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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Englische Litteratur

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Englische Litteratur (Verschiedenes, Übersetzungen).

Travankor; der Inder T. Ramakrischna: »Life in an Indian village«; Lady Dufferin: »Our Viceregal life in India«; Holt Hallet: »A thousand miles on an elephant in the Shan States«; der greise William Francis Ainsworth (geb. 1807), der so lange in Kleinasien und Persien thätig war: »The river Karun«; der Dichter Mallock: »In an enchanted island; a winter's retreat in Cyprus«; der Japaner Manjiro Inagaki, von der Universität Cambridge: »Japan and the Pacific«; der Ingenieur Gottlieb Schumacher: »Aljûn. Within the Decapolis«, ein Buch, welches reich an bisher unbekannten oder wenig bekannten Thatsachen das Land beschreibt, welches östlich vom Tiberiassee, jenseit des Jordans, liegt, mit sorgfältigen Zeichnungen der zahlreichen und ausgedehnten Ruinen großer Bauwerke. Zwei prächtige, aus solidem Steinwerk aufgeführte Theater weisen in ihren Trümmern nach, daß die aus der Bibel (Mark. 5, Luk. 8) bekannte Hauptstadt von Peräa, Gadara, ein Ort von großer Bedeutung und Anziehungskraft war. Heutzutage ist die Gegend wohl bewaldet, aber nur spärlich bewohnt. Aus Japan hat Sir Edwin Arnold eine Reihe höchst interessanter Briefe geschrieben, welche mit Recht großes Aufsehen erregt haben, aber noch nicht aus den Spalten des »Daily Telegraph« in Buchform übergegangen sind. Alexander Ho ne berichtet über Forschungsreisen in »Three years in China«; Lionel Goming ^[richtig: Gowing (= Lionel Francis Gowing, 1859-?)] in »Five thousand miles in a sledge«, über eine Reise von Wladiwostock nach Nishnij Nowgorod.

Über Amerika führen wir nur an: »Five months' fine weather in Canada, Western U. S. and Mexico«, nur ein angenehmes Reisebild, doch mit praktischen Ratschlägen; »An artist's tour in North and South America and in the Sandwich Islands« von B. Kroupe und »A visit to Chile and the gold fields« von W. H. Russell, dem alten Kriegskorrespondenten der »Times«.

Das Sundameer, Australien und Polynesien sind zunächst durch zwei bedeutende Schriften von Naturforschern vertreten, deren Berichte auf langem Aufenthalt und eingehenden Studien beruhen. Es sind: »A naturalist in North Celebes« von Sydney Hickson und »A naturalist among the head-hunters« von Charles Woodford; im letztern Buche sind die Bewohner der Salomoninseln gemeint. Ernst Giles hat sich in »Australia twice traversed« zwar nicht als ein glänzender Schriftsteller, doch als ein geborner Forschungsreisender bewährt. Von Interesse sind auch »Toil, travel and discovery in British New Guinea« von Theodore Bevan und das anonyme Buch »Fire fountains: The kingdom of Hawaii«.

Aus europäischen Gegenden seien erwähnt: »The islands of the Aegean« von H. H. Tozer, der hier wie schon in frühern Arbeiten ein offenes Auge und eingehende Kenntnis des Altertums erweist; »Sardinia and the Sardes« von Charles Edwards; »Rambles in the Black forest« von Henry Wolff; »Our home in Aveyron« von Christoph Davies und W. Broughall, anziehende Mitteilungen über eine reizende, bisher wenig besuchte Gegend Frankreichs; »The roof of France, or the causses of the Lozère« von M. Betham-Edwards, in welchem die vielgereiste Verfasserin sich als begeisterte Advokatin der kleinen Bauerngüter erweist. Noch sei hier angeführt ein Buch des alternden Sir Samuel Baker, des Entdeckers des Mwutan N'zige, dem er den Namen Albert Nyanza gab; der vielerfahrene Reisende hat seinen Blick weithin schweifen lassen und gibt uns »Wild beasts and their ways; reminiscences of Europe, Asia, Africa and America«. In dem schwer zu klassifizierenden Buch der schon gekannten Frau Deland: »Florida Days«, sind Reiseerlebnisse mit allerlei Erdichtungen verwebt. Edward Garnett hat ein höchst anziehendes Buch über Reisen und Abenteuer, welches die neue Generation vergessen hatte, Trelawnys »Adventures of a younger son« (ursprünglich 1831 erschienen und auch ins Deutsche übersetzt) durch eine sorgfältige Neuausgabe wieder ans Licht gezogen.

Verschiedenes. Übersetzungen.

Hier stehe in erster Reihe Sir Charles Dilkes, des Staatsmannes und Reisenden, »Problems of Greater Britain«, in welchem encyklopädisch umfassenden Werk er mit scharfem Hinblick auf praktische Politik die Aufgabe zum zweitenmal behandelt, die er 1868 in »Greater Britain« sich gesteckt, zu welcher Zeit die Verhältnisse noch vielfach anders lagen. Das Buch hat mit Recht das größte Aufsehen erregt und ist für den Politiker unentbehrlich, wie für die Vereinigten Staaten J. ^[James] Bryces Buch über Amerika. Die religiöse oder kirchliche Welt hat sich über das von einer Gesellschaft Geistlichen herausgegebene Sammelwerk »Lux Mundi« teils gefreut, teils entsetzt. In demselben sind dem starren protestantischen Bibelglauben gegenüber die gern von diesem geleugneten oder übersehenen Ergebnisse der Kritik zum großen Teile zugegeben, aber nicht um die Richtung nach Geistesfreiheit zu fördern, sondern vielmehr um die katholisierende ultra-hochkirchliche Richtung nach Rom hin, »wo man die rechte Tradition finde«, zu unterstützen. Bereits hat das Buch zahlreiche Auflagen erlebt und viele Kommentare und Streitschriften hervorgerufen. Am entgegengesetzten Pole ist die Philosophie Herbert Spencers durch Howard Collins in »An epitome of the synthetic philosophy« zusammengefaßt, zu welchem Werk der Meister selbst eine Einleitung schrieb. W. C. Coupland, der Übersetzer E. v. Hartmanns, hat einen Band Essays herausgegeben: »The gain of life«, welche von der Kritik günstig ausgenommen wurden. Von deutschen Philosophen wurden Erdmann und Fichte in Übersetzungen vorgeführt, jener durch Professor Houch (mit Mitarbeitern) in »History of philosophy«, dieser von A. Kröger in »The science of right«. Aus den zahlreichen sozialistischen oder dahin anklingenden Schriften heben wir nur hervor: »Joints in our social armour« von James Runciman, die »Essays« der Fabian Society und als Allerneuestes: »In darkest England, and the way out of it« von Will. Booth, dem »General« der Heilsarmee. Auch des großen Eindrucks, welchen der Zukunftsroman des Amerikaners Bellamy: »Looking backward«, gemacht, ist zu gedenken. Auf ein benachbartes Gebiet führt uns »The criminal« von Havelock Ellis. Auf sprachwissenschaftlichem Felde, welches reichlich angebaut wird, nennen wir nur F. L. Jevons' sehr gut aufgenommene Übersetzung von O. Schröders Sprachvergleichung und Urgeschichte: »Prehistoric antiquities of the Aryan peoples« und Max Müllers populär gehaltene »Lectures on the science of language«; auf naturhistorischem: »Time and tide, a romance of the moon«, von Sir Robert Ball, und des kürzlich verstorbenen, um populäre Verbreitung dieser Wissenszweige sehr verdienten Geistlichen J. G. ^[John George] Wood letztes Buch: »The dominion of man«. Rein fachwissenschaftliche Schriften sind von dieser Übersicht ausgeschlossen.