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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Enk von der Burg; Ensilage; Epiphyten

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Enk von der Burg - Epiphyten.

Von Übertragungen ins Englische nennen wir noch: »The life of Carmen Sylva«, aus dem Deutschen der Baronin Deichmann, anonym, aber mit gewandter Übersetzung der Verse durch Sir Edwin Arnold; »Adventures in the life of Count George Albert of Erbach«, von der Prinzessin Beatrice aus dem Deutschen des Emil Kraus; Harriet Prestons Übersetzung der »Mireio« von Mistral; Tolstois »The Kreutzer-Sonata«; Korolenkos »The blind musician« von Stepniak, dem Pseudonym eines wohlbekannten russischen Flüchtlings; des Polen Sienkiewicz »With fire and sword« von Jeremiah Cartin ^[richtig: Curtin (= Jeremiah Curtin, 1835-1906)]. Der Merkwürdigkeit halber könnte hier auch Mathilde Blinds Übertragung des Tagebuchs der krankhaften Marie Bashkirtseff erwähnt werden, die drei Auflagen erlebte. Viel amüsanter ist aber »Sylvie and Bruno« von Lewis Carroll, der in frühern Jahren durch »Alice in Wonderland« und »Alice through the looking glass« das Publikum ergötzt hat.

Enk von der Burg, Michael Leopold, Ästhetiker. Sein »Briefwechsel mit Eligius Freiherrn von Münch-Bellinghausen (Friedr. Halm)« wurde von Schachinger herausgegeben (Wien 1890).

Ensilage (spr. angssilahsch), s. Futterbereitung.

Epiphyten. Die biologischen Eigentümlichkeiten dieser Pflanzengruppe bestehen zunächst in Einrichtungen behufs Befestigung an der Unterlage. Schon bei der Keimung der E. handelt es sich darum, die Keimlinge möglichst rasch an der fremden Zweigoberfläche anzuheften; aus diesem Grunde entsteht z. B. an dem untern abgeflachten Ende des Keimlings der Cyrtandree Aeschynanthus pulchra auf Java, deren Samen sich durch außerordentliche Kleinheit auszeichnen, eine Art von Haftscheibe, wie solche sonst bei den Keimpflanzen echter Parasiten (z. B. Loranthus) auftreten. Auch das Ankleben der Samen selbst findet bei manchen E., z. B. bei der Kaktee Rhipsalis Cassytha (vgl. Sukkulenten), ferner bei den Rubiaceen Myrmecodia und Hydnophytum, in ähnlicher Weise wie bei den parasitischen Loranthaceen statt (s. Schmarotzerpflanzen). Ähnliche Haftscheibenbildungen kommen auch bei niedern Pflanzen, wie z. B. Lebermoosen (Lejeunia, Radula), und bei epiphytisch auf Wasserpflanzen wachsenden Algen (Coleochaete, Myrionema vulgare, Polysiphonia Binderi) vor. Unter den höhern Gewächsen sind vor allem die in rasch strömendem Wasser auf Steinen aufsitzenden moosartigen Pflänzchen mancher Podostemoneen (z. B. Arten von Terniola in Indien) durch flach aufliegende, thallusartige Vegetationskörper ausgezeichnet, die sich der Unterlage außerordentlich fest anschmiegen, und denen büschelartig gestellte kleine Blätter von reduziertem Bau entspringen; diese Thallusgebilde kommen durch Verschmelzung von Sproßachsen zu stande. Manche baumbewohnende E. bilden durch Verwachsung ihrer Wurzeln eigentümliche, meist stellenweise durchbrochene Hohlröhren, welche den Wirtsstamm mantelartig einhüllen und z. B. bei tropischen Clusia- und Ficus-Arten eine Höhe von 4-9 m zu erreichen vermögen; diese Wurzelgürtel verhindern nicht selten auf mechanischem Wege das Dickenwachstum der von ihnen umschlossenen Stämme und führen deren Absterben herbei.

Die Einrichtungen für gesteigerte Wasseraufnahme treten in einfacher Form schon bei epiphytischen Lebermoosen auf, deren Blätter durch sogen. Wassersäcke ausgezeichnet sind; dieselben bilden sich dadurch, daß sich das Blatt an der Spitze in zwei ungleiche Lappen, einen größern Ober- und einen kleinern Unterlappen, teilt; letzterer schlägt sich dann so ein, daß sein freier Rand der Unterseite des Oberlappens anliegt und auf diese Weise ein hohles, an der Mündung verengertes Gebilde (z. B. bei tropischen Arten von Lejeunia, auch bei der einheimischen Frullania dilatata) entsteht. Bei einigen tropischen Lebermoosen kommt es sogar zur Bildung einer die Öffnung des Wassersackes verschließenden Klappe, die ähnlich wie der Verschluß an den Schläuchen der tierfangenden Utricularia wirkt. Auch siedeln sich in diesen Wassersäcken kleine Tierchen, wie Rotatorien, Krustaceen, Wasserälchen u. a., an, ohne daß jedoch ein gegenseitiges Anpassungsverhältnis zwischen denselben und der Pflanze nachzuweisen ist. Vielmehr unterbleibt bei Frullania die Bildung der Wassersäcke, sobald die Pflänzchen längere Zeit feucht gehalten werden, aber die Rotatorien verschwinden trotzdem nicht. Bei höher organisierten E. (Orchideen, Araceen) sind oft die Luftwurzeln mit besondern Einrichtungen zur Wasseraufnahme, nämlich mit einer Wurzelhülle, versehen, deren anatomischer Bau ein rasches Aufsaugen von Wasser ermöglicht und außerdem die Wurzel gegen Transpirationsverluste schützt. In einigen Fällen, z. B. bei Taeniophyllum Zollingeri auf Java, können die Luftwurzeln in Form flacher, bandartiger Assimilationsorgane auftreten, während die gewöhnlichen grünen Blätter vollständig fehlen. Andre E., wie viele Bromeliaceen, nehmen das Wasser direkt durch die Blätter auf, und die sonst mit dieser Funktion betrauten Wurzeln verkümmern; auch die von ihren Blattrosetten hergestellten Wasserbehälter beherbergen nach Martius in Brasilien bisweilen eine reichlich entwickelte Tierwelt von Laubfröschen und deren Larven, Spinnen, Phalangiden, ja sogar von kleinen Baumschlangen. Als Wasserspeicher der E. dienen teils fleischige Blätter und Stengel gewöhnlicher Form, teils besonders organisierte Knollen, so z. B. bei Nephrolepis tuberosa, einem javanischen Farnkraut, das sich nach Herausnahme aus der Erde ohne Wasserzufuhr von außen mehrere Tage frisch zu erhalten vermag, solange die Knollen den Wasserbedarf decken. Bei zwei Polypodium-Arten Javas (P. patelliferum und P. sinuosum) entwickelt der kriechende, seiner Baumunterlage dicht angedrückte Stamm im Innern ein großzelliges Wassergewebe, das aber in ältern Teilen vertrocknet; dadurch entsteht eine Zentralhöhle, und in den zitzenförmigen Blattbasen bilden sich Kammern, die mit der Zentralhöhle in Verbindung stehen. Die Hohlräume werden von zahlreichen roten, bissigen Ameisen bewohnt, ohne daß in diesem Falle nach Göbel ein Nutzen der letztern für die Pflanze ersichtlich ist. Die oft beschriebenen, von Ameisen bewohnten Knollen von Myrmecodia und Hydnophytum werden nach Treub und Göbel als Verdickung des unter den Kotyledonen befindlichen Stengelgliedes der Keimpflanze angelegt; in demselben bildet sich mit Hilfe eines eigentümlichen Korkkambiums sehr bald eine zentrale Höhlung aus, indem die von jenem Korkgewebe umgebene Schicht einschrumpft und abstirbt. Den Ameisen kommt dabei irgendwelche Rolle nicht zu. Die zur Zeit der Entstehung der ersten Höhlung nur etwa haselnußgroßen Knollen wachsen später durch Parenchymbildung des Korkkambiums zu bedeutenden Dimensionen heran, so daß die Knollen von Myrmecodia einen Durchmesser von 20, die von Hydnophytum tortuosum einen solchen von 60 cm erreichen; auch entstehen auf ähnliche Weise, wie bei der erstgebildeten Höhlung, neue Hohlräume (Galerien), die miteinander in Verbindung stehen. Offen-^[folgende Seite]