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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Buschir; Busōni; Butter; Büttner

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Buschir - Büttner.

studierte in Dublin und Göttingen, hier namentlich Sanskrit unter Benfey, und erhielt darauf eine Anstellung am Trinity College in Dublin. Außer Aufsätzen zu Bezzenbergers »Beiträgen zur Kunde der indogermanischen Sprachen«, zur »English Historical Review«, zur »Classical Review« u. a. schrieb er die beifällig aufgenommene »History of the late Roman empire« (1889, 2 Bde., mit einer Abhandlung über die byzantinische Kunst von seiner Gattin), in welcher er sich der Auffassung von James Bryce anschließt. In neuester Zeit veröffentlichte er eine Ausgabe von Pindars Nemeischen Oden mit ausführlicher Einleitung und Kommentar.

Buschir, der Haupthafen Persiens, mit angeblich nur 14,000 Einw., büßte in letzter Zeit seine Bedeutung zu gunsten Basras mehr und mehr ein. Doch betrug 1885/86 die Gesamteinfuhr an Waren noch fast 17 Mill. Mk., wovon die größere Hälfte aus Europa, die kleinere aus Britisch-Indien kam. Fast 9 Mill. Mk. entfallen davon auf Baumwollenzeug und Garn; sonst sind die bedeutendsten Importwaren Metalle und Metallwaren, Zucker, Indigo, Leinenwaren, Thee, Steingut, Porzellan, Glaswaren, Gewürze etc. Unter den Ausfuhrartikeln, deren Wert in obigem Jahr sich auf etwas über 12 Mill. Mk. belief, steht obenan Opium mit 7,290,000 Mk., welches fast ausschließlich nach China verschifft wurde; dann folgen Baumwolle (meist nach Indien), Nargilehtabak, Getreide, getrocknete Früchte, Teppiche, Parfümerien etc. Es kamen 1885/86 an: 2 europäische Segel-, 224 Dampfschiffe (214,240 Ton.), 340 arabische, indische und persische Küstenschiffe, zusammen mit 223,322 Ton. Gehalt. Meteorologische Beobachtungen im selben Jahr ergaben als absolutes Maximum eine Temperatur von +40,6° C., als absolutes Minimum +8,3° C. Die große Feuchtigkeit der Luft macht die Hitze namentlich vom Mai bis November unerträglich, und obendrein ist zwischen Tag und Nacht kein Temperaturunterschied. Der häufigste Wind ist Nordwest, Schamal genannt. Die Regenzeit beginnt um den 10. Nov. und dauert bis zum 21. März.

Busōni, Ferruccio, Pianist und Komponist, geb. 1. April 1866 zu Empoli bei Florenz, war sehr früh musikalisch hoch entwickelt und erlangte schon im Alter von 15 Jahren (1881) das Diplom der Akademie zu Bologna. Seine Lehrer waren Vater und Mutter, später Meyer (W. A. Remy) in Graz. Er konzertierte mit großem Erfolg in Deutschland, gab auch eine Reihe beachtenswerter Kompositionen heraus (zwei Streichquartette, Variationen, Fugen, Etüden, Orchestersuiten etc.), übernahm 1888 eine Lehrerstelle am Konservatorium zu Helsingfors, welche er aber, als er 1890 den Rubinstein-Preis für Komposition errang, mit einer ähnlichen am Konservatorium zu Moskau vertauschte. B. zeichnet sich als Klavierspieler durch eine imposante Technik aus und besitzt dabei eine heutigestags seltene Fertigkeit in der Improvisation.

Butter. Das Butterfaß soll sich leicht reinigen und lüften lassen, daher in allen seinen Teilen leicht zugänglich sein, wenig Kraft zum Betrieb erfordern und vollkommne Ausbutterung ermöglichen. Der zu erzielende Ausbutterungsgrad, d. h. die in Prozenten der Gesamtfettmenge des Rahmes ausgedrückte, in Form von B. ausgeschiedene Fettmenge, soll wenigstens 95 Proz. betragen. Ungeachtet der großen Zahl der bestehenden Butterfässer, wie der Stoß-, Schlag-, Roll-, Wiegenbutterfässer, genügt doch keins den angeführten Bedingungen; es verdient daher das in neuester Zeit von England aus verbreitete, gegenwärtig aber auch schon in Schweden und im Deutschen Reich nachgebaute, sehr wirksame Viktoriabutterfaß besondere Erwähnung. Dasselbe hat glatte Innenwände und ist an zwei am Querdurchmesser des Fasses, daher senkrecht auf die Faßachse, angebrachten Zapfen auf Antifriktionsrollen gelagert. Als Deckel dient der eine, mit vier leicht zu lösenden Schrauben festgehaltene und mit einem Gummiring gerichtete, abnehmbare Faßboden. Der Rahm wird durch Stürzen zum Verbuttern gebracht. Bei de Lavals kontinuierlicher Buttermaschine, welche am Lavalschen Separator angeschraubt wird, läuft der Rahm vom Separator über eine Kühlvorrichtung in die kontinuierliche Buttermaschine, um in dieser verbuttert zu werden. Die Buttermaschine wird von der Welle der Separatortrommel in Bewegung gesetzt und soll, da der Rahm vollständig abgekühlt dieselbe passiert, ein Produkt geben, das an Feinheit des Geschmacks und der Haltbarkeit nichts zu wünschen übrigläßt. Die kontinuierliche Buttermaschine verarbeitet übrigens auch gesäuerten Rahm.

Als Butterfehler kommen in Betracht: 1) staffige B., schlimmster Fehler bei Dauerbutter, welcher an der Wandung der Buttergefäße beginnt, sich durch einen unangenehmen, ranzig-süßlichen Geschmack bemerkbar macht und dem nicht gehörig trocknen und ausgewässerten Holze sowie dem Luftzutritt zugeschrieben wird. 2) Schimmelige B. entsteht bei Aufbewahrung der B. und der Gefäße in feuchten, dumpfen Räumen. 3) Talgige, speckige B. wird zu starker Säuerung des Rahmes und dem Einfluß des Lichtes zugeschrieben. Die Fenster des Butterkellers sollten daher aus grünem und gelbem Glas hergestellt werden. 4) Käsige und milchige B. infolge mangelhafter Bereitung. 5) Flammige, streifige, fleckige B. entsteht bei trocknem Färben, fehlerhaftem Salzen und ungenügendem Kneten in zu kaltem Knetraum. 6) Ranzige B. 7) Ölige, fischige, thranige B. infolge unrichtiger Leitung der Säuerung des Rahmes. 8) Bittere B. von Milch altmilchender Kühe oder von bitterer Milch. 9) Stallgeschmack, »Geschmack nach dem Kuhschwanz«, von unreinlicher Milchgewinnung. 10) Futtergeschmack. Zur Verhütung von Butterfehlern dienen Bakterienreinkulturen, welche allein eine gute Rahmsäuerung herbeiführen. Derartige Bakterienreinkulturen zur Rahmsäuerung werden im Interesse der B. bereitenden Molkereien von der 1889 errichteten bakteriologischen Abteilung der milchwirtschaftlichen Versuchsstation zu Kiel abgegeben und damit ein bequemes Mittel geboten, etwa abgewichene Rahmsäuerungen schnell und sicher in die rechten Wege zu leiten.

Büttner, Karl Gotthilf, Missionar und Sprachforscher, geb. 24. Dez. 1848 zu Königsberg i. Pr., studierte daselbst Theologie, war 1870-72 Lehrer am Missionshaus in Barmen, wirkte im Auftrag der Rheinischen Missionsgesellschaft 1872-80 unter den Herero im Damaraland (Deutsch-Südwestafrika) und leitete während dieser Zeit das Seminar für eingeborne Lehrer zu Otyimbingue. Seit 1880 als Pfarrer zu Wormditt in Ostpreußen thätig, wurde er 1885 als Reichskommissar zum Abschluß von Schutzverträgen abermals nach Südwestafrika gesandt, war dann vom Dezember 1886 bis Mitte 1889 Inspektor der Ostafrikanischen Missionsgesellschaft in Berlin (deren »Nachrichten« er 1887 begründete und bis 1889 herausgab) und wurde im Oktober 1887 zum Lehrer des Suaheli am Seminar für orientalische Sprachen daselbst ernannt. Außer verschiedenen Vorträgen und Aufsätzen in Warnecks »Missions-Zeitschrift«, der »Deutschen Kolonialzeitung« und andern Blättern veröffentlichte