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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Meteorstaub; Methacetin; Methylenblau; Metternich; Metzger; Mexiko; Meyer

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Meteorstaub - Meyer.

von E einen Hammer zum Fallen bringt, welcher den Draht abhaut. Endlich ist noch zu bemerken, daß BBB das Gestell bedeutet, die Druckrolle M' von dem um Q drehbaren Hebel J getragen und mittels der Schraube K angepreßt wird. Die Blattfedern haben außerordentlich verschiedene Formen (Schloßfedern, Korsettfedern, U-förmige Federn an Werkzeugen, Kutschenfedern, Waggonfedern etc.), werden aber auf sehr einfache Weise hergestellt: 1) aus Stahlblech durch Ausschneiden und Biegen; 2) aus geplättetem Stahldraht (Korsett- und Krinolinenfedern); 3) durch Schmieden in Gesenken und Biegen nach Schablonen; 4) durch Walzen auf exzentrischen Walzen (Waggonfedern, Fig. 2 A). Die geeignetste Stahlsorte zu den großen Tragfedern ist halbweicher Stahl, der rotwarm in Wasser von 30° C. gehärtet und blau angelassen wird. Die Tonfedern werden entweder aus hartem Stahldraht (Schlagfedern) oder Stahlblech (Zungenfedern in Musikwerken) hergestellt.

^[Abb.: Fig. 3. Federwickelmaschine.]

Meteorstaub, s. Staub.

Methacetin (Paraoxymethylacetanilid), kleine, schwach rosarote, glänzende, geruch- und geschmacklose Blättchen, löst sich schwer in kaltem, leichter in heißem Wasser, auch in Alkohol und wird als Fiebermittel gegen Gelenkrheumatismus, Influenza und Migräne benutzt. Größere Dosen sollen keine schädlichen Wirkungen hervorbringen, doch ist die starke Schweißbildung, welche es verursacht, seiner Anwendung bisweilen hinderlich.

Methylenblau C16H18N3SCl ^[C_{16}H_{18}N_{3}SCl], das Chlorhydrat oder das Zinkchloriddoppelsalz des Tetramethylthionins, entsteht bei Oxydation eines Gemenges von salzsaurem Amidodimethylanilin und Schwefelwasserstoff oder bei Behandlung des aus Amidodimethylanilin erhaltenen Oxydationsprodukts mit Schwefelwasserstoff, ferner bei Behandlung einer Lösung von Nitrosodimethylanilin in konzentrierter Schwefelsäure mit Schwefelzink und Oxydation der hierbei entstandenen Leukobase des Methylenblaus. Dunkelgrünes oder rotbraunes, bronzeglänzendes Pulver, gibt mit Wasser leicht eine blaue Lösung, ist in Alkohol weniger leicht löslich und wird durch Reduktionsmittel entfärbt, doch kann die entstandene Leukobase wieder zu M. oxydiert werden. M. ist das solideste Baumwollenblau, auf Seide und Wolle sind die Farben weniger echt. Innerlich oder bei subkutaner Anwendung erwies sich M. von außerordentlich schmerzstillender Wirkung bei allen neuritischen Prozessen und bei rheumatischen Affektionen der Muskeln, Gelenke und Sehnenscheiden ohne schädliche Nebenwirkung.

Metternich, 2) Klemens Lothar Wenzel, Fürst von. Vgl. Mazade, Un chancelier d'ancien régime. Le règne diplomatique de M. de Metternich (Par. 1889).

Metzger, J. C. ^[Johann Carl], Männergesangskomponist, geb. 16. Mai 1827 zu Wien, veröffentlichte Männerchöre (von denen eine Hymne: »Groß ist der Herr!« vom Musikfestkomité in Baltimore mit einem Preis ausgezeichnet wurde) und Lieder für eine Stimme. M. ist auch Erfinder des »Akkordsignals«.

Mexiko, Altertümer, s. Amerikanistenkongreß, S. 18.

Meyer, 1) Adolf Bernhard, Zoolog und Anthropolog, geb. 11. Okt. 1840 zu Hamburg, studierte seit 1862 in Göttingen, Wien, Berlin, Zürich Naturwissenschaft und Medizin, bereitete sich seit 1867 in Berlin für Reisen vor und ging 1870 nach Celebes, den Philippinen und Neuguinea, von wo er 1873 zurückkehrte. 1874 folgte er einem Ruf an das königliche naturhistorische Museum in Dresden, welches er neu organisierte und zu einem der bestgeleiteten Deutschlands gestaltete. Er veröffentlichte: »Das Hemmungsnervensystem des Herzens« (Berl. 1869); Auszüge aus seinen Neuguinea-Tagebüchern (Dresd. 1875); »Mitteilungen aus dem königlichen zoologischen Museum zu Dresden« (das. 1875-78, 3 Bde.); »Abbildungen von Vogelskeletten« (das. 1879-90, 2 Bde. mit 150 Tafeln); »Publikationen des königlichen ethnographischen Museums zu Dresden« (das. 1881-91, 9 Bde.); »Die Hirschgeweihsammlung zu Moritzburg« (das. 1883-87, 2 Bde.); »Album von Philippinentypen« (das. 1884-90, 2 Bde.); »Gurina im Obergailthal, Kärnten« (das. 1885, Nachtrag 1886); »Das Gräberfeld von Hallstatt« (das. 1885); »Unser Auer-, Rackel- und Birkwild und seine Abarten« (Wien 1887); »Album von Celebestypen« (Dresd. 1889). Auch übersetzte er Werke von Darwin, Wallace, Sclater und gibt die »Abhandlungen und Berichte des königlich zoologischen und anthropologisch-ethnologischen Museums in Dresden« (Berl., seit 1886) heraus.

2) Franz Sales, kunstgewerblicher Schriftsteller, geb. 9. Dez. 1849 zu Kenzingen in Baden, bildete sich nach dem Besuch des Lehrerseminars in Meersburg seit 1867 an der polytechnischen Hochschule zu Karlsruhe, wurde 1871 daselbst als Lehrer an der Kunstgewerbeschule angestellt und 1879 zum Professor ernannt. Er veröffentlichte: »Ornamentale Formenlehre« (Leipz. 1886, mit 300 Taf.); »Handbuch der Ornamentik« (das. 1888-90); »Handbuch der Schmiedekunst« (das. 1888); »Handbuch der Liebhaberkünste« (das. 1889); »Musterbuch moderner Schmiedeeisenarbeiten« (Karlsr. 1888-90, 3 Tle.) und mit Theod. Krauth das »Schreinerbuch« (Leipz. 1890, 2 Bde.).

3) M. Wilhelm, Astronom, geb. 15. Febr. 1853 zu Braunschweig, widmete sich anfangs dem Buchhandel, dann aber auf den Universitäten, resp. Sternwarten von Göttingen, Leipzig, Zürich der Astronomie, promovierte 1875 in Zürich, habilitierte sich daselbst 1876 als Privatdozent, wurde 1877 Observator an der Sternwarte in Genf, habilitierte sich 1882 daselbst, siedelte aber schon 1883 nach Wien und später nach Berlin über und wurde 1888 Direktor der Gesellschaft Urania für populäre Naturwissenschaft. Er schrieb: »Die Königin des Tages und ihre Familie«