Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Metallfedern

615

Metallfedern (Herstellung).

führt und zugleich gerade gerichtet. Endlich windet es sich um sechs mit Schmirgel bedeckte Walzen zum Abschleifen auf beiden Seiten und zum Aufwickeln auf die Rolle i. Da sich das Öl in dem Bade bald erhitzt, so wird es stetig aus dem Behälter m durch frisches ersetzt, während das erwärmte durch ein Überlaufrohr o in den Behälter p abfließt. Desgleichen läuft das zwischen den langsam hin- und hergeführten Ballen f abgestreifte Öl in den Behälter p zurück. Bei der Einrichtung von Lüttges in Solingen befindet sich an Stelle des Ölbades ein Paar mit durchlaufendem Wasser kalt gehaltener, drehender Eisentrommeln, die aufeinander pressen, um das Verziehen zu verhindern, und natürlich den Ballenapparat überflüssig machen. Sehr günstige Resultate sollen durch Einschalten der Federn in den Stromkreis einer Dynamomaschine erhalten werden, indem man dadurch die Federn entweder zum Härten oder zum Nachlassen oder zu beiden Vorgängen erwärmt. Namentlich soll diese Methode die gleichmäßigste Härtung sichern. Mit Hilfe der beschriebenen Vorrichtungen findet auch die Härtung von Draht, Krinolinenfedern, Laubsägen u. dgl. statt, die im übrigen häufig statt aus Blechstreifen aus geplättetem Draht erzeugt werden. Sollen die Federn ihre Anlaßfarben behalten, so wird der Schleifapparat vor dem Nachlaßapparat aufgestellt. Die feinen Uhrfedern bedürfen noch einer genauen Justierung ihrer Breite und Dicke, indem man sie zwischen verstellbaren Schleifwalzen auf das gewünschte Maß abschleift und poliert. In entsprechend lange Stücke zerschnitten, werden die Uhrfedern an den Enden durch Erwärmen weich gemacht, mit Löchern zum Einhängen versehen und endlich auf einem sogen. Federwinder spiralförmig gewunden. Der Federwinder besteht in einer kurzen, kräftigen Achse, die in einem Gestell so gelagert ist, daß beide Enden frei vorstehen. Auf das eine Ende wird eine Drehkurbel gesteckt, auf das andre die Feder mit dem Loche über einen kleinen Haken befestigt, so daß sie durch Drehung mitgenommen und gewickelt wird, während eine einfache Sperrvorrichtung die Rückdrehung verhindert.

Die Schraubenfedern (Fig. 2: B, C, D) werden aus runden, seltener viereckigen Drähten oder Stangen oder flachen Schienen aus Stahl in Cylinder- oder Kegelform hergestellt. Zu Drahtfedern (Springfedern) verwendet man, um das Härten und Anlassen zu umgehen, hartgezogenen oder gewalzten Draht, der jedoch vor der Verarbeitung, um die mit solcher Härte entstehende große Brüchigkeit zu verlieren, mindestens acht Tage gelegen haben muß, um kalt verarbeitet werden zu können. Dicker Draht etc. dagegen ist im rotglühenden Zustand zu verarbeiten. In allen Fällen besteht die Anfertigung der Schraubenfedern darin, daß man das Material um einen passenden eisernen Dorn wickelt, dessen Oberfläche die innere Gestalt der Feder und zweckmäßige Vertiefungen (Schraubennuten) besitzt, in welche sich der Draht etc. legt, oder indem man den Draht nach dem der Biegmaschine zu Grunde liegenden Prinzip biegt. Zu Doppelkegelfedern ist der Wickeldorn aus zwei Kegeln gebildet, die mit den kleinen Grundflächen lösbar verbunden sind, um jeden Kegel aus der gewickelten Feder herausdrehen zu können. Das Umwickeln des Dornes erfolgt entweder durch Drehung des letztern unter Zuführung des Materials, oder auch bei den großen Federn durch Umschmieden. Zur Drehung bedient man sich je nach der erforderlichen Kraft einer einfachen Handkurbel, der Drehbank oder besonderer Maschinen. Die eigentlichen Federnwickelmaschinen sind entweder so eingerichtet, daß sie Drähte von abgepaßten Längen unter gehöriger Spannung auf Dorne wickeln, oder die Biegung mittels dreier Rollen nach dem Grundsatz der Biegmaschine vollziehen, daß drei Punkte einen Kreis festlegen. Auf letzterm Grundsatze beruht die in Fig. 3 (S. 616) skizzierte Maschine. Der Draht FF wird von zwei gehörig zusammengepreßten Rollen MM' gefaßt und gewaltsam durch das Rollenpaar GM geschoben, wo von G an einem höher oder tiefer zu stellenden Schieber N N drehbar befestigt ist. Bei einer bestimmten Stellung von G krümmt sich der Draht nach einem Kreise von bestimmtem Durchmesser, z. B. F': es entstehen Cylinderfedern. Wird jedoch G allmählich gesenkt, so werden die Kreise stetig kleiner: einfache Kegelfedern; allmähliche Senkung und Hebung von G erzeugen Doppelkegel- oder Bauchfedern. Die allmähliche Hebung und Senkung von G erfolgt von dem Kreisexzenter E mittels des umdrehbaren Hebels LL, der durch den Zwischenarm L'L' die Einstellschrauben E' E' und Rolle G'' durch Einwirkung auf den Zapfen Y des Schiebers N N, indem durch eine Umdrehung von E eine Senkung und Hebung veranlaßt wird. Der Antrieb der Maschine geht von der durch eine Handkurbel oder Riemenscheibe in Drehung versetzten Welle O aus und überträgt sich durch das Zahnrad I auf Zahnräder der Wellen P, P', G' und P'', während die Exzenterwelle Z von O aus mittels einer Schraube ohne Ende Drehung erhält. Ein auf Z sitzender Daumen bestimmt dadurch die zu jeder Feder nötige Drahtlänge, daß er nach je einer Umdrehung

^[Abb.: Fig. 1. Federhärtmaschine.]

^[Abb.: Fig. 2. Federformen. A Waggonfedern, B C D Schraubenfedern.]