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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Agape; Agapetus; Agar-Agar; Agardh; Agaricin; Agaricinen; Agaricus; Agasias

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Agape - Agasias

Agape (grch.), s. Liebesmahl.

Agapetus, Name zweier Päpste. A. I. wurde 535 Papst und war ein eifriger Bekämpfer ketzerischer Ansichten. Von dem Ostgotenkönig Theodat 536 vergeblich nach Konstantinopel gesandt, um den Kaiser Justinian zum Frieden zu stimmen, bewirkte er daselbst die Absetzung des als Monophysit verdächtigen Patriarchen Anthimus. Er starb 22. April 536. - A. II. wurde 946 Papst und ließ sich namentlich die Ordnung der kirchlichen Verhältnisse in Frankreich und den nordischen Reichen angelegen sein. Gegen Berengar II., König von Italien, der dem Kirchenstaat Gebiete entrissen, rief er den König Otto I. zu Hilfe. Er starb im Nov. 955.

Agar-Agar (Agger-Agger, Layor-Carang), Bezeichnung für verschiedene im Handel vorkommende ostind. Meeresalgen, die teils im rohen, nur getrockneten Zustande zu uns gelangen, teils durch irgendwelche Bearbeitung in eine bestimmte Form (in die von leichten, lockern, vierkantigen Stangen) gebracht werden. Diese Ware wurde zuerst 1840 in England, etwas später in Deutschland bekannt. Man unterscheidet folgende Sorten: 1) Ceylon-Agar-Agar, auch Ceylonmoos, Dschafnamoos oder Jafnamoos (nach der gleichnamigen Stadt auf Ceylon), Dongi-Dongi oder Bulong genannt; besteht aus gelblichweißen, gabelartig geteilten, nach oben hin verjüngten, rundlichen Algenstämmchen. 2) Makassar-Agar-Agar oder ostindisches Carrageen, erscheint in durchscheinenden, hornartigen, gelblichen, verästelten Fäden, die von Eucheuma spinosum Ag. abstammen sollen. 3) Japanisches A., japanische Gelatine, chinesische Hausenblase, Tien-Tjan, soll aus Gelidum cartilagineum Grev. und ähnlichen Algen verfertigt werden und besteht aus lockern, gelblichweißen Stücken vom Aussehen einer Gänsefederseele. Diese Sorte kommt auch von Sumatra, Neuguinea und Singapur. In Singapur kostet das Pitul (74 kg) angeblich nur 30 M.; von dort gehen nach China jährlich über 12¼ Mill. Kilogramm davon. Sowohl dort als auch auf den Sunda-Inseln und Ceylon wird das A. hauptsächlich als Nahrungsmittel verwendet, indem man daraus mit Wasser eine sehr haltbare Gallerte kocht, die vollständig geruchlos ist. Die gallertbildende Eigenschaft dieser Ware ist weit größer als die der gewöhnlichen Gelatine. Gleiche Mengen Wasser geben mit nur ½ Proz. A. eine ebenso steife Gallerte als 3-5 Proz. Gelatine. In Deutschland wird das A. nur selten als Nahrungsmittel verwendet, häufig aber als Mittel zum Klären und als Appreturmittel für Seide und andere Gewebe. Der gallertgebende Körper wurde von Payen untersucht und mit dem Namen Gelose belegt; derselbe ist frei von Stickstoff und steht hinsichtlich seiner chem. Zusammensetzung den Pektinkörpern nahe.

Agardh, Karl Adolf, schwed. Botaniker, geb. 23. Jan. 1785, Sohn eines Kaufmanns zu Badstad in Schonen, studierte zu Lund, wurde 1807 an der dortigen Universität Docent der Mathematik und 1812 zum Professor der Botanik und Ökonomie ernannt. Er wandte als Botaniker seine Studien besonders den Algen zu, deren Kenntnis er wesentlich gefördert hat. Als Mitglied des 1826-28 tagenden Erziehungskomitee verfocht er die Ideen, die sich späterhin bei der Anordnung des schwed. Erziehungswesens allmählich Eingang verschafft haben. Seit er Abgeordneter seines Stifts zum Reichstage geworden war, machte er die Staatswirtschaft zum Hauptgegenstande seiner Studien. Er erhielt 1816 ein Präbendenpastorat in Schonen; 1834 zum Bischof in Karlstad erwählt, beschäftigte er sich auch mit theol. Studien und gab mehrere theol. Schriften heraus. Er starb 28. Jan. 1859 zu Karlstad. Die wichtigsten seiner zahlreichen Schriften sind: "Systema Algarum" (Lund 1824), "Species Algarum", Bd. 1 und Bd. 2, Sekt. 1 (Greifsw. 1823-28), Icones Algarum Europaearum"" (Lpz. 1828-35), "Lärobok i Botanik" (2 Bde., Malmö 1830-32), von dem die erste Abteilung: "Organographie der Pflanzen" (Kopenh. 1831), von Meyer, die zweite: "Allgemeine Biologie der Pflanzen" (Greifsw. 1832), von Creplin ins Deutsche übersetzt wurde, und "Försök til en statsekonimisk Statistik öfver Sverige", Tl. 1-3 (Karlstad 1852-59). Die staatsökonomische Abteilung dieses Werkes ist von ihm selbst, die statistische von Ljungberg bearbeitet worden; Tl. 4 (1863) gab letzterer allein heraus.

Jakob Georg A., Sohn des vorigen, geb. zu Lund 8. Dez. 1813, war seit 1854 Professor der Botanik daselbst und trat 1879 in den Ruhestand. Sein Ruf gründet sich besonders auf seine Arbeiten über die Algen, unter denen die "Species, genera et ordines Algarum" (4 Bde., Lund 1848-63) hervorragen. Außerdem sind zu nennen: "Algae Maris Mediterranei et Adriatici" (Par. 1842), "Theoria systematis naturalis plantarum" (Lund 1858). A. besitzt eine von seinem Vater begonnene sehr reiche Sammlung von Algen.

Agaricin (Agaricinsäure), eine in Wasser schwer lösliche, in farblosen, büschelig aggregierten, mikroskopischen Nadeln krystallisierende Säure, die aus dem Lärchenschwamm, Polyporos officinalis Fr., gewonnen und in Gaben von 0,01 g als Heilmittel gegen profusen Nachtschweiß angewendet wird. Das A. löst sich in 130 Teilen kaltem und 10 Teilen heißem Weingeist auf. A. ist in den Apotheken vorrätig zu halten und als Agaricinum in die 3. Ausg. des Deutschen Arzneibuchs aufgenommen.

Agaricinen (Agaricini), Unterabteilung der Pilzfamilie der Hymenomyceten (s. d.).

Agaricus L. (Blätterschwamm, Blätterpilz), Pflanzengattung aus der Familie der Hymenomyceten (s. d.) mit zahlreichen, fast über die ganze Erde verbreiteten Arten; Hutpilze mit fleischigem, gewöhnlich schnell vergänglichem Fruchtkörper, mit meist centralem Stiele und dünnen, häutigen oder blattartigen, weichen, keinen Milchsaft führenden, mit dem Hute fest verbundenen Lamellen. Viele derselben sind als eßbar geschätzt, so z. B. der Champignon, Stockschwamm, Austernschwamm (Buchenpilz, Drehling), Maischwamm, Hallimasch, Parasolschwamm, Kaiserling. Verdächtig oder giftig sind: Schwefelkopf, Knollenblätterschwamm, Fliegenpilz, Pantherschwamm. Über das Nähere s. die Einzelartikel. (S. die Tafeln Pilze I: Eßbare Pilze, Fig. 1-4, und Pilze II: Giftige Pilze, Fig. 1-4.)

Agasias, der Name zweier griech. Bildhauer aus Ephesus. Nur von dem einen, dem Sohne des Dosithëus, ist ein Werk erhalten, der sog. Borghesische Fechter, die Marmorstatue eines nackten Jünglings, der gegen einen (nur vorausgesetzten) Reiter kämpft. Die geschickte Wiedergabe des Körperbaues dieser durch den gemeinen Gesichtsausdruck als Krieger (nicht als Heros) gekennzeichneten Figur hat ihr den Ruhm eines Musters zum Studium