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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Bönicke; Bonnechose; Boos; Bordeaux; Borgnis-Desbordes; Bornet; Borsdorf; Börsenverkehr; Boselli; Boskowitsch

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Bönicke - Boskowitsch.

sen und widmete sich geographischen und anthropologischen Studien. Er schrieb: »Les habitants de Surinam« (für die Kolonialausstellung zu Amsterdam, 1884); »Les premiers voyages des Néerlandais dans l'Insulinde« (1884); »Les voyages des Néerlandais à la Nouvelle-Guinée« (1885, 2 Bde.); »Notes on the Lapps of Finmark« (1886); »Le fleuve Augusta« (1887).

Bönicke, Hermann, Komponist, geb. 26. Nov. 1821 zu Endorf, war Organist in Quedlinburg und Aschersleben, wirkte als Musikdirektor und Organist in Hermannstadt und starb 12. Dez. 1879 daselbst. B. schrieb Männerchöre (von denen mehrere mit einem Preis ausgezeichnet wurden), eine »Chorgesangschule« und eine »Kunst des freien Orgelspiels«.

Bonnechose, Henri, franz. Kardinal (gest. 1883). Sein Leben beschrieb Besson (»Vie du cardinal B.«, Par. 1887, 2 Bde.).

Boos, Heinrich, Geschichtsforscher, geb. 14. Juni 1851 zu Kannstatt, studierte in Basel, Leipzig und Göttingen Geschichte, erwarb 1874 an letzterer Universität die philosophische Doktorwürde, habilitierte sich 1875 in Basel für historische Hilfswissenschaften und Geschichte des Mittelalters und wurde 1881 daselbst zum außerordentlichen Professor, 1887 zum Direktor des historischen Seminars ernannt; er erwarb sich um die Ordnung des Archivwesens in Aarau, Baselland und Worms große Verdienste. Von seinen Schriften sind zu erwähnen: »Die Liten und Aldionen nach den Volksrechten« (Götting. 1874); »Die Wehrpflicht im fränkischen Reich« (Basel 1875); »Geschichte der Stadt Basel im Mittelalter« (das. 1877); »Thomas und Felix Platter« (Leipz. 1878); auch gab er ein Urkundenbuch der Stadt Aarau (Aarau 1880), der Landschaft Basel (Basel 1881-83, 3 Bde.) und der Stadt Worms (Berl. 1886-90, Bd. 1-2) und mit Vischer den 2. Band der »Basler Chroniken« (Leipz. 1880) heraus.

Bordeaux. Der Schiffsverkehr im Hafen von B. umfaßte 1889: 1788 beladen eingelaufene Schiffe von 1,106,433 Ton. und 1567 beladen ausgelaufene Schiffe von 967,889 T. Die französische Flagge wurde von der britischen noch um etwas übertroffen. Vom Gesamttonnengehalt der ein- und ausgelaufenen Schiffe, 2,074,322 T., kamen nämlich auf Schiffe britischer Nationalität 894,583, auf französische Schiffe 820,296 T. Auf die deutsche Flagge entfielen 37,042 T. Der wichtigste Artikel des Warenverkehrs sowohl in der Ein- als in der Ausfuhr war, wie immer, Wein. Die Einfuhr betrug an gewöhnlichem Wein 1,76 Mill. hl, hauptsächlich aus Spanien, Portugal, Algerien und Österreich-Ungarn; an Likörweinen 16,600 hl, meist aus Spanien. Ausgeführt wurden Girondeweine 1,1 Mill. hl in Fässern und 79,440 hl in Flaschen. Die Hauptabnehmer waren wieder in Europa Deutschland, England, Niederlande und Belgien, dann von überseeischen Staaten Argentinien, auf welches allein der dritte Teil der Gesamtausfuhr kommt, Uruguay etc. Nächst den Girondeweinen sind Likörweine, Franzbranntwein, Kognak, Spiritus und Essig wichtige Ausfuhrartikel.

Borgnis-Desbordes (spr. bornji-däbórd), Gustave, franz. General, geb. 22. Okt. 1839 zu Paris, trat 1857 in die Marineartillerie und war Eskadronschef in derselben, als er 1880 vom Marineminister beauftragt wurde, eine Expedition in das Innere Senegambiens zu befehligen. Er führte dieselbe mit großem Erfolg aus und wurde nach seiner Rückkehr 1883 zum Obersten befördert. Nachdem er 1884-85 die Artillerie des Expeditionskorps in Tongking befehligt hatte, wurde er zum Brigadegeneral ernannt und erhielt 1887 das Kommando einer Brigade in Indochina.

Bornet (spr. bornä), Jean Baptiste Edouard, Botaniker, geb. 2. Sept. 1828 zu Guérigny (Nièvre), studierte an der École de médecine in Paris, wo er sich unter Leveillé zunächst vorzugsweise mit Pilzuntersuchungen beschäftigte. 1852 begann er in Gemeinschaft mit G. Thuret ausgedehntere, hervorragende Untersuchungen über Meeresalgen, speziell über die Entwickelungsgeschichte dieser Gewächse, und diese Gemeinschaft in der wissenschaftlichen Arbeit währte 23 Jahre, bis zum Tode Thurets. 1854 wurde B. zum Doktor der Medizin promoviert, ein öffentliches Amt hat er nie bekleidet. Er widmete sich ausschließlich dem Studium der kryptogamischen Gewächse, und speziell auf algologischem Gebiet hat er sich ganz besondere Verdienste um die Förderung der Kenntnis der Morphologie und Entwickelungsgeschichte erworben. Er schrieb: »Études sur l'organisation des espèces qui composent le genre Meliola« (1851); »Recherches sur la structure de l'Éphèbe pubescens« (1852); »Description d'un genre nouveau des Floridées des côtes de France« (1859); »Recherches sur la fécondation des Floridées« (mit G. Thuret, 1867); »Recherches sur les gonidies des Lichens« (1873); »Notes algologiques« (mit G. Thuret, großes Tafelwerk, 1876-80); »Études phycologiques« (mit G. Thuret, großes Tafelwerk, 1876 bis 1880); »Révision des Nostocacées hétéroscystées« (mit M. Flahault, 1886-88); »Note sur une nouvelle espèce de Laminaire« (1888); »Sur quelques plantes vivant dans le test calcaire des mollusques« (mit M. Flahault, 1889).

Borsdorf, Julius, Männergesangskomponist, geb. 16. April 1832 zu Planitz bei Zwickau, besuchte die Thomasschule, dann die Universität in Leipzig, widmete sich aber schließlich der Musik. Er starb 27. Nov. 1866 in Leipzig. Von seinen Männerchören wurde »Glaube, liebe, hoffe« mit einem ersten Preis ausgezeichnet.

Börsenverkehr 1889-90, s. Geldmarkt und Börse.

Boselli, Paolo, ital. Staatsmann, geb. 18. Juni 1838 zu Savona, studierte die Rechte in Turin, wurde von Sella 1870 zum Mitglied der permanenten Finanzkommission und in demselben Jahr für Savona in die Deputiertenkammer gewählt, wo er sich dem rechten Zentrum anschloß. 1881 wurde er Präsident des wesentlich durch seine Bemühungen neu geschaffenen Rats für die Handelsmarine, und im Februar 1888 wurde er unter Crispi zum Minister des öffentlichen Unterrichts ernannt. Außer einer geschätzten Biographie des Marchese Lorenzo Pareto schrieb er: »Le droit maritime en Italie« (Turin 1885) und zahlreiche kleinere Schriften volkswirtschaftlichen Inhalts, die als »Discorsi e scritti vari« (Savona 1888) gesammelt erschienen.

Boskowitsch, Stojan, serb. Politiker und Geschichtschreiber, geboren im März 1833 zu Swilainatz, studierte in Belgrad Philosophie und Rechtswissenschaft, war nach längern Reisen als Journalist thätig, wurde 1869 Sektionschef im Ministerium des Auswärtigen und 1873 Minister des Unterrichts. Nachdem er 1876 seine Entlassung genommen, weil er mit der zurückhaltenden äußern Politik der Regierung nicht einverstanden war, lehrte er als Professor der Geschichte an der Universität zu Belgrad. Er ist liberal und Anhänger des panslawistischen Bundes der Omladina. Er schrieb: »Allgemeine Geschichte des Mittelalters«, »Der Kaiser Stephan Duschan« u. a.