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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Schießen

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Schiefer, kristallinische - Schießen.

ten der Geologen weit auseinander. Während die einen in ihnen die ursprüngliche Erstarrungskruste der Erde erblicken oder sie für echte, in den Urmeeren abgelagerte Sedimente halten, treten andre für ihre eruptive Entstehung ein und sehen in ihnen plutonische, ursprünglich massig ausgebildete, dann aber durch Gebirgsdruck schieferig gewordene Gesteine, also strukturell veränderte Granite, Diorite, Syenite und Gabbros oder mehr oder weniger alte, durch dynamische Vorgänge oder im Kontakt mit Eruptivgesteinen umgewandelte Sedimente, z. B. frühere Thonschiefer und Konglomerate. Diese Verschiedenheit der Anschauungen ist zum großen Teil darauf zurückzuführen, daß in einzelnen Gebieten gewonnene Erfahrungen einseitig als allgemein gültig für k. S. angesprochen wurden, und daß man auch bezüglich der Definition dessen, was als k. S. zu bezeichnen sei, nicht selten ganz verschiedener Ansicht war. Rosenbusch macht nun darauf aufmerksam, daß k. S. überall an der Basis der normalen Sedimentformationen als sogen. Grundgebirge auftreten und zum Teil unter Verhältnissen, welche darauf hindeuten, daß zur Zeit ihrer Bildung bereits Organismen auf der Erde vorhanden waren, wenn man auch streng genommen nur aus dem Auftreten von Lagern körnigen Kalkes oder aus dem Gehalt an Graphit oder amorpher Kohle auf ihre Anwesenheit schließen darf. Aber auch aus zweifellos fossilführenden Formationen sind in neuerer Zeit k. S. bekannt geworden, welche in Struktur und Mineralführung sich in nichts von typischen Gesteinen des Grundgebirges unterscheiden. Dagegen zeigen die Gneise aus den tiefsten Abteilungen des Grundgebirges überall auf der Erdoberfläche dieselbe gleiche Ausbildung, indem sie stofflich und strukturell große Ähnlichkeit mit den ältesten nachweislich eruptiven Gesteinen besitzen. Diese dem tiefsten überhaupt bekannten Horizont der festen Erdrinde entsprechenden Gesteine dürften nach Rosenbusch als erste Erstarrungskruste anzusehen sein, für den Fall, daß solche überhaupt irgendwo auf der Erde zu Tage tritt. Andre k. S. zeigen gleiche Mineralassociation wie Eruptivgesteine und dürften aus solchen durch mechanische Einflüsse hervorgegangen sein, wieder andre hält Rosenbusch für ursprünglich echte Sedimente, welche durch nachträgliche mechanische Vorgänge eine Veränderung, besonders eine teilweise Umkristallisierung erfahren haben. Während aber für die Eruptivgesteine die Gesetze, nach welchen sich die aus dem Schmelzfluß nacheinander zur Ausscheidung gelangten Mineralien anordnen, chemische sind, deuten Anordnung und Verwachsung der Gemengteile der kristallinischen Schiefer auf mechanische Vorgänge, welche entweder auf das bereits verfertigte Gestein eingewirkt haben, oder schon bei der ursprünglichen Bildung desselben thätig gewesen sind. Selbst wo dies scheinbar nicht der Fall ist, wo durch nachträglich im starren Gestein entstandene Mineralneubildungen porphyrartige Strukturen vorkommen, zeigt eingehende Untersuchung, daß die Gemengteile in Lage und Anordnung der ursprünglich im Gestein vorhanden gewesenen Schichtung entsprechen.

Gneise, welche stofflich den verschiedenen Graniten, Dioriten, Syeniten und Gabbros entsprechen und sich anscheinend nur durch ihre Struktur von denselben unterscheiden, doch so, daß sie als dynamometamorphe Granite, Diorite etc. angesehen werden können, nennt Rosenbusch Granitgneise, Dioritgneise etc. Andre Gneise dagegen, für welche eine Abstammung von Tiefengesteinen aus der Struktur sich nicht nachweisen läßt, bei denen vielmehr gleichmäßig Struktur und Mineralkombination auf Konglomerate, grauwackenähnliche Gesteine und Thonschiefer als ursprüngliches Material hindeuten, sollen Konglomeratgneise, Grauwackengneise, Schiefergneise heißen. Die eigentlichen Glimmerschiefer stehen mit den Phylliten und Thonschiefern, die Quarzite mit Sandsteinen in inniger Beziehung, sind also durchweg sedimentären Ursprungs. Zweifelhaft sind nur gewisse Talk- und Chloritschiefer. Ein Teil dieser Gesteine muß jedenfalls, wie aus ihrem geologischen Auftreten sowie aus ihrer stofflichen und strukturellen Beschaffenheit hervorgeht, als aus Diabas und Gabbro entstanden angesehen werden. Ebenso sind die im Gebiete der kristallinischen Schiefer mehr untergeordnet vorkommenden Amphibolite, Serpentine, Kalk- und Dolomitgesteine teils auf sehr weitgehend umgewandelte Eruptivgesteine, teils auf ursprüngliche Sedimente zurückzuführen.

Das aus kristallinischem Schiefer bestehende Grundgebirge kann und muß an verschiedenen Orten der Erde sehr verschiedenes Alter haben. Es wird lediglich von dem Maß der an einem bestimmten Punkte der Erde wirkenden gebirgsbildenden Kräfte, von der Belastung der sich faltenden Formationen und von der Epoche des Eintritts und der Dauer der gebirgsbildenden Vorgänge abhängen, wie weit hinauf in der Skala der Formationen sich die Facies des Grundgebirges entwickeln wird. Ebenso erscheint es wahrscheinlich, daß wenn an irgend einem Punkte der Erde eine bestimmte Formation die Grundgebirgsfacies angenommen hat, keine tiefere Formation den normalen Charakter bewahrt haben kann.

Schießen. Zur Ausbildung im S. dienen Schießübungen, durch welche Infanterie und Kavallerie die Fähigkeit zum wirksamen Gebrauch ihrer Schußwaffe im Kriege erhalten sollen, während bei der Artillerie das scharfe S. unter möglichst gefechtsmäßigen Verhältnissen erlernt wird. Für das S. der Infanterie ist die Schießvorschrift vom 21. Nov. 1889 maßgebend, welche auch für die Jäger, Schützen, Pioniere und Eisenbahntruppen gilt. Sie zerfällt in das S. mit dem Gewehr und mit dem Revolver. Die Schießausbildung mit dem Gewehr gliedert sich in a) die vorbereitenden Übungen im Anschlagen, Zielen, Feuern mit Platzpatronen und Entfernungschätzen; b) das Schulschießen, durch welches Offiziere und Mannschaften einen möglichst hohen Grad von Schießfertigkeit erlangen sollen; dasselbe ist jedoch nur als Vorschule für das gefechtsmäßige S. zu betrachten und wird gegen Scheiben ausgeführt. Als solche dienen die Ringscheibe (s. Figur) aus weißem Papier, Breite der Ringe 5 cm. Die Ringe 10-12 heißen der Spiegel; die durch die beiden senkrechten punktierten Linien bezeichnete 10 cm breite Trefffläche heißt der Strich, alle in denselben fallenden Schüsse sind Strichschüsse. Sie heißt deshalb Strichscheibe beim Strichschießen. Figurenscheiben sind entweder Kopf-, Brust-, Rumpf- oder Kniescheiben. Sektionsscheiben sind 2 m breit, 170 cm

^[Abb.: Ringscheibe.]