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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Wasserstandsdienst; Wasserstandszeiger

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Wasserstandsdienst - Wasserstandszeiger.

Gestänge auf das andre überzutreten. Es ist leicht zu überschauen, daß man mit der Überdeckung der Kolben K und K_{1} die Länge der Hubpause bestimmen kann, daß man durch Regulierung der Hähne in den Rohren p und p_{1} die Geschwindigkeit des Hilfskolbens M und damit die Hubzahl der ganzen Fahrkunst in der Gewalt hat, daß das Fahrgestänge niemals eine gewisse größte Geschwindigkeit überschreiten kann, daß infolge der langsamen Bewegung der Hauptsteuerkolben die Maschine langsam aus der Ruhe in die Bewegung übergeht und infolge der allmählichen Wirkung der Knaggen P und P_{1} auf die Steuerkolben der Hilfsmaschine auch langsam zur Ruhe kommt, und daß endlich die Begrenzung des Hubes der Fahrkunst durch richtige Einstellung der Knaggen P und P_{1} ganz genau reguliert werden kann.

Wasserstandsdienst, s. Telegraph, S. 911.

Wasserstandszeiger. Die Signalisierung des höchsten Wasserstandes ist für viele Kesselanlagen von Wichtigkeit, namentlich da, wo die Kessel infolge eines kleinen Dampfraumes dazu neigen, Wasser überzureißen. Oft sind durch reichlich mitgerissenes Wasser schwere Beschädigungen an den Cylindern, Kolben oder Kreuzköpfen der Maschinen herbeigeführt, welche in der Regel kostspielige Betriebsstörungen zur Folge hatten. Zur Verhütung einer Überschreitung des höchsten Wasserstandes und deren oben bezeichnete Folgen ist von R. Schwartzkopf ein Signalapparat für den höchsten Wasserstand angegeben worden. Derselbe besteht (Fig. 1) aus einem Rohre r, welches mit seinem untern offenen Ende bis zur höchsten Wasserstandslinie in den Kessel hineinreicht und dicht über dem Kessel durch einen Hahn h abzusperren ist. Oben ist ein gefäßförmiger Aufsatz k angebracht, in welchem ein Schwimmer s mittels seiner Schwimmerstange so geführt ist, daß er bei seiner Aufwärtsbewegung die darüber liegenden Kontaktfedern f berührt und zusammendrückt. Solange der Wasserstand im Kessel in zulässiger Höhe, also unterhalb der Mündung des Rohres r bleibt, wird durch den kleinen Hahn a am Aufsatz, welcher dauernd ein wenig offen gehalten wird, nur Dampf ausströmen, wobei der Schwimmer in seiner tiefsten Lage verbleibt. In dem Augenblick aber, wo der höchste Wasserstand im Kessel erreicht wird, füllt sich das ganze Rohr und der Aufsatz mit Wasser. Dadurch wird der Schwimmer s emporgehoben und drückt die untere Feder f gegen die obere. Hierdurch wird eine elektrische Leitung, in welcher an irgend welchen beliebig entfernten Stellen akustische oder optische Signalapparate (Läutwerke, Signalscheiben etc.) eingeschaltet sind, geschlossen und dadurch die Signalisierung des höchsten Wasserstandes nach jenen Stellen hin veranlaßt. Bei allen bisherigen Apparaten ist der Schwimmerkörper im Kessel selbst angeordnet und hierdurch einerseits dem Verschmutzen durch Kesselstein, anderseits den fortwährenden und äußerst heftigen Bewegungen des Kesselwassers ausgesetzt, durch welche eine verhältnismäßig schnelle Abnutzung der beweglichen Teile derartiger Apparate herbeigeführt wurde. Beide Übelstände sind bei der vorliegenden Konstruktion dadurch vermieden, daß der Schwimmer sich bei normalem Kesselwasserstand dauernd in Ruhe und außerhalb des Wassers befindet. Außerdem kann der Apparat nach Abschluß des Hahnes h jederzeit geöffnet und nötigen Falls gereinigt werden.

Bei Wasserstandsgläsern (Wasserstandsröhren) für Dampfkessel (s. Band 16, S. 435) kann das Zerspringen des Glases unangenehme Betriebsstörungen herbeiführen, auch Veranlassung zu Verbrühungen geben. Zu Vermeidung dieser Übelstände sind verschiedenartige Einrichtungen getroffen, welche beim Springen des Glases einen selbstthätigen Verschluß der Verbindungsstücke herbeiführen sollen. Bei dem Wasserstandsglas von Lohenhausen in Düsseldorf-Grafenberg ist zu dem Zweck in jedem Verbindungsstück, wovon Fig. 2 und 3 das obere darstellen, eine Kugel a so angebracht, daß sie bei regulärem Betrieb den Dampf, bez. das Wasser frei hindurchgehen läßt, beim Zerspringen des Glases jedoch und dem damit verbundenen Bestreben des Dampfes, bez. Wassers, mit großer Geschwindigkeit auszutreten, sich vor die zum Glase führende Bohrung b legt und dieselbe vorläufig verschließt, bis das Ventil c mittels des Handrades d auf seinen Sitz niedergeschraubt ist. Wird nun ein neues Glas eingesetzt und das Ventil c zurückgeschraubt, so ist das Wasserstandsglas wieder betriebsfähig. An diesem W. ist zugleich noch zur Beseitigung von Verstopfungen in den Verbindungsstücken eine bequem zu handhabende Durchstoßvorrichtung angebracht, bestehend in der in der Ventilspindel verschiebbaren, durch besondere Stopfbüchse abgedichteten Stange e, welche dem Kesselwärter zu jeder Zeit gestattet, sich durch einfaches Hineinstoßen und Zurückziehen der Stange an ihrem Knopfe von der Reinheit der Dampf- oder Wasserkanäle zu überzeugen.

Unter dem Namen Hydrometer (Wasserstandsmesser) ist von Lohenhausen eine Vorrichtung konstruiert, welche dazu dient, den Höhestand von Wasser und andern Flüssigkeiten von einem beliebigen Orte aus beobachten zu können, sei es, daß diese in Reservoiren, Bottichen, Wannen, Becken, Zisternen, Brunnen oder Wasserläufen angesammelt sind. Das Hydrometer beruht auf der bekannten Thatsache, daß in einem glockenförmigen Gefäß, welches mit der Mündung nach unten in eine Flüssigkeit getaucht ist, die Luft komprimiert wird, und zwar um so mehr, je tiefer man das Gefäß eintaucht. Es entsteht also in der Glocke eine Spannung, welche der Höhe der Flüssigkeitssäule über der Glocke entspricht, und es kann durch diese Spannung, wenn man den Hohlraum der Glocke durch ein Röhrchen mit einem Ma-^[folgende Seite]

^[Abb.: Fig. 1. Schwartzkopfs Signalapparat für den höchsten Wasserstand.]

^[Abb.: Fig. 2 und 3. Wasserstandsglas von Lohenhausen.]