Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Fettpflanzen; Feuerland; Feuerluftmaschine

280

Fettpflanzen - Feuerluftmaschine.

nal der Intensität des Lichtes; aber Licht ohne Luft vermochte Butter nicht ranzig zu machen. Die Thatsache, daß frische, nicht sterilisierte Butter um so leichter verdirbt, je mehr stickstoffhaltige Molke sie enthält, glaubt Ritsert mit der Annahme erklären zu können, daß die in den Molken enthaltenen Milchsäurebacillen freie Milchsäure bilden, welche die Oxydation des Fettes durch den Luftsauerstoff unterstützt. Es würde zu Untersuchen sein, wie diese beiden Prozesse, die Milchsäurebildung und die Oxydation, unter Einfluß von Licht sich gegenseitig ergänzen.

Schließlich konnte Ritsert nachweisen, daß Hefen, Kokken und namentlich Schimmelpilze sich in ranzigem Fett weiter entwickeln, daß aber bei Gegenwart größerer Mengen von fetten Säuren die Mikroorganismen getötet werden.

Die Versuche ergaben mithin, daß reines Schweinefett nicht durch Bakterien ranzig wird; das bakterienhaltige Fett behält, vor Licht und Luft geschützt aufbewahrt, vollkommen seinen Geruch und Geschmack und zeigt keine Säurezunahme. Fermentwirkung ist ebenfalls nicht anzunehmen, da steriles Fett, welches mehrere Stunden auf 140° erhitzt war, bei welcher Temperatur erfahrungsgemäß auch alle nicht organisierten Fermente getötet werden, im geschlossenen Gefäß unter Einwirkung von Licht und Luft ranzig wird. Feuchtigkeit ist kein notwendiger Faktor beim Ranzigwerden, denn ganz trocknes Fett wurde unter Lichtwirkung noch intensiver ranzig als mit Feuchtigkeit beladenes. Das Ranzigwerden ist ein direkter Oxydationsprozeß durch den Sauerstoff der Luft, der um so schneller verläuft, je größer die Intensität der gleichzeitigen Lichteinwirkung ist. Unter Ausschluß des Lichtes wird Sauerstoff gar nicht aufgenommen, ebensowenig vermag Licht unter Ausschluß von Sauerstoff das Fett ranzig zu machen. Schmelzbutter verhält sich genau wie reines Schweinefett. Für die Praxis ergibt sich, daß zur Verhütung des Ranzigwerdens der F. als erste Bedingung absoluter Luftabschluß notwendig ist. Wenn dieser Anforderung genügt ist, so ist es einerlei, ob die F. dem Lichte ausgesetzt sind oder nicht.

Fettpflanzen, s. Sukkulenten.

Feuerland, s. Amerikanistenkongreß, S. 18.

Feuerluftmaschine. Von Gebrüder Bénier in Paris ist eine F. angegeben, welche bemerkenswerte Neuerungen zeigt. Der Aufbau der Maschine ist aus Fig. 1 und 2 zu erkennen. An dem Gestell A ist der Cylinder CC_{1} angebracht, dessen Tauchkolben P mittels der Stange E, des an der Säule B gelagerten Balanciers Z und der Stange D_{1} auf die Kurbel D, bez. die Welle des Schwungrades V und der Triebscheibe V_{1} wirkt. Von der Kurbel aus wird mittels der Stange F, des Hebels F_{1} und der Stange G_{1} der Kolben der im Innern des Gestells A angebrachten Luftpumpe G betrieben. Letztere befördert zu jedem Hube die erforderliche Luftmenge in den im untern Cylinderteil C_{1} befindlichen, durch den Graphitüberzug X geschützten Feuerraum. Von der Schwungradwelle aus wird ferner der Regulator L und die Beschickungsvorrichtung I I_{1} betrieben. Der Gang der Maschine erfolgt in der Weise, daß die Verbrennungsgase des Koks, welcher auf dem Rost r unter dem Zutritt der von der Luftpumpe G gelieferten Preßluft verbrennt, expandierend den Treibkolben P aufwärts drücken und Arbeit an das Schwungrad abgeben, beim Niedergang des Kolbens dagegen, der unter Abschluß der Preßluft durch das im Schwungrad aufgespeicherte Arbeitsvermögen erfolgt, in einen Schornstein entweichen. Die erforderlichen Steuerungsorgane bestehen in einem Schieber b_{1} (in Fig. 2 im Querschnitt sichtbar), welcher, von der Schwungradwelle aus mittels unrunder Scheibe angetrieben, den Zutritt der Luft zur Pumpe G wie auch den Übertritt der Preßluft zum Treibcylinder regelt, und in dem Ausströmungsventil h, welches, gleichfalls von der Schwungradwelle aus bewegt, die verbrauchten Gase in den Schornstein entläßt. Der Treibcylinder besteht aus zwei Teilen C und C_{1}. Ist der Treibkolben in seine tiefste Stel-^[folgende Seite]

^[Abb.: Feuerluftmaschine von Gebrüder Bénier. Fig. 1. Längsschnitt. Fig. 2. Querschnitt.]