Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Pemphigus; Peptone; Perponcher-Sedlnitzki; Perry; Persien; Perthes; Peru; Peters

700

Pemphigus - Peters.

chen fort und lebt jetzt in Innsbruck als Dirigent des Musikvereins und der Liedertafel. Veröffentlichte Kompositionen für Männerchor (»Die Wettertanne«), für gemischten Chor, Melodramen, auch Orchesterwerke, Klavier- und Orgelstücke.

Pemphigus, s. Innere Medizin, S. 443.

Peptone. Die Präparate, welche bei Störungen des Verdauungsapparats und bei Daniederliegen des Stoffwechsels dem geschwächten Organismus einen Teil der Verdauungsarbeit abnehmen sollen, haben sich vielfach bewährt. Sie werden gut assimiliert und können das Fleischeiweiß in der Nahrung völlig ersetzen. Die häufig angewandte Leube-Rosenthalsche Fleischsolution wird erhalten, indem man fettfreies Ochsenfleisch mit Wasser und einigen Tropfen Salzsäure 10-15 Stunden im Papinschen Topfe kocht, den Rückstand im Mörser zerreibt, nochmals 15 Stunden kocht, dann die Flüssigkeiten mit kohlensaurem Natron fast neutralisiert und bis zur Breikonsistenz verdampft. Das Präparat ist sehr nahrhaft, leicht verdaulich, schmeckt aber nicht besonders angenehm. Das Sanderssche Peptonpräparat, aus Rindfleisch mit Pankreatin gewonnen, ist sirupartig und enthält 55 Proz. Pepton. Noch peptonreicher ist das Wittesche Präparat aus Fibrin. Angenehmer im Geschmack als diese Präparate sind diejenigen von Finzelberg, Koch, Kemmerich, letzteres mit 10 Proz. Eiweiß und 37 Proz. Pepton. Das Kaseïnpepton von Weyl, aus Milchkaseïn dargestellt und mit Fleischextrakt versetzt, enthält 68 Proz. Pepton und 12,7 Proz. Salze. Verhältnismäßig arm an Nährstoffen, aber am wohlschmeckendsten ist das Präparat von Denaeyer. Cibils Fleischpepton wird mit Hilfe des Saftes des Melonenbaums (Carica Papaya) hergestellt, es ist klar löslich, von ziemlich gutem Geruch und Geschmack und sehr haltbar. Nach Munk verhalten sich die Hemialbumosen in Bezug auf Nährwert und Assimilationsfähigkeit analog dem Pepton, schmecken aber nicht unangenehm, nur etwas fade, und eignen sich deshalb vortrefflich zu Präparaten, welche die P. gut ersetzen können. Ein derartiges Präparat bereitet Antweiler aus mit Wasser kräftig ausgelaugtem Fleische durch Digestion mit dem Safte von Carica Papaya; es enthält 59 Proz. Hemialbumose und nur 6 Proz. Pepton. P. sind überall mit Nutzen anwendbar, wo die sekretorische Funktion im Magendarmkanal daniederliegt, also im Fieber, bei chronischen Zehkrankheiten, bei gewissen Affektionen des Verdauungsapparats. Man kann sie auch zu Ernährungsklystieren benutzen, doch leisten sie hier nicht mehr als Eiweiß, welches vom Darm ebenso gut resorbiert wird.

Perponcher-Sedlnitzki, Wilhelm, Graf von, schied 1. Jan. 1891 aus den von ihm zuletzt bekleideten preußischen Hofämtern als Oberschloßhauptmann und Intendant der königlichen Gärten aus. Seine Gemahlin Antoinette, geborne Gräfin Maltzahn, war Oberhofmeisterin der Kaiserin Augusta.

Perry, Matthew Calbraith, amerikan. Seefahrer. Seine Biographie schrieb Griffis (neue Ausg., Boston 1890).

Perry, Stephan Joseph, Astronom, geb. 26. Aug. 1833 zu London, wurde in Douai und Rom für den priesterlichen Stand vorbereitet, trat am letztern Orte 1853 in den Jesuitenorden und wurde nach Absolvierung seines Noviziats und Vollendung seiner philosophischen und mathematischen Studien in England und Frankreich Professor der Mathematik und Direktor der Sternwarte am Jesuitenkolleg von Stonyhurst, welche Ämter er, abgesehen von einer mehrjährigen Unterbrechung durch theologische Studien in St. Bueno's College in Nordwales, nach deren Beendigung er 1866 die Priesterweihen empfing, bis zu seinem Tode bekleidete. Während vor seiner Zeit in Stonyhurst hauptsächlich meteorologische und magnetische Beobachtungen angestellt worden waren, machte P. die spektroskopischen Beobachtungen der Sonne zu einem Hauptgegenstand seiner Thätigkeit; die Ergebnisse dieser Beobachtungen wurden alljährlich in einem besondern Bändchen veröffentlicht. In den Jahren 1868, 1869 und 1871 unternahm P. magnetische Beobachtungen im westlichen und östlichen Frankreich sowie in Belgien; 1870 nahm er bei Cadix an der Beobachtung der totalen Sonnenfinsternis vom 22. Dez. teil, stand 1874 an der Spitze der englischen Venusexpedition nach der Kergueleninsel, beobachtete den Venusdurchgang 1882 auf Madagaskar, die totale Sonnenfinsternis vom 29. Aug. 1886 in Carrincou ^[richtig: Carriacou] und ging zur Beobachtung der Finsternis vom 19. Aug. 1887 nach Rußland. Endlich führte er im November 1889 eine englische Expedition zur Beobachtung der totalen Sonnenfinsternis vom 22. Dez. nach den Salutinseln an der Küste von Demerara, wo er 27. Dez. 1889 starb.

Persien. Nachdem der Schah im November 1888 den Karunfluß im SW. des Landes für die Schifffahrt freigegeben hatte, hat sich eine englische Gesellschaft gebildet, welche den Unterlauf desselben bis zu den Stromschnellen von Ahwas befahren läßt. Einer ihrer Dampfer hat nun im Frühling 1890 glücklich dies Hindernis überwunden und soll im Dienste der persischen Regierung ständig zwischen Ahwas und Schuschter fahren. Eine andre Gesellschaft, die in Verbindung mit der (Reuterschen) kaiserlichen Bank von Persien steht, ist damit beschäftigt, eine Straße von Schuschter nach Teheran zu bauen, was allerdings mit großen technischen Schwierigkeiten verbunden ist. In Burudschird soll sich eine Seitenstraße nach Ispahan abzweigen. Ferner hat der Schah die Genehmigung zum Bau einer Straße von Teheran nach Tebriz, der zweiten, wenn nicht schon der ersten Handelsstadt Persiens, erteilt. - Zur Litteratur: Rausch v. Traubenberg, Hauptverkehrswege Persiens (Halle 1890); Dieulafoy, L'art antique de la Perse (Par. 1882-88, 5 Bde.).

Perthes, Hermann Friedrich, Gymnasialpädagog, geb. 5. Febr. 1840 zu Bonn als Sohn des Rechtsgelehrten Klemens Theodor P., studierte in Bonn und Berlin Philologie, war seit 1863 Gymnasiallehrer in Wesel und Berlin, 1868 Rektor des Progymnasiums zu Mörs, 1870 Direktor des Gymnasiums Bugenhagianum zu Treptow a. d. Rega, 1873 badischer Geheimer Hofrat und Prinzenerzieher. Seit 1878 Brustleidens halber in Davos lebend, leitete er dort noch zeitweilig eine Erziehungsanstalt und starb 13. Juni 1883. Seine nachwirkende Bedeutung liegt in dem mit Nachdruck betriebenen Versuch, den lateinischen Unterricht an höhern Schulen naturgemäßer zu gestalten und namentlich auf die Wortkunde, d. h. auf eine Art Anschauungsunterricht, zu begründen. Er gab heraus: »Quaestiones Livianae« (Bonn 1863); »Zur Reform des lateinischen Unterrichts« (Berl. 1873-75, 4 Hefte) und einige lateinische Schulbücher (»Lateinische Wortkunde mit Anschluß an die Lektionen«, »Cäsar-Wortkunde« u. a.).

Peru. Im August 1890 wurde Morales Bermudez zum Präsidenten gewählt u. trat 10. Aug. sein Amt an.

Peters, 2) Christian Heinrich Friedrich, Astronom, starb im Juli 1890 in Clinton (New York).