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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Südpolarländer - Swasiland
lich anders. Die wirtschaftlichen Verhältnisse sind die denkbar günstigsten: ein Welthandelsprodukt ersten Ranges (Kaffee), eine große Zahl von Großgrundbesitzern bei steter Möglichkeit des Fortkommens auch für den Kleingrundbesitzer, ein ausgedehntes Verkehrsnetz und ein ungeheurer wirtschaftlicher Trieb in allen Schichten der Bevölkerung. Dabei ist das Klima, von einzelnen Orten abgesehen, ebenso wie auf dem Hochland der südlichern Provinzen ein vorzügliches und der Boden, mit Ausnahme der weniger fruchtbaren, aber immerhin für den Weinbau noch tauglichen ersten Hochebene, durchgehends ein guter, stellenweise ein ausgezeichneter. Beifolgende Karte gibt eine Darstellung der erwähnten Kolonisationsgebiete nach den neuesten Quellen. Vgl.
K arge r, Brasilianische Wirtschaftsbilder(Verl.1889).
Südpolarländer, s. Polarexpeditionen.
Sulfatftoff und Sulfitftgfs, s. Papier, S. 712.
Sululand (Zululand), unter britischem Protektorat stehendes Gebiet in Südafrika, begrenzt im.O. vom Indischen Ozean, im N. und NW. von der Südafrikanischen Republik (der ehemaligen, zu S. gehörigen Neuen Republik) und im N. vom Tongaland, 23,050 ykm groß, wovon auf den Santa Luciasee 1761 qkm kommen. Die Bevölkerung wird auf 119,000 Köpfe veranschlagt. Nachdem das Land im Mai 1887 mit Zustimmung der Bewohner von England annektiert worden war, erhob sich Dinizulu, der Sohn des 1884 verstorbenen Ketschwayo, gegen die Engländer, um sich wiederum der Herrschaft zu bemächtigen. Er sammelte schnell ein ansehnliches Heer, namentlich aus Salus, aus den: an die Südafrikanische Republik stammenden Gebiet, doch wurde dasselbe nach mehreren harten Kämpfen schließlich bei Hlovekulu gänzlich zerstreut. Dinizulu nebst seinem Onkel Nndabuko und ein andrer Häuptling wurden nach St. Helena verbannt. Jetzt residiert ein englischer Regierungskommissar, welcher das Land im Auftrage des Gouverneurs von Natal verwaltet, der zugleich Gouverneur von S. ist und als solcher 1000 Pfd. Eterl. bezieht, in Eshowe, das in telegraphischer Verbindung mit Natal steht. Das Land ist in 7 Distrikte eingeteilt: Eshowe, Entonjaneni, Nkhandla, Nguru, Ndwandere, Unter-Umfolosi und Lubombo. In jedem derselben residiert ein englischer Beamter mit seinem Stäbe und eingebornen Polizisten. Die 250 Mann starke Polizcitruvpe wird von einem englischen Offizier und fünf Unterinspektoren befehligt. Der Gouverneur erläßt Verordnungen, wo es nötig erscheint; die Gesetze von Natal haben überall Gültigkeit, solange sie nicht mit dem Herkommen der Eingebornen in Konflikt kommen. Den Häuptlingen ist ein großer Teil ihrer Macht ihren Stammesgenossen gegenüber belassen, ebenso die Rechtsprechung, solange nicht Verbrechen in Frage kommen. Hinsichtlich des Zollwesens gilt die Kolonie als Teil von Natal. Die Einkünfte stiegen zwischen 1883 und 1889 von 588 auf 38,759, die Ausgaben von 5240 auf 33,766 Pfd. Sterl. Die Eingebornen zahlen eine Hüttensteuer von 14 Schilling jährlich.
Die Salus bauen Mais und andre Körnerfrüchte und treiben namentlich Viehzucht; gegen diese Produkte tauschen sie von den im Lande mit großen Wagen umherziehenden Händlern europäische Industrieerzeugnisse ein. Em Verkehr zur See besteht nicht, da die Salus das Meer weder als Fischer noch als Schiffer aufsuchen und die Küste auch keine Häfen hat. Die ganze Handelsbewegung geht über Port d'Urban in Natal. Der anscheinend bedeutende Mineralreichtum ist bisher noch nicht erschlossen. Gold
wnrde 1886 bei Mfongosi am Tugela und an andern Plätzen gefunden, doch nicht in lohnendem Maße.
Mitten gleichfalls vorhandenen Lagern von Kupfer, Eisen, Kohle u. a. hat man Versuche bisher nicht gemacht. Landerwerb durch Europäer ist nicht gestattet, außer für Missions- und Handelszwecke und für Bergbau, doch gibt es im Distrikt Entonjaneni 70 Farmen von je 1200 Hektar, welche vor der Auseinandersetzung mit der Südafrikanischen Republik im Oktober 1866 von Buren in Besitz genommen waren. Das Unterrichtswesen ist in der Hauptsache in den Händen von Missionsgesellschaften, von denen sich^eine norwegische schon vor 40 Jahren hier niederließ. Jetzt besitzen die Norweger 10, die anglikanische Kirche 6 und die Deutschen 4 Missionsstationen. Die anglikanische Kirche hat ein Bistum für S. errichtet, welches die ganze Küste mit Swasiland, Tongaland (s.d.) und Delagoabai bis zur Transuaalgrenze umfaßt.
Für Erziehungszwecke bewilligt die Regierung jährlich 250 Pfd. Sterl.
Svcrdrup, Johan, norweg. Politiker, starb 17. Febr. 1892 in Christiania.
Swasiland, unabhängiger Staat in Südafrika, begrenzt im N.,W. und Süden von der Südafrikanischen Republik, im O. von Tongaland und Portugiesisch-Ostafrika; 20,720 cikm (413 QM.) groß mit 60,000 eingebornen und 500 europäischen Bewohnern. Das Land wird im ganzen W. von dem scharfen Abfall der Hochebene des Transvaal, auf seiner ganzen Ostgrenze vom Lebombogebirge begrenzt, das Innere bilden zahlreiche Hügelketten zwischen den vielen Flußläufen, ausgedehnte Striche trefflichen Ackerbodens und waldige Flächen. Von den Flüssen ist der bedeutendste der aus zahlreichen, vom Absturz des Transvaal herströmenden Quellflüssen gebildete Maputa, welcher, das dichtbewaldete Lebombogebirge durchbrechend, zur Delagoabai fließt, ferner der weiße und schwarze Umbelosi, der Umkomans oder Koniati u. a. Das Klima ist heiß im Sommer, aber während der Wintermonate angenehm kühl und gesund. Wilde Tiere, darunter Löwen, Leoparden, Wölfe, Rhinozerosse, Flußpferde, Büffel, Quaggas und eine große Zahl verschiedener Antilopenarten sind noch in Menge anzutreffen, ebenso jagdbare Vögel und Fische. Der Reichtum des Landes an Gold ist durch beharrliche Nachforschungen englischer Unternehmer endgültig nachgewiesen. Das ganze Land ist jetzt an Pachter überlassen zum Landbau, zur Viehzucht oder zum Bergbau, in der Regel auf 50 Jahre gegen einen kleinen Pachtzins. Zu Verwaltungszwe'cken ist es eingeteilt in 12 Distrikte: Oham, Umcojana, Usibebu, Somkeli, Umfanawenlela, Umgityeva, Umlandela, Gaozi, John Dünn, Hlubi, Seketweyo und Tschingweyo. Die Residenz des Königs war vor 1880 Inkanini, seitdem ist es Mbekelewini. Die Bewohner, zum großen Stamm der Kaffern gehörig, hießen bis 1843 Baragusa nach dem Häuptling Ragusa, einem Sohne des mächtigen Suluherrschors Tschakka. Ihm folgte Swasi, nach dem das Land seinen jetzigen Namen trägt.
1846 nahm die Bekehrung zum Christentum durch ins Land gekommene Missionare einen günstigen Verlauf, würde aber 1847 durch eine Empörung von Swasis Bruder unterbrochen. In neuester Zeit ist sie indes wieder mit Erfolg aufgenommen worden.
Protestantische Missionsstationen bestehen zu Carlson und Jackson unweit der Westgrenze.
Bis zur Okkupation des Transvaal durch die Engländer war das Verhältnis von S. zu den Aurea ein zweifelhaftes gewesen, nun wurde aber die Unab-