Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Curtius; Cuvier; Cyclon; Cyklone; Cynomorĭum coccinĕum; Cypern; Dach

167

Curtius - Dach.

Italiens ein inniger Zusammenhang bestehe, veröffentlichte er: »Die Skythen« (Berl. 1871); »Vorgeschichte Roms« (Bd. 1: »Die Kelten«, Graudenz 1878; Bd. 2: »Die Etrusker«, das. 1888).

Curtius, 2) Quintus, röm. Geschichtschreiber. Vgl. Bosson, Étude sur Quinte-Curce, sa vie et son œuvre (Par. 1887).

Cuvier, Georges, Baron von, Naturforscher. Vgl. Ducrotay de Blainville, C. et Geoffroy Saint-Hilaire (Par. 1890).

Cyclon, s. Mahlmaschine.

Cyklone, s. Staubsammler.

Cynomorĭum coccinĕum, s. Schmarotzerpflanzen.

Cypern. Amtlich wird das Areal (nach E. Oberhummer) auf 3723 sq. m. = 9642 qkm = 175,11 QM. angegeben. Unter britischer Herrschaft fängt die Insel in mancher Hinsicht an sich zu heben, und der Handel hat sich von 1878 bis 1885 fast verdoppelt. Auch die Kupfererze, denen C. seinen Namen verdankt, wurden von einer englischen Gesellschaft bei Polis und Chrysochu im W. vorübergehend wieder ausgebeutet. Die Regierung hat 1881 sechs meteorologische Stationen (Nikosia, Larnaka, Limassol, Paphos, Kerynia, Famagusta) errichtet, deren Beobachtungen Hann bearbeitet hat. Der namentlich seit 1502 durch die damals eingeführten Ziegen sehr zerstörte Wald wird jetzt gepflegt und wiederhergestellt. Etwa 930 qkm stehen als Waldland (ausschließlich Nadelholz) unter Schutz. Im Bezirk von Paphos sind 240 Hektar mit Libanonzedern bestanden. Ansehnlich ist der fortgesetzt zunehmende Weinbau, welcher unter den Türken sehr zurückgegangen war; ausgeführt wird besonders der Commanderia; der Ausfuhr der leichtern Sorten steht die überaus rohe und nachlässige Bereitung im Wege. Unter den Nutzpflanzen ist der Johannisbrotbaum wichtig, dann der Öl- und der Feigenbaum. Getreide wird in der großen Ebene von Nikosia, bei Limassol und Paphos gebaut. Eine schlimme Plage, namentlich für den Norden, sind die Heuschrecken, die jetzt systematisch vernichtet werden. Das Kultur- und Wirtschaftsleben von C. wird einstweilen noch durch die fortgeltenden türkischen Gesetze in seiner Entwickelung gehemmt, doch sind auch darin unter britischer Verwaltung schon Fortschritte gemacht worden. Eingeteilt ist C. in sechs Bezirke; deren Bevölkerung ist folgende:

Griechen Mohammedaner Andre Gesamtbevölk.

Kyrenia 9877 2688 701 13266

Nikosia 42228 13471 576 56275

Famagusta 28717 9490 74 38281

Larnaka 14434 5381 835 20650

Limassol 22492 5866 847 29205

Paphos 18881 9493 33 28407

Zusammen: 136629 46389 3066 186084

Es entfallen danach 20 Menschen auf 1 qkm, eine Dichtigkeit, welche weit hinter derjenigen von Griechenland (30) und Spanien (35) zurückbleibt. - Behufs der archäologischen Erforschung der Insel wurde 1887 der »Cyprus Exploration Fund« gegründet, in dessen Vorstand das Britische Museum, die Universitäten Oxford und Cambridge und mehrere der angesehensten archäologischen Gesellschaften vertreten sind. Mit Genehmigung der Regierung unternahm der »Fund« alsbald Ausgrabungen in größerm Maßstabe bei dem Dorf Kuklia, auf der Stätte von Alt-Paphos, 1889 bei Poli (der Nekropolis von Arsinoë). Zur Litteratur: Sakellarios, Cypriaka (Beschreibung, Geschichte etc. von C., Athen 1890 ff.); Phrangoulis, Cypern (das. 1890).

D.

Dach. Eine in neuerer Zeit vielfach angewandte Dachform ist das Säge- oder Sheddach. Es besteht in einer Zusammenstellung von Pultdächern (s. Figur), wobei die Stütz- oder Rückwände a, die häufig auch um 60-70° geneigt werden, Lichtflächen bilden. Man wendet sie mit Vorliebe an bei ausgedehnten Arbeits- und Fabrikräumen, auch bei Markthallen, Ausstellungsbauten und ähnlichen Anlagen, bei denen es darauf ankommt, eine weite bebaute Fläche gleichmäßig und gut (in der Regel mit Nordlicht) zu beleuchten. Die geneigten eigentlichen Dachflächen b deckt man in beliebiger Weise ein (s. Dachdeckung, Bd. 4), die Rinnen c werden zwischen Stützwand und geneigter Fläche eingelagert.

In Bezug auf seine äußere Gestaltung besteht ein D. aus Dachfläche, First, d. i. der obere wagerechte Zusammenschnitt der Dachflächen, Traufe, d. i. der untere, wagerechte Rand der Dachfläche, längs dessen in der Regel die Dachrinne liegt, Grat, d. i. der aufsteigende Zusammenschnitt zweier Dachflächen an einer Ecke, und Kehle, d. i. der aufsteigende Zusammenschnitt in einem Winkel. Dachkämme, Giebel- und sonstige Spitzen, Windfahnen, Dachgaupen und dergleichen Beiwerk treten je nach Art, Stil und Reichtum des Daches hinzu. Die Feststellung des Daches über dem Gebäudegrundriß, also die Anordnung der Lage der eben aufgeführten Dachbestandteile oder die Darstellung des Daches in seinen einzelnen Projektionen heißt die Dachausmittelung. - Während fast alle Dächer, die einfachsten Steinplattendächer und Werksteinkuppeln sowie die massiven Turmhelme etwa ausgenommen, sich in die Hauptbestandteile Dachgerüst (Dachstuhl) und Dachdeckung zerlegen lassen, hat man in neuerer Zeit Dächer, bei denen Dachkonstruktion und Deckung eins sind, in verzinktem, nach der Längsrichtung gebogenem Eisenwellblech (Trägerwellblech) als sogen. bombierte Dächer hergestellt. Die Fläche der bis zu etwa 40 m weit gespannten Dächer wird mit etwa einem Fünftel Pfeilhöhe nach verschiedenen Kurven gekrümmt hergestellt, aus einzelnen Wellblechplatten vernietet und von Traufe zu Traufe in Abständen von etwa 5 m durch leichte Zugstangen verankert. Um das »Schwitzen«, einen Übelstand, den diese Dächer mit sich bringen, zu verhüten, gibt man der Dachfläche entweder eine so steile Krümmung, daß das Dachwasser nicht ab-^[folgende Seite]

^[Abb.: Säge- oder Sheddach.]