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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Pedro - Peronospora viticola
Eisenbahnstrecke durch eine andre an beiden Endpunkten (den Abzweigungsstationen) anschließende Eisenbahn im Durchgangsverkehr. Man spricht dann von einem Peagevertrag, durch den insbesondere Bestimmungen über die Feststellung der Peage gebühr getroffen werden, von einer Peagestrecke und einem Peageverkehr.
Pedro, 2) Dom P. d'Alcantara, ehemaliger Kaiser von Brasilien, starb 5. Dez. 1891 in Paris und wurde in Lissabon beigesetzt.
Peixoto (spr.-schöto), Floriano, Vizepräsident der Verewigten Staaten von Brasilien, geb. 1843 in der Provinz Alagoas, trat als einfacher Soldat in das Heer, holte erst später die Studien in der Militärschule nach, war bei Ausbruch des Krieges gegen Paraguay Unterleutnant, befehligte aber bereits in der Schlacht bei Aquidaban, welche den Krieg entschied, ein Infanterieregiment, erklärte sich als General 1889 für die nach dem Sturze der Monarchie verkündete Republik, war eine Zeitlang Finanzminister, ward in seiner Heimat zum Senator und 1891 zum Vizepräsidenten der Republik gewählt, als welcher er Präsident des Senats war, und trat November 1891 nach der von der Flotte und einem Teile des Heeres erzwungenen Abdankung Fonsecas an die Spitze der Vereinigten Staaten von Brasilien
Perfall, 1) Karl, Freiherr von, Schriftsteller und Kunstkritiker, geb. 24. März 1851 zu Landsberg am Lech, studiertem München Rechtswissenschaften, wendete sich aber nach abgelegter Staatsprüfung seinen litterarischen und künstlerischen Neigungen zu.
Nach längerm Aufenthalt in Dresden, Wien, Genf und Paris übernahm er 1879 die Leitung der Düsseldorfer Zeitung« und wurde 1886 als Feuilletonist und Kunstkritiker in die Redaktion der »Kölnischen Zeitung« berufen. Besonders bekannt sind die Artikel' reihen, welche er in diesem Blatte alljährlich über die Kunstausstellungen in Paris, München und Berlin veröffentlicht. Außerdem erschienen von ihm eine Reihe selbständiger belletristischer Schriften. Seinen Erstlingswerken: »Münchener Bilderbogen. Humor und Satire aus Isar-Athen« (2. Aufl., Stuttg.
1878) und Ein Wintermärchen«, Novelle (das. 1879, beide unter dem Namen Theodor von der Ammer), folgten (unter seinem eignen Namen) die Novellen: »Die Heirat des Herrn von Radenau« (Düsseld.
1884); »Vicomtesse Vossu« (das. 1885); das Schauspiel »Wanda« (das. 1883) und eine Reihe von Romanen: »Vornehme Geister« (das. 1883,2Bde.); »Die Langsteiner« (das. 1886, 2 Bde.); »Ein Verhältnis« (3. Aufl., das. 1891); »Natürliche Liebe« (das. 1890); »Die fromme Witwe« (2. Aufl., das. 1890).
2) Anton, Freiherr von, Schriftsteller, Bruder des vorigen, geb. 11. Dez. 1853 zu Landsberg am Lech, widmete sich in München naturwissenschaftlichen Studien, verheiratete sich daselbst mit der Hofschauspielerin Magda Irschik und ließ sich, nachdem er seine Gattin auf einer Kunstreise durch Amerika begleitet hatte, in Schliersee nieder. Or schrieb die Novellen: Über alle Gewalten« (Stuttg. 1889), »Harte Herzen« (das.
1890), »Auf Irrwegen der Liebe« (das. 1891), »Totenröschen«, »Licht« (Jena 1891); die Romane: »Justiz der Seele« (das. 1889), »Dämon Ruhm« (das.
1889), »Giftund Gegengift« (das. 1890), »Das Erdmannshaus« (das. 1890), »Unterwühlter Grund« (Stuttg. 1892) und »Truggeister« (Leipz. 1892), sowie das Drama »Marciana« (1890).
Perimeter. Selbst bei schärfstem Fixieren eines bestimmten Punktes empfängt man doch noch immer im Auge Eindrücke von Gegenständen oder Vor
I)
Vraunschweig 3 Perimeter.
gangen, welche sehr weit seitlich zu suchen sind, und je nach dem Individuum und der Bauart seines Auges ist dieserS ehwinkel ein sehr verschiedener, auch nach oben, unten, rechts oder links bei derselben Person nicht derselbe. Die Wichtigkeit der Kenntnis dieses Gesichtswinkels für den Augenarzt (resp. für seine Rezepte) hat zur Konstruktion verschiedener, unter dem Namen P. zusammengefaßter Apparate geführt, deren neuester und praktischter der von Braunschweig-Halle erfundene ist. Er besteht, wie die Figur zergt, aus einem halbkugelförmigen Drahtkorb, in dessen stereometrischen Mittelpunkt das zu untersuchende Auge gebracht wird, indem das Kinn auf dem verstellbaren Kinnhalter X ruht. Der Pol? der Halbkugel befindetstchdann dem Auge gerade gegenüber u. ist der fixierte Punkt.
Von ihm gehen
12 Viertelmeridianenach dem Rande I), welche aus je zwei Metallstreifen bestehen, zwischen denen die anzuvisierenden
Knöpfe entlang geschoben werden können, bis sie von dem zu untersuchenden Auge gesehen werden. Die Stellung der 12 Knöpfe ergibt dann den Umfang des Gesichtsfeldes. Für gewöhnliche Untersuchungen sind die Knöpfe weiß, doch gehören zum Apparat auch farbige Knöpfe, um die Sichtbarkeit der verschiedenen Farben zu ermitteln. Immer ist Blau am weitesten zu sehen, während Grün die engste Begrenzung zeigt. Dazwischen liegt Gelb näher an Blau und Rot näher an Grün. Daß nur einzelne Meridiane dargestellt sind und nicht eine volle Halbkugel, bietet dem Arzte jederzeit den großen Vorteil, in jedem Moment zu konstatieren, ob der Punkt ^?^? auch wirklich fixiert wird.
I'ertmosiwra > Nil'ola (Mildew, falscher Mel tau), ein sich überaus schnell verbreitender und den Weinbau schädigender Pilz, welcher in dem letzten Jahrzehnt eine außerordentliche Verbreitung in allen Weinbaugebieten gefunden hat, wurde in Europa zuerst 1878 in Frankreich beobachtet. Die Keime dieses Pilzes überwintern auf den dürren Blättern; sie nisten sich Ende Mai und Anfang Juni auf der Oberfläche der Blätter ein, wo sie sich bei genügender Feuchtigkeit und Wärme rasch entwickeln, durch das Blatt hindurchwachsen und auf der Rückseite desselben, besonders in der Nähe der Rippen, den eigentümlichen weihen Filz bilden, während auf der Oberfläche überdies noch rundliche braune Flecke entstehen. Die aus dem weißen Filz in ungeheurer Menge austretenden Sporen werden durch den Wind weitergetragen und sind die Ursache der kolossal raschen Verbreitung, welche die Krankheit findet. Das zuverlässigste Mittel, die schädlichen Wirkungen dieses Pilzes hintanzuhalten, besteht in der Bespritzung der Blätter mit Kupfervitriol- und Kalklösung; es ist jedoch wohl zu berücksichtigen, daß dieses Bespritzen ein vorbeugendes Mittel ist, welches nur in dem Falle