittelrohr 5 des Drehzapfens und durch diejenigen strahlenförmigen Kanäle 5, welche ungedeckt sind, sowie den Verbindungskanal 6 in den zwischen Kolben und Cylinderdeckel befindlichen Cylinderraum, den Kolben nach innen treibend. Dieser drückt dabei das zwischen ihm und dem Cylinderboden befindliche Wasser durch die Bodenöffnungen, und die unbedeckten Fächerkanäle 7 und den Ringkanal 8 in das Rohr C, welches ins Freie führt. Dieser Vorgang spielt sich in jedem der beiden zu einem Ganzen verbundenen Cylinder A, A_{1} gleichzeitig ab, indem infolge der Schwingung abwechselnd bei jedem Hube die Kanäle 5 und 7 für die Zuleitung geschlossen und eröffnet werden. Soll aber die Drehbewegung umgekehrt werden, so wird das Druckwasser in umgekehrter Richtung durch die Maschine geführt und zwar so, daß es ins Rohr C eintritt, durch die Kanäle 7 in den Cylinder und durch die Kanäle 5 aus demselben ins frühere Eintrittsrohr 4 geht, welches jetzt ins Freie führt. Zu dieser Umkehrung der Wasserführung und zugleich zur Regelung des Wasserzulaufs dient ein Verteilungs- od. Umsteuerungsapparat (Fig. 3), welcher aus einem stehenden Cylinder V besteht, in welchem der Doppelkolben PP_{1} auf und nieder bewegt werden kann. In diesen Cylinder münden in der Höhe der Deckel zwei Gabelungen des Zuleitungsrohrs H, während das Ableitungsrohr H_{1} in der mittlern Höhe des Cylinders zwischen den beiden Kolben P und P_{1} angebracht ist. Mittels zweier Öffnungen F und F_{1} steht der Verteilungscylinder mit den beiden Rohren 4 und C in Verbindung. Diese beiden Öffnungen F und F_{1} werden bei der mittlern

^[Abb.: Fig. 1. Pinettes hydraulische Fördermaschine. Längsschnitt durch ein Cylinderpaar.]

^[Abb.: Fig. 2. Pinettes hydraulische Fördermaschine. Querschnitt.]

^[Abb.: Fig. 3. Pinettes hydraulische Fördermaschine. Umsteuerungsapparat.]