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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Norderney; Norwegen

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Norderney - Norwegen.

G. B. Grinnell sammelte die Märchen und Fabeln der Pawnees (»Pawnee hero stories and folk tales«, 1889), unter denen er sich vor Jahren aufgehalten hatte; der Historiker Charles C. Jones die Volkserzählungen der schwarzen Rasse der Sumpfregion von Georgia sowie von Nord- und Südcarolina (»Negro myths in Georgia«, 1888); die jetzigen sozialen Verhältnisse der Neger behandelt in entschieden negerfeindlicher Weise Phil. A. Bruce in »The plantation negro as a freeman« (1889), während sich Louis H. Blair (»The prosperity of the south as dependent upon the elevation of the negro«, 1889) als ebenso entschiedener Negerfreund erweist. Auf dem Felde der Volkskunde verdienen noch Erwähnung: Fletcher S. Bassetts »Legends and superstition of the sea and of the sailors« (1885), J. ^[Jeremiah] Curtins »Myths and folklore of Ireland« (1890), T. F. Cranes »Italian popular tales« (1886), R. M. Daggetts »Legends of Hawaii« (1889), Charles D. C. Mills »Tree of mythology« (1889), Sarah E. Titcombs »Aryan sun-myths« (1890). E. D. Walker gibt in »Reincarnation« (1888) eine Darstellung der Lehre von der Seelenwanderung.

Auf dem Gebiete der Sprachwissenschaft ist zuerst das unter der Redaktion von Prof. Whitney erscheinende, umfangreiche »Encyclopedic lexikon of the English language« in 6 Banden, von dem bis jetzt 3 Bände vorliegen, zu verzeichnen; von Bedeutung sind auch Balgs »Comparative glossary of the Gothic language« (1890) und Harrison-Baskervilles angelsächsisches Lexikon (1885). - Auch der Pädagogik wurde in neuerer Zeit eine mehr wissenschaftliche Behandlung zu teil. Die im Appletonschen Verlag erscheinende »International Education Series« hat es bis jetzt auf 15 Bände gebracht (darunter Werke über Pestalozzi, über europäische Schulverhältnisse von L. Klemm, Übersetzungen von Rosenkranz' »Philosophie der Erziehung« und Preyers »Die Seele des Kindes«). Hiram Olcutt, der Begründer des »New England Journal of Education«, hat seine pädagogischen Erfahrungen in dem inhaltreichen Werke »School keeping« (1885) niedergelegt; die Grundsätze des erziehenden Unterrichts, der Charakterbildung fanden in Thomas J. ^[Jefferson] Morgan (»Studies in paedagogy«, 1890) einen begeisterten Anhänger. - Nach wie vor ist die Philosophie vornehmlich das Arbeitsfeld der Theologen, und so gehen auch die philosophischen Erscheinungen der jüngsten Periode von dem Bestreben aus, die modernen Errungenschaften der Naturforschung mit den religiösen Dogmen in Einklang zu bringen, wie die Werke von Josiah Royce (»The religious aspect of philosophy«, 1885), F. Hedge (»Atheism in philosophy«, 1885), Charles W. Shields (»Philosophia Ultima«, 1879-89, 2 Bde.), F. E. Abbott (»Scientific theism«, 1886) und J. M. ^[James Macbride] Sterrett (»Studies in Hegel's philosophy of religion«, 1890). Im Gegensatz hierzu huldigt William Salter (»Ethical religion«, 2. Aufl. 1890) vorurteilsfreien Anschauungen ohne dogmatischen Hintergrund.

Mehr und mehr ist auch die soziale Frage in Nordamerika das Studiengebiet ernsthafter Schriftsteller geworden. Während K. Heber Newton, ein freisinniger Geistlicher in New York, in seinen »Social studies« (1887) die soziale Frage durch praktische Christenliebe, John B. Clark (»The philosophy of wealth«, 1887) durch die allgemeine Menschenliebe und Bekämpfung des Egoismus zu lösen sucht, sieht Wheelbarrow (»Articles and discourses on the labor question«, 1890) das Heil in Hebung der Schulen. Von größerer Bedeutung für die Kenntnis der Arbeiterfrage in Nordamerika ist das Werk »The labor movement in America« (1886) des Professors Richard Ely, der in einer neuern Schrift: »Social aspects of christianity« (1889), seinen Standpunkt des »praktischen Christentums« noch entschiedener vertritt und in Washington Gladden (»Applied christianity«, 1877), Julius H. Ward (»The Church in modern society«, 1889), John L. Peck (»The kingdom of the unselfish«, 1889) Gesinnungsgenossen hat. Ein praktisches Kompendium zum Studium der sozialen Frage gibt T. E. Brown in den »Studies in modern socialism« (1887).

Die Gefahren, welche die Union durch die Eisenbahnmonopole bedrohen, hat James F. Hudson in dem Werke »The Railways and the Republic« (1886) dargelegt. Ein hochbedeutendes Werk über Verbrechen u. Verbrecher lieferte Sanford M. Green in »Crime« (1889). Die brennende Frage: Freihandel oder Schutzzoll? wird nach wie vor lebhaft erörtert. Für das Prinzip des Freihandels wirken seit geraumer Zeit Sumner, Henry George, Schönhoff, Bonham, Walcker, Lieb, Ely u. a., für den Schutzzoll hauptsächlich Thompson, Bollas, Hoyt und besonders van Buren Denslow (»Economic philosophy«, New York 1888). Vgl. Charles F. Richardson, »American literature« (New York 1887-88, 2 Bde.); H. Smith, A century of American literature (Lond. 1889); K. Knortz, Geschichte der nordamerikanischen Litteratur (Berl. 1891, 2 Bde.).

Norderney, Seehospiz, s. den Bericht: Naturforscherversammlung, S. 640.

Norwegen. Nach der Ende des Jahres 1885 in den Städten des Landes veranstalteten Volkszählung betrug die Bevölkerung in den Städten mit mehr als 5000 Seelen (a = ortsanwesende, b = domizilierte):

a b a b

Christiania 128302 130027 Christiansund 9817 9790

Bergen 46552 47075 Skien 7262 7289

Drontheim 23753 23979 Tönsberg 6938 7034

Stavanger 22634 23911 Aalesund 6902 6889

Drammen 19391 19601 Moß 6867 6906

Christianssand 12749 13022 Tromsö 5935 5734

Fredrik st ad 11239 11212 Horten 5771 5854

Fredrikshald 11237 11246 Haugesund 5326 5609

Laurvik 11084 11196 Kragerö 5177 5344

Unter den größern Städten war die Zunahme der Bevölkerung seit der Zählung von 1875 nur bedeutend bei Christiania (35,3 Proz.), Laurvik (30,5 Proz.) und Bergen (26,7 Proz.); bei Drontheim betrug sie nur 7,2 und bei Drammen 4 Proz. Die Eheschließungen haben sich seit der Periode 1876-80 stetig vermindert, sie betrugen 1888: 12,154 (Abnahme im letzten Jahrzehnt 1316). Dagegen ist die Zahl der Geburten seit 1866 fast regelmäßig gestiegen (1888: 61,277). Die Zahl der Todesfälle war 1888 (33,645) höher als im Durchschnitt der letzten drei Jahrzehnte und der Überschuß der Geburten demnach geringer. Die Auswanderung hatte sich im Zeitraum 1883-88 fast verdoppelt, ist dann aber 1889 auf 12,642 Köpfe (1888: 21,452) gesunken.

Der Besuch der Universität Christiania hat sich in den letzten Jahren beträchtlich gesteigert; sie zählte 1888: 54 Dozenten und 1650 Studierende (1883: 840). Von den 21 höhern Knabenschulen waren 1886: 17 Staatslyceen und 4 private Latein- und Realschulen, die zusammen von 4959 Schülern besucht wurden; außerdem gab es 35 kommunale und 4 private Mittelschulen für Knaben mit zusammen 4535 Schülern, endlich 6 Knaben-, 49 Mädchen- und 34 Mittelschulen für beide Geschlechter. Auf dem Lande