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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Alarcon; Alarcon (Pedro Antonio de); Alarcon y Mendoza; Alard; Alarich I.

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Alarcon – Alarich I.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Alapajewsk'

8384 E., Post, vier große Eisengießereien, die jährlich 1586762 Pud Gußeisen und 1005898 Pud Eisenbahnschienen liefern. A. wurde 1704 gegründet.

Alarcon, Stadt im Distrikt Motilla del Palancar der span. Provinz Cuenca, etwa 55 km südlich von der Hauptstadt Cuenca, auf einem vom Jucar umflossenen Felsen, ist mit ihrer maur. Bauart und ihren alten verfallenen Häusern ein malerisches Seitenstück zu Toledo, hat (1887) 876 E., schöne Kirchen und zwei Brücken. Die natürliche Festigkeit verlieh ihr große Bedeutung in den Kämpfen zwischen Spaniern und Mauren, sowie später bei den Reibungen zwischen Castilien und Aragonien.

Alarcon, Pedro Antonio de, span. Dichter, geb. 10. März 1833 zu Guadix von verarmten adligen Eltern, ward für den geistlichen Stand bestimmt, verschaffte sich aber durch Mitarbeit am «Eco del Occidente» in Cadiz die Mittel, um 1853 das Vaterhaus zu verlassen. Die Revolution von 1854 zog ihn, wie seine Freunde, die demokratische Jugend der Union Granadina, nach Madrid, wo er das radikale Witzblatt «El látigo» leitete, sich aber bald enttäuscht vom polit. Leben zurückzog. Nun lieferte er unter franz. Einfluß zahlreiche Kritiken, Feuilletons und kurze Novellen, geistreiche Umrißzeichnungen, die zum besten ihrer Art gehören. Auswahlen erschienen als «Amores y amorios» (1875), «Cosas que fueron» (1871, 1882), «Novelas cortas» (2. Aufl., 3 Bde., 1884 fg.), «Juicios literarios y artisticos» (1883). 1859 machte A. den marrokk. Feldzug mit, aus dem das anschauliche «Diario de un testigo de la guerra de Africa» erwuchs (1860, 1880). Weniger bedeutend sind die Reisebeschreibungen «De Madrid á Nápoles» (1861, 1878), «La Alpujarra» (1874, 1882), «Viajes por España» (1883). Längere Zeit gehörte dann A. ausschließlich der Politik, war Abgeordneter, verband sich mit der Liberalen Union O’Donnells, trat 1868 für den Herzog von Montpensier, dann für Alfons XII. ein und war 1876–81 Mitglied des Staatsrates, wurde auch Gesandter bei der Pforte. 1874 erschien das berühmte, in Stil und Stoff echt span. Genrebild «El sombrero del tres picos», reich an genialen Einfällen. Der merkwürdige Roman «El Escándalo» (1875; 10. Aufl. 1887) verfolgt eine religiöse Tendenz, die in geringerm Maße auch «El niño de la bola» (1880; deutsch u. d. T. «Manuel Venegas» von Eyssenhardt, Stuttg. 1882) und «La pródiga» (1881) beherrscht, während «El capitan Veneno» (1881) den heitern Ton wiederfindet. Mit einem litterar. Testament: «Historia de mis libros», legte 1884 A. die Feder nieder. Er starb 19. Juli 1891 zu Madrid. Seine Gedichte «Poesias serias y humoristicas» (1870; 3. Aufl. 1885) sind Mittelgut. Von der Bühne hielt ihn der unverdiente Mißerfolg eines Erstlingsdramas «El hijo pródigo» (1857) zurück. 1874 erschien eine Auswahl der Werke A.s («Obras escogidas», Madrid). «Ausgewählte Novellen» verdeutschte Lili Lauser (Stuttg. 1878).

Alarcon y Mendoza, Juan Ruiz de, span. Dramatiker, wahrscheinlich aus der alten Familie der Ruizes de A., von der ein Zweig aus der span. Stadt Alarcon in Amerika eingewandert war, geb. um 1580 in Mexiko oder in der mexik. Stadt Tasco, studierte im Adelskolleg zu Mexiko, siedelte 1600 nach Spanien über und wurde königl. Anwalt zu Sevilla. Er ging 1608 wieder nach Mexiko, wo er 1609 Licentiat der Rechte wurde. Seit 1611 lebte er in Madrid, wurde 1626 Mitglied des königl. ↔ Rats für Neuspanien und starb 4. Aug. 1639 zu Madrid. Da A.s beste Stücke früh andern zugeschrieben wurden, nannten ihn lange die Litterarhistoriker kaum. Außer den einzeln oder verstreut in Sammlungen gedruckten Stücken veröffentlichte er 8 im ersten (Madr. 1628), 12 im zweiten Teil (Barcel. 1634) der «Comedias»; mit Sicherheit beigelegt werden ihm 25, an einem war er als Mitarbeiter beteiligt. Eine Gesamtausgabe besorgte Hartzenbusch (Madr. 1852 und 1866), eine Auswahl von neun Stücken Nuñez de Arena (2 Bde., ebd. 1867), eine franz. Übersetzung Royer (Par. 1865). A.s vortrefflichste Stücke «El tejedor de Segovia» (ein 1. Teil ist später hinzugedichtet, kaum von A.) und «Ganar amigos» oder «Lo que mucho vale mucho cuesta» gehören ins heroische Drama. Meisterschaft zeigte er im Charakterlustspiel (comedia de costumbres), als dessen Schöpfer er gelten kann. Hierher zählen das durch Corneilles «Menteur» nachgeahmte «La verdad sospechosa», sowie «Las paredes oyen», die noch jetzt aufgeführt werden, ferner «Don Domingo de Don Blas» oder «No hay mal que por bien no venga». Den Übergang zum Intriguenstück, in dem «Todo es ventura» am gelungensten ist, bildet «Antes que te cases mira lo que haces» oder «Examen de maridos». Von A.s drei Zauberkomödien zählt «La prueba de las promesas» zu seinen besten Arbeiten. Autos schrieb A. kaum; doch zeigen «El Anticristo» und «Quieu mal anda en mal acaba» mystisch-ascetische Tendenz. – Vgl. Fernandez-Guerra y Orbe, Don J. R. de A. y M. (Madr. 1871); Molinier, Notice sur le poète espagnol A. (Toulouse 1872).

Alard (spr. alahr), Jean Delphin, franz. Violinspieler, geb. 8. März 1815 zu Bayonne, trat 1827 in das Pariser Konservatorium, wurde dann Mitglied der Konzertgesellschaft des Konservatoriums und Soloviolinist in der königl. Privatkapelle und erhielt nach Baillots Tode 1843 die Leitung von dessen Violinklasse am Konservatorium, die er 1875 niederlegte. Als Virtuos wie als Lehrer ausgezeichnet, hat er auch wertvolle Kompositionen für sein Instrument sowie eine treffliche Violinschule geschrieben. Er starb 22. Febr. 1888 zu Paris.

Alărich I., erster König der Westgoten, aus dem Geschlecht der Balthen, geb. um 370, erhielt von Theodosius bereits im Kriege von 393 bis 394 die Führung einer größern Abteilung von Goten. Nach dessen Tode (395) erhoben ihn die Goten zum Könige und lockerten damit die Verbindung mit Rom. Es kam auch zum Kriege und A. zog verheerend durch Macedonien und Griechenland. Korinth, Argos, Sparta erlagen ihm, bis Stilicho mit dem weström. Heere dem Ostreich zu Hilfe eilte, A. in Arkadien schlug und am Berge Pholoe einschloß. Wider Erwarten gelang es jedoch A. nach Epirus zu entkommen, der oström. Kaiser Arcadius, eifersüchtig auf Stilicho, schloß Frieden mit A. und ernannte ihn zum Statthalter Ostillyriens. Von Dyrrhachium aus setzte A. 401 nach Italien über, wurde aber von Stilicho in den Schlachten bei Pollentia und Verona 402 geschlagen und erneuerte erst nach dessen Ermordung 408, da der Kaiser das dem A. von Stilicho zugesagte Jahresgehalt nicht anerkennen wollte, den Angriff. Er erzwang zunächst durch die Belagerung Roms die Zahlung von 5000 Pfd. Gold und 30000 Pfd. Silber, außerdem große Lieferungen an Gewändern und Gewürz, und da der von einer unfähigen orthodoxen Partei beherrschte Kaiser einem Arianer

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 308.