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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Wynne - Zahnräderwerke

sonders im Gebiete der sogen. Schotts südlich von Tunis verbreitet. Doch auch im Innern des Erdteils kommen ähnliche Bildungen vor, so in den Depressionen der Sahara, wo die Seen durch Verdunstung zur »Sebcha« werden, d. h. es bildet sich eine harte Oberfläche mit schlammiger, sumpfiger Unterlage. Das Vorkommen von Salz im Innern der Sahara kann aber nicht als Beweis für bie Existenz eines diluvialen Saharameeres angeführt werden; es ist allerdings marinen Ursprunges, aber nicht etwa als Niederschlag des Meerwassers anzusehen, sondern aus den marinen Sedimenten der W. durch die gelegentlichen Regengüsse und Quellen ausgelaugt. So kommt es, daß gerade in den Depressionen, nach denen die seltenen Gewitterbäche strömen, um daselbst zu versiegen, sich Salz ansammelt. Die jüngsten marinen Sedimente gehören dem Miocän an, seit dem Verschwinden des miocänen Meeres ist also Nordafrika vom Meere entblößt und seit dieser Zeit W. gewesen.

Wie die kleine Kartenskizze erkennen läßt (Fig. 10), ziehen sich zwei Zonen vegetationsloser Gebiete rund um die Erde, von denen diejenige der nördlichen Halbkugel stärker entwickelt ist. Beide sind zwischen die heiße und gemäßigte Zone eingeschaltet. An die Sahara schließt sich im O. die syrisch-arabische W., dann folgen die Wüsten von Turkistan und Persien, die W. Thurr in Nordindien und endlich die Steppen- und Wüstenregion von Gobi und Nordchina.

In Nordamerika liegen in gleicher Breite die kalifornische und mexikanische W. Entsprechend der geringern Landmasse der südlichen Halbkugel ist auch die W. hier auf kleinere Gebiete beschränkt, auf die Südwestseite Afrikas, das Innere Australiens und die Westküste Südamerikas. Die geographische Verbreitung der Wüsten- und Steppengebiete zeigt, daß dieselben nicht regellos über die Erde zerstreut sind, sondern, von bestimmten klimatischen Faktoren abhängig, eine bestimmte geographische Lage besitzen. Wie unter bestimmten klimatischen Bedingungen sich Gletscher bilden und über weite Regionen ausbreiten, ebenso überichreiten auch die Wüsten ihre Grenzen. Jede Veränderung der Klimazonen auf der Erde hat, wie eine Verschiebung der Eismassen, so auch eine Verschiebung der Wüstengürtel zur Folge, und wie man von fossilen Gletschergebieten spricht, so kann man vom geologischen Standpunkt auch von fossilen Wüsten reden. Vgl. Walther, Die Denudation in der W. (aus den »Abhandlungen der königl. sächs. Gesellschaft der Wissenschaften«, Leipz. 1891).

Wynne (spr. weinne), Johann Adam, niederländ. Historiker, geb. 1822 in Hoogeveen, studierte in Groningen, wurde dort Gymnasiallehrer und Rektor und 1873 Professor der Geschichte in Utrecht. Er veröffentlichte außer historischen Schul- und Handbüchern, Reden und Beiträgen zn Zeitschriften: »Négotiations du Comte d'Avaux 1693-1698« (Utrecht 1882-83, 4 Bde.).

Y. Z.

Yamada Akiyoshi, japan. Staatsmann, geb. 1845 in Chóshú als Sohn eines Samurai, war von Jugend an treuer Anhänger der kaiserlichen Partei und Feind des Bakufu (der Shogunatsregierung), kämpfte gegen das letztere im Chóshúkrieg 1865 wie im Restaurationskrieg 1868, wo er besonders an den Kämpfen in Echigo und an der Unterwerfung des Admirals Enomoto in Hakodate 1869 hervorragendsten Anteil nahm. 1871 zum Generalleutnant ernannt, beteiligte er sich an der Niederwerfung der Aufstände von Saga (1874) und Satsuma (1877). 1880 übernahm er das Ministerium des Innern, seit 1883 war er Justizminister, trat aber, 1884 in den Grafenstand erhoben, beim Kabinettswechsel 1891 zurück.

Yamagata Aritomo, japan. Staatsmann, geb. 1838 in Chóshú als Sohn eines Samurai, zeichnete sich 1868 im Restaurationskrieg auf seiten der kaiserlichen Partei aus, wurde 1872 zum Generalleutnant ernannt und übernahm 1873 das Portefeuille des Krieges. Als 1877 der Satsumaaufstand ausbrach, zog er gegen Saigó ins Feld, wurde nach glücklicher Besiegung des Empörers im folgenden Jahre Kommandeur der kaiserlichen Leibgarde und zugleich Chef des Generalstabes. 1884 vom Kaiser durch den Grafentitel ausgezeichnet, übernahm er 1885 das Ministerium des Innern und wurde Ende 1889 unter Beibehaltung dieses Portefeuilles Ministerpräsident an Stelle Kurodas. Bei der Ministerkrise von 1891 legte er die Präsidentschaft nieder und trat zugleich ganz aus dem Kabinett aus.

York. Der Titel eines Herzogs von Y., der seit dem Tode des Herzogs Frederick (1763-1827), des zweiten Sohnes Georgs III., nicht wieder vergeben worden war, wurde 24. Mai 1892 dem Prinzen Georg (geb. 3. Juni 1865), zweitem Sohne des Prinzen von Wales, verliehen; außerdem wurde Prinz Georg zum Grafen Inverneß und Baron Killarney ernannt.

Yule, Henry, engl. geographischer Schriftsteller, starb 29. Dez. 1889 in London.

Zahn, 4) Theodor, Professor der Theologie in Leipzig, ging 1891 an die Universität Erlangen zurück.

Zahnradbahnen, s. Bergbahnen, S. 94.

Zahnräderwerke. Um den Zahnrädern eine hohe Festigkeit und einen sanften Gang zu verleihen, versieht man sie jetzt vielfach mit sogen. Winkelzähnen. Es sind dies Zähne, die nicht wie gewöhnlich über die Breite des Rades in gerader Richtung (gerade Zähne), sondern längs zweier Schraubenlinien von gleicher, aber entgegengesetzter Steigung verlaufen, derart, daß diese Linien in der Mitte der Radbreite einen Winkel bilden (s. a. in der Figur). Man kann sich diese Zähne auch so entstanden denken, daß ein Rad mit geraden Zähnen in lauter sehr dünne Scheiben zerlegt ist, und daß jede

Scheibe von einer Seite des Rades aus nach der Mitte hin gegen die folgende um einen kleinen konstanten Winkel verdreht ist, während von der Mitte nach der andern Seite hin die Verdrehung um denselben Winkel, aber in umgekehrter Richtung, stattgefunden hat. Bei zwei zusammen arbeitenden Rädern, die mit geraden Zähnen versehen sind, findet die Berührung der Zähne

^[Abb.: Rad mit Winkelzähnen.]