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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Zerkleinerungsmaschinen - Ziegler
versehen, zum Durchbrechen spröder Massen (z. V.
Knochenkohle) in gröbere Stücke dienen. Hier sollen die Massenteile so zwischen die Walzen gelangen, daß sie auf beiden an abwechselnden Stellen hohl liegen, um dann bei der Drehung der Walzen durch die gegen die hohl liegenden Stellen der Teile vorrückenden Punkte der Rippen durchbrochen zu werden.
Sin reines Zerbrechen kann aber bei diesen Walzen schon deshalb nicht eintreten, weil es kein Mittel gibt, die Massen zu zwingen, sich regelmäßig hohlliegend zwischen den Walzen einzulegen, es wird vielmehr teilweise ein Zerquetschen stattfinden.
2) Zerdrücken, Zerquetschen. Hierher gehören die Stampf- und Pochwerke sowie die Walzenpaare, deren glatte oder gerauhte Walzen mit gleicher Umfangsgeschwindigkeit rotieren (beide Arten von Z. sind weiter oben schon genügend charakterisiert), ferner die Kegelmühlen, bei welchen statt der Walzen Kegel aufeinander rollen, und die Maulbrecher (Steinbrecher), bei denen eine Platte um ihre obere oder untere Kante unter starkem Drucke gegen eine ihr fest gegenüberstehende, ein wenig hintenübergeneigte Platte so schwingt, daß das von oben eingeschüttete Material zermalmt wird und unten herausfällt. Die Platten (Brechplatten), welche zusammen das Maul bilden, sind auf den Arbeitsflächen mit Leisten versehen, weshalb nicht reines Zerdrücken des Gutes, sondern teilweise ein Durchbrechen stattfinden wird.
Eine Abart des Zerdrückens ist das Zerschellen, bei welchem statt des direkten Druckes der Stoß der gegen eine feste Fläche geschleuderten Körper zu ihrer Zertrümmerung benutzt wird. In dieser Weise arbeiten die Schleudern:ühlen (Desintegratoren) von Carr, Rittinger, Vapart. Hier wird das Mahlgut durch rasch kreisende Flächen gegen andre Flächen, welche feststehen oder entgegengesetzt kreisen, geschleudert.
Die Mnulbrecher liefern, von unerwünschtem Staub abgesehen, nur grobes Produkt, die andern unter 2) genannten Z. können sowohl zur grö'bern als zur feinern Ferlleinerung benutzt werden.
3) Zerreiben. Vesindet sich ein Körper zwischen zwei Flächen, die unter Druck gegeneinander verschoben werden, so wird er zwischen diesen hingerollt. Bei dem Rollen wird der Körper nacheinander an allen möglichen Stellen platt gedrückt, wodurch das Gefüge des Körpers bis zur Zertrümmerung gelockert wird.
Dieser Vorgang ist das eigentliche Zerreiben. Gewöhnlich ist dieses von einem Zerreißen in der Verschiebungsrichtung oder einem unvollkommenen Abscheren begleitet, welches von ersterm nicht scharf zu trennen ist und deshalb unter Zerreiben mit inbegriffen wird. In dieser Weise wirken die Mahlgänge, die Walzenpaare mit ungleicher Walzengeschwindigleit, ferner die Glockenmühlen, bei denen ein Drehkörper sich in einem Hohlkörper dreht, die Holländer, bei denen eine mit stumpfen Messern versehene Walze mit diesen in geringer Entfernung an feststehenden stumpfen Messern (dem fogen. Grundwerk) vorbeistreift, die Mörsermühlen (aus dem Mörser mit durch Hand herumbewegter Keule hervorgegangen), die Kollerwerke (s. oben) und die Kugelmühlen, bei denen schwere Kugeln in einer um ehre horizontale Achse rotierenden Trommel über das Mahlgut rollen. Alle unter 3) genannten Z. werden nur zur Erzeugung oon Produkten feiner und feinster Korngröße benutzt.
4) Abscheren, Abschneiden, Abnehmen von Spänen. Hier sind entweder beide Arbeitsflächen oder Flächensysteme als Schneiden ausgebildet, die aneinander vorbeigeführt werden, oder nur eins der Flächensysteme schneidet, während das andre lediglich
zum Festhalten der Körper gegen den Schnitt dient.
Die Anzahl der hierher gehörigen Z. ist sehr groß: die Kaffeemühlen und ihre Verwandten (welche zum Zerkleinern von Gips, Thon, Getreide, Knochen 2c. verwendet werden) wirken dadurch, daß ein mit schneidenfürmigen Rippen versehener Vollkörver in einem ebensolchen Hohlkörper rotiert. Da bei diesen Z. die Schneidekanten nicht in guter Berührung erhalten werden können, so erfolgt nur ein unvollkommenes, mit Zerdrücken und Abbrechen gepaartes Abscheren. Ähnlich verhält es sich mit den Schraubenmühlen, bei denen eine Schraube über einem Rost rotiert, mit den Scheibenmühlen (zwei Scheiben, von denen die eine kreist, sind mit ringförmig aneinander gereihten flachen Pyramiden besetzt, die so ineinander greifen, daß ihrer gegenseitigen Drehung nur die eingeworfenen zu zerkleinernden Körper im Wege sind), mit gewissen walzenartigen Z., bei welchen zwei Walzen mit kreisförmigen, gezahnten Rippen ineinander greifen. Hieran schließen sich die Arten der Fleischzerkleinerungsmaschinen, die man als Fleischmühlen bezeichnen kann (in einem messerbesetzten Gehäuse rotierende Stifte oder Sternmesser, die aneinander oder an einer Lochscheibe im Kreise vorbeistreifen), sowie die Thonschneider2c. Dann folgt die große Gruppe derjenigen Z., bei denen schwingende öder um eine Achse rotierende Messer an der Öffnung eines das allmählich vorrückende Material enthaltenden Kastens vorbeigeführt werden und jedesmal dünne Schichten oder Späne abnehmen (Häckselschneidemaschinen, Lumpenschneider, Rüben- und Kartoffelschnitzelmaschinen, Maschinen zur Herstellung von Spänen von Farbhölzern, Eichenrinde 2c., Raspel- und Reibmaschinen 2c.). Man kann hierzu auch die Schleifmaschinen zur Herstellung des Holzstoffes rechnen, die Schneiden werden hier von den kleinen Rauhigkeiten des Schleifsteins gebildet.
5) Durchschneiden, Spalten. Das Material liegt auf einer horizontalen Unterlage und wird durch darauffallende Messer, bez. Spaltkeile oder durch darüber hinwegschwingende, bez. rollende Schneiden zerteilt. Häufig ist die Unterlage in horizontaler Richtung derart beweglich, daß immer neue Stellen des Materials der Wirkung der Schneiden ausgesetzt werden. Hierher gehören die Fleischhack-, Fleischwiege- und Fleischschneidemaschinen, ferner die Holzspaltmaschinen 2c.
Ziegler, Johannes, Schriftsteller, geb. 8. Febr.
1837 zu Hamburg, erhielt seine Erziehung am Gymnasium des Johanneums zu Hamburg, widmete sich aber auch gleichzeitig dem Zeichnen und Malen. 1854 kam er nach Altona zur praktischen Erlernung der Schiffbaukunst, 1855 nach Kopenhagen auf die Kunstakademie, hörte hier zugleich im Marine-Arsenal Vorträge in der theoretischen Schiffbaukunst Mc.vö Vorlesungen an der Universität und dem Polytechnikum, studierte die skandinavische Litteratur und schrieb für die »Deutsche Kopenhagener Zeitung«. 1857 trat er in Trieft in die österreichische Kriegsmarine ein; 1864 gründete er unter Aufsicht der k. k. Marinebehörde das »Archiv für Seewesen« und führte diese Zeitschrift auch in Wien weiter, wohin er 1866 in die Marinesektion des Kriegsministeriums berufen worden war; daneben gab er auch das Jahrbuch der Kriegsmarine heraus. 1870 veröffentlichte er die »Denkwürdigkeiten der Gräfin Leonore Christine Ulfeldt, Prinzessin von Schleswig-Holstein« nach einem alten dänischen Manuskript (2. Aufl., Wien 1879), woraus M. Greif seine Tragödie »Corfiz Ulfeldt« schöpfte. Nach dem Tode des Admirals Tegetthoff