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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Kuppelung; Kurorte; Kurtz; Kurz; Kurzschluß; Kurzsichtigkeit

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Kuppelung - Kurzsichtigkeit.

troytischen Fällung des Kupfers patentieren lassen. Die der Elektrolyse zu unterwerfende Flüssigkeit besteht aus einer Lösung von Eisenvitriol, Kupfervitriol und etwas freier Schwefelsäure. Die Flüssigkeit tritt bei Anwendung einzelner Zersetzungszellen durch den Trichter T (s. Figur) an den Boden derselben ein, steigt in die Höhe, wobei sich das Kupfer an der Kathode Cu abscheidet, und fließt über den obern Rand der Membran D nach dem Anodenraum, in welchem Stäbe oder Platten aus Kohle die Anode C bilden. In dem Anodenraum wird das Eisenoxydulsulfat zu Eisenoxydsulfat oxydiert. Die Flüssigkeit fließt schließlich durch das Rohr R wieder ab. Das in Lösung befindliche, bei der Elektrolyse gebildete Eisenoxydsulfat hat die Eigenschaft, Halbschwefelkupfer (Cu_{2}S), Schwefelkupfer (CuS) und Kupferoxyd in Kupfervitriol überzuführen und zwar unter Rückbildung von Eisenoxydulsulfat. Der Kupfergewinnungsprozeß besteht nun darin, daß man pulverförmigen Kupferkies bis zur vollständigen Oxydation des Eisens abröstet, wobei das K. größtenteils als Halbschwefelkupfer im Röstgut vorhanden ist. Das Röstgut wird mit der aus den Zersetzungszellen abfließenden Flüssigkeit in geeigneten Apparaten ausgelaugt und die Eisen- und Kupfervitriol enthaltende Flüssigkeit der Elektrolyse unterworfen; nach der Entkupferung und Oxydation des Eisenoxydulsulfats in den Zersetzungszellen kann die Flüssigkeit aufs neue zur Auslaugung des Röstgutes verwandt werden. Die erforderlichen Apparate sind neuerdings wesentlich vervollkommt worden.

^[Abb.: Apparat zur elektrolytischen Fällung des Kupfers.]

Kuppelung. Gebrüder Mannesmann in Remscheid haben eine neue Art von K. erfunden, welche sowohl eine axiale Verschiebung der zu kuppelnden Wellenstücke als auch eine Verstellung des Winkels, unter dem die Wellenstücke aneinander stoßen, gestatten. Die ursprüngliche Bestimmung dieser K. war, bei den zur Ausführung des Mannesmannschen Schrägwalzverfahrens dienenden Walzwerken (s. Bd. 17, S. 708 f.) die Walzen und ihre Zuleitungswellen in angemessener Weise mit den festgelagerten Triebwellen zu kuppeln. Es bedurfte bei dem einfachsten dieser Walzwerke vier Kuppelungen, zwei für jede Walze, welche eine weitgehende Verstellung sowohl im Winkel als auch der Länge nach gestatten mußten. Zugleich aber mußte die Übertragung ganz gleichförmig vor sich gehen, derart, daß das mittels der K. angetriebene Wellenstück ebenso gleichmäßig rotierte wie das antreibende. Eine gute K. für diese Anforderungen gab es nicht; das bekannte Universalgelenk (s. Bd. 10, S. 336) überträgt die Bewegung zu ungleichmäßig und nimmt auch zu viel Raum ein. Die von Mannesmann erfundene K. arbeitet ohne Bewegungsfehler und nimmt nicht mehr Raum ein als eine gewöhnliche Klauenkuppelung. Die Figur zeigt eine schematische Darstellung der K. nach Reuleaux. Denkt man sich die Wellen a und b von zwei Punkten aus, die gleichweit vom Achsenschnittpunkt S abliegen, mit sehr dünnen, in der Figur sich als Linien darstellenden Armen versehen, welche mit den Achsen b S und a S gleiche Winkel einschließen, so bleiben die berührenden Paare dieser Arme bei gleichförmiger Drehung beider Achsen stets in Berührung. Aus der Lage s_{1} gelangt z. B. der Berührungspunkt nach einer Achsendrehung von 180° in die Lage s_{2}. Der Berührungspunkt wird dabei den Umriß eines schrägen Schnittes durch zwei gerade Kreiskegel, welche von den Armen von a und b beschrieben werden, umfahren, hier also eine Ellipse. Um die Berührung der Linien zu verwirklichen, könnte man sie als scharfe Kante von Stahl ausführen, würde indessen damit ein der Zerstörung rasch anheimfallendes Getriebe erzielen. Mannesmann wandte statt der scharfen Kanten halbe Cylinder an, welche sich mit den ebenen Halbierungsflächen berühren und zwar so, daß die Achsen der Cylinder mit den Linien s_{2} a, s_{2}, b, s_{1} a und s_{1} b zusammenfallen. Mit den gekrümmten Rückenflächen sind diese Cylinder in entsprechenden Höhlungen massiver Arme, die von a und b ausgehen, gelagert. Zwei solche zusammenwirkende Cylinder bilden ein Gelenk, welches nach Reuleaux' Vorschlag den Namen Schnittgelenk erhalten hat, so daß danach die K. als Schnittgelenkkuppelung zu bezeichnen ist. Diese K., aus Stahlguß in den Hauptkörpern, aus harter Bronze in den Schnittgelenken, die übrigens auch als Kugelstücke gebildet sein können, hat sich in jeder Beziehung vortrefflich bewährt und leistet bei den praktischen Betrieben der Mannesmann-Walzwerke die vorzüglichsten Dienste. Natürlich wird sie in der Maschinentechnik auch sonst zweckmäßig Verwendung finden, wo ähnliche Bedingungen bezüglich der Beweglichkeit der zu kuppelnden Wellenstücke gestellt sind.

^[Abb.: Kuppelung von Mannesmann.]

Kurorte, Gesundheitsverhältnisse, s. den Bericht: Balneologische Gesellschaft.

Kurtz, Johann Heinrich, Theolog, ehemals Professor der Kirchengeschichte an der Universität Dorpat, starb im Mai 1890 in Marburg.

Kurz, Isolde, Dichterin und Schriftstellerin, geb. 21. Dez. 1853 zu Stuttgart als Tochter des Dichters Hermann K., siedelte, nachdem sie ihre Bildung in Stuttgart und Tübingen empfangen, mit ihrer Familie nach Florenz über, wo sie sich zunächst als feinsinnige Übersetzerin aus dem Englischen, Französischen und Italienischen bethätigte, ein selbständiges poetisches Talent aber durch eigentümlich tiefe und formvollendete »Gedichte« (Stuttg. 1888; 2. vermehrte Aufl. 1890) wie in den »Florentiner Novellen« (das. 1890) und den »Phantasien und Märchen« (das. 1890) erwies.

Kurzschluß, s. Elektrischer Kurzschluß.

Kurzsichtigkeit. Weitaus in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle von K. ist Augenanstrengung während der Wachstumsperiode als die Ursache derselben anzusehen. Die reiche Statistik, welche diesen Beweis lieferte, wurde von Cohn mit einer Untersuchung von 10,060 Kindern eingeleitet und bezieht sich heute auf 200,000 Individuen in allen Ländern. Sie ergab folgende Thatsachen: Die Häufigkeit der