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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Hessen-Nassau - Hill
als Großherzog, der im Sinne seines Vaters regieren
zu wollen erklärte und das Ministerium beibehielt.
Hessen-Nassau. Die Bevölkerung in der Provinz
H. betrug nach der Volkszählung vom 1. Dez. 1890:
1,664,420 Seelen und hat seit 1885 um 71,972 Seelen
oder 4,52 Proz. zugenommen. Davon entfallen auf:
Reg-Vez. Einwohner Zunahme
Kassel.....820988 19 789
Wiesbaden. .. .. .. 843438 52183
Die jährliche Zunahme mit durchschnittlich 0,88 Proz. war stärker als in den Jahren 1880-85 (0,48 Proz.), aber schwächer als in den beiden vorhergehenden Zählungsperioden (1875-80: 1,14 und 1871-1875: 1,i8 Proz. jährlich). Nach dem Geschlecht entfallen auf 100 männliche 105,7 weibliche Personen.
Städte mit mehr als 20,000 Einw. besitzt die Pro, vinz nur vier: Frankfurt a. M. (179,985), Kassel (72,477), Wiesbaden (64,670) und Hanau (25,029).
Heffe-Wartegg,Ernst von, Reisenderund Schriftsteller, veröffentlichte »Mexiko, Land und Leute« (Wien 1890); er hat gegenwärtig eine größere Forschungsreise in die Quellgebiete des Orinoko und Amazonas unternommen.
Hetcromorphose, nach Loeb die Erscheinung, daß bei einer Anzahl niederer Tiere amputierte Teile durch andre, den Verlornen nicht gleiche Teile, ersetzt werden. Derartige heteromorphe Bildungen können namentlich bei Hydroidpolypen hervorgebracht werden. Schnitt Loeb z. B. aus einem Exemplar von ^udulki'ia. iu686indi'^m1i6nniin aus dem Stamm ein Stück heraus und ließ dieses an beiden Enden frei von Wasser umspülen, so entstand an jedem der beiden Enden ein Kopf, und das Stück erwies sich als vollkommen lebensfähig. Ähnlich verhalten sich andre Polypen, wenngleich je nach den Spezies in der Art der tz. abweichend. Bei einem aus dem Stamm einer ^^i3.60i)Ii6iiill herausgeschnittenen Stücke bildete sich, wenn letzteres senkrecht stand, an dessen untern: Ende eine neue Wurzel, wobei es aber gleichgültig war, ob dieses Ende ursprünglich der Basis oder dem Mundteil des Tieres zugekehrt war; am obern Ende entstand eine Spitze oder unter andern Verhältnissen nochmals eine Wurzel. Eine große Anzahl von Tieren jedoch, mit denen Loeb experimentierte, zeigte keine ^»., so Z. V. Aktinien, der Süßwasserpolyp UMi^, Würmer:c. Wurden diese Tiere zerschnitten und trat eine Regeneration ein, so bildete sich an dem dem Kopfe zugewandt gewesenen Ende des Teilstückes ein neuer Kopf, am entgegengesetzten ein neuer Fuß. Die H. erinnert an Vorgänge im Pflanzenreich, wo ebenfalls der Ort der Organbildung manchmal sich beherrschen läßt. Vgl. Loeb, Untersuchungen zurphysiologischen Morphologie der Tiere. I. (Würzb. 1891).
Heultonnen, s. Seezeichen.
Heuschrecke, s. Tierplagen.
tzey, Julius, Gesanglehrer, geb. 29. April 1832 zu Irmelshausen (Unterfranken), bestimmte sich anfangs für den Malerberuf, widmete sich aber später, nachdem er als Schüler der Münchener Akademie in der Landschaftsmalerei bereits Tüchtiges erreicht hatte, der Musik und bildete sich unter Leitung der Münchener Meister Franz Lachner und Friedrich Schmitt in der Komposition sowie im Gesänge aus.
Mitte der 60er Jahre wurde R. Wagner durch König Ludwig II. auf H. aufmerksam gemacht und erkannte alsbald in ihm die geeignete Kraft zur Verwirklichung seiner Gedanken über eine Reform des Gesangunter richts in deutsch-nationalem Sinne: er veranlaßte demgemäß seine Anstellung als Gesanglehrer an der 2367 unter Hans von Bülows Leitung in München
eröffneten Musikschule, berief ihn 1875 zu seiner Unterstützung bei den Vorproben zu der ersten Aufführung des »Nibelungenringes« in Bayreuth und bestimmte ihn zum Lehrer an der von ihm geplanten Etilbildungsschule, deren Verwirklichung bekanntlich aus finanziellen Gründen unterbleiben mußte. Nach Wagners Tode gab H. seine Stellung an der Münchener Musikschule auf und widmete sich ausschließlich dem Privatunterricht sowie der Ausarbeitung eines großen Gesang-Unterrichtswerkes, welches 1886 bis 1887 in vier Teilen bei Schotts Söhnen in Mainz erschien und in wahrhaft genialer Weye die Nagnerschen Theorien zu praktischer Geltung bringt.
Außerdem veröffentlichte H.: »16 Kinderlieder« (2. Aufl., Leipz.), »10 Lieder und 6 Duette für jugendliche weibliche Stimmen« (das.), 3 Hefte Lieder (Berl.) und »Übungen für Frauenchöre« (Mainz). 1887 siedelte H. nach Berlin über, wo er alsbald unter den Vertretern seines Faches eine hervorragende Stellung
einnahm.
Hiddemann, Friedrich, Maler, starb 19. Jan.
1892 in Düsseldorf.
Hilgard, Julius Erasmus, deutsch - amerika^.
Gelehrter und Leiter der Küstenvermessungsbehöroc der Vereinigten Staaten von Nordamerika, geb.
7. Jan. 1825 zu Zweibrücken, wo sein Vater Appellationsrichter war, ging 1835 mit diesem nach Amerika, der sich bei Belleville in Illinois niederließ und hier den Weinbau einführte. H. bildete sich in Philadelphia zum Zivilingenieur aus und wurde von Bache, dem Direktor der Küstenvermessung, zum Assistenten gewählt, rückte schnell Zum zweithöchsten Beamten dieser Behörde auf und wurde zugleich Leiter der Abteilung für Maße und Gewichte. Während des Bürgerkriegs leistete er mit andern Küstenvermessungsbeamten durch Tiefmessungen, oft unter dem Feuer des Feindes, und gefahrvolle Lotsendienste der Unionsflotte große Dienste. Als Bache unheilbar erkrankte, übernahm H. die Hauptarbeitslast, weigerte sich jedoch, amtlich an dessen Stelle zu treten, aus Rücksicht auf die bedrängte Familie, wurde aber nach dem Tode Baches unter der Präsidentschaft Andrew Johnsons übergangen und erst durch Präsident Garfield 1881 andie Spitze des gesamten Küstenvermessungsdienstes berufen, jedoch, als Cleveland seine Regierung antrat, von diesem seines Amtes entsetzt. Der zu seinem Nachfolger bestimmte Professor Alexander Agassiz lehnte mit der Erklärung ab, daß er nicht einen Mann verdrängen möge, der als wissenschaftlicher Forscher sich eines Weltruhms erfreue. H. vertrat vielfach die Vereinigten Staaten auf wissenschaftlichen Konferenzen in Europa, vervollkommte viele Instrumente des Vermessungsdienstes, stellte die Unterschiede in den Längegraden zwischen Greenwich, Paris und Washington telegraphisch genau fest, lieferte höchst nützliche Arbeiten über Ebbe und Flut und deren Einfluß auf Häfen und bereicherte die physische Erdkunde durch mannigfache Beiträge. 1874 wurde er zum Präsidenten der Amerikanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft ernannt und zum Ehrenmitglied vieler andrer wissenschaftlichen Vereinigungen des In- und Auslandes erwählt. Er starb
8. Mai 1891 in Washington.
tzill, David Bennett, nordamerikan. Politiker, geb. 29.Aug. 1843 zu Havana im Staate New York, arbeitete zuerst im Bureau eines Rechtsanwalts seiner Vaterstadt, wandte sich darauf dem Studium der Rechtswissenschaft in Elmira zu, wo er 1808 zur Advokatur zugelassen wurde, und warf sich mit großem Eifer auf die Politik. Er war vielfach Dele-