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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Albrecht

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Albrecht II. (deutscher König) - Albrecht (der Bär)

ihres Eides. Doch zwang A. die rhein. Kurfürsten mit Hilfe der Reichsstädte zur Unterwerfung, während der Papst gegen die von A. angebotene Verzichtleistung auf kaiserl. Rechte in Italien sich zur Anerkennung A.s bequemte. Noch gelang es A. auch in Böhmen, als dort mit Wenzel III. die Přemysliden ausstarben, seinen Sohn Rudolf zum König wählen zu lassen (1306), dann aber verließ ihn das Glück. Rudolf starb 1307, in Böhmen erhielt eine Gegenpartei die Oberhand, und in Thüringen, wo er die Ansprüche seines Vorgängers aufgenommen hatte, erlitt sein Heer durch den Markgrafen Friedrich 1307 eine schwere Niederlage bei Lucka unweit Altenburg. Als A. in den schwäb. Hausbesitzungen große Rüstungen machte, ereilte ihn am 1. Mai 1308 der Tod durch die Hand seines mit mehrern Rittern verschworenen Neffen Johann (s. Johann Parricida). A.s Leiche wurde zunächst im Kloster Rosenthal, dann aber nebst der Adolfs von Nassau durch Heinrich VII. in der Kaisergruft zu Speyer beigesetzt. Sagenhaft ist, daß das tyrannische Auftreten A.s in der Schweiz zu einem großen Freiheitskampf geführt habe. - Vgl. L. Schmid, Der Kampf um das Reich zwischen Adolf von Nassau und A. von Österreich (Tüb. 1858); Kopp, König A. und seine Zeit (in der "Geschichte der eidgenössischen Bünde", Bd. 3, Abteil. 2, Berl. 1862); Mücke, A. I., Herzog von Österreich (Gotha 1866); Preger, A. von Österreich und Adolf von Nassau (2. Aufl., Lpz. 1869); Henneberg, Die polit. Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich unter König A. I. (Straßb. i. Els. 1891).

Albrecht II., deutscher König (1438-39), als Herzog von Österreich (seit 1404) A. V., Sohn Albrechts IV., geb. 10. Aug. 1397, stand von Jugend an in engster Verbindung mit Kaiser Sigismund, der ihn schon 1411 mit seiner Tochter Elisabeth (s. Ungarn, Geschichte) verlobte (1422 vermählt), und dem A. 1437 in Böhmen, 1438 in Ungarn durch Wahl nachfolgte. In Frankfurt wurde er 18. März 1438 zum röm. König erwählt, ohne jedoch gekrönt zu werden. An den Reichstagen von 1438 und 1439, auf denen sein Kanzler Kaspar Schlick Entwürfe für Landfrieden u. s. w. vorlegte und sich mit den Kurfürsten über das Verhalten zum Baseler Konzil und zum Schisma verständigte, konnte A. wegen der Wirren in Ungarn und Böhmen nicht teilnehmen. In Böhmen stellte man den 13jahrigen Kasimir, Bruder des Königs Wladislaw von Polen, als Gegenkönig auf. A. kam darüber in einen Krieg mit Polen, der nur durch einen Stillstand unterbrochen war, als A. nach Ungarn gegen die Türken ziehen mußte. Eine Seuche löste sein Heer auf; er selbst erkrankte und starb auf der Rückreise 27. Okt. 1439 zu Lanqendorf zwischen Gran und Wien. Erst nach seinem Tode gebar seine Gemahlin den Sohn Ladislaus (Posthumus), den spätern König von Ungarn und Böhmen. A. war ein eifriger Verfolger der Ketzer und Juden. - Vgl. Wenck, Historia Albrechti II (Lpz. 1770); Kurz, Österreich unter König A. II. (Wien 1835); Altmann, Die Wahl A.s II. zum röm. Könige (Berl. 1886).

Albrecht IV., der Weise, Herzog von Bayern, aus der Linie München-Straubing, geb. 15. Dez. 1447, war der dritte Sohn Herzog Albrechts III., des Frommen, und kam nach dessen Tode 1460 unter Vormundschaft seiner ältern Brüder, Johann III. und Sigismund, welche gemeinschaftlich die Regierung übernahmen. Als Johann 1463 starb, wurde A. für volljährig erklärt und 1465 zum Mitregenten Sigismunds eingesetzt; aber schon 1467 überließ ihm dieser die Regierung. Das Streben der beiden jüngern Brüder Christoph und Wolfgang nach Mitregentschaft wußte A. zu vereiteln. Die Erwerbung der Reichsherrschaft Abensberg (durch Kauf 1485) und der Anfall von Bayern-Landshut (nach dem Tode des söhnelosen Herzogs Georg, 1503) gaben ihm einen bedeutenden Machtzuwachs. Doch mußte er das landshutische Erbe in blutiger Fehde Georgs Erben, Pfalzgraf Ruprecht und dessen Kindern, abtrotzen; Kaiser Maximilian I. gewährte ihm Hilfe, doch nur gegen reiche Entschädigung, und auch an das pfälz. Haus mußten bedeutende Striche des ererbten Landes abgetreten werden. Der Versuch, Regensburg zur bayr. Landstadt zu machen, rief den eigenen Adel und die angrenzenden Stände gegen A. in die Waffen (1488-92); 1492 verfiel er der Reichsacht und mußte schließlich einen für ihn nachteiligen Vergleich mit dem Kaiser schließen. A.s Hauptwerk war das Hausgesetz über die Einheit und Unteilbarkeit des bayr. Herzogtums und die Regierungsnachfolge des Erstgeborenen im Fürstenstamme (8. Juli 1506). Er starb 18. März 1508. - Vgl. Hefner, Geschichte der Regierung A.s IV. (im "Oberbayr. Archiv", XIII); Silbernagl, A. IV., der Weise (Münch. 1857); Hasselholdt-Stockheim, Herzog A. IV. und seine Zeit (Lpz. 1865, unvollendet).

Albrecht V., Herzog von Bayern, geb. 1. März 1528 als Sohn Herzog Wilhelms IV. von Bayern und der Maria Jakobäa von Baden. Seine Gemahlin war (seit 4. Juli 1546) die Erzherzogin Anna, Tochter Kaiser Ferdinands I. Am 6. März 1550 übernahm A. die Regierung. Anfangs gleichgültig gegen die religiösen Wirren, zogen ihn doch Zeitumstände und Verhältnisse in die Bahnen seiner kath. Vorgänger (s. Bayern) zurück. Wohl machte er zuerst den Ständen religiöse Zugeständnisse, doch nicht aus religiösen Motiven, sondern um sie zur Bezahlung seiner Schulden und zur Bewilligung seiner großen Geldforderungen zu bewegen. Die Landstände sanken unter ihm zu voller Ohnmacht herab. Kaiser Ferdinand bewog ihn 1556 zur Berufung der Jesuiten, die bald das Regiment führten und auch A.s Nachfolger Wilhelm V. erzogen. Die prot. Priester wurden verjagt, die Protestanten mußten auswandern, ein Index verbotener Bücher wurde angelegt. Auch Baden wurde durch A. der kath. Lehre wieder unterworfen (1570-72). Doch verschaffte er München zuerst den Ruf einer Kunststadt. Orlando di Lasso weilte an seinem Hofe, Kupferstecherei, Malerei, Erzguß und Kunstgewerbe blühten. Er legte den Grund zur Kunstkammer, zum Antiquarium, zu der Gemäldesammlung und zur Hof- und Staatsbibliothek. Als A. 24. Okt. 1574 starb, hinterließ er eine Schuldenlast von fast 2½ Mill. Fl. - Vgl. Briefe und Akten zur Geschichte des 16. Jahrh., hg. von Druffel (3 Bde. in 4 Abteil., Münch. 1873-80); Ruepprecht, Herzog A. V. von Bayern und seine Stände (ebd. 1883); Riezler, Zur Würdigung Herzog A.s V. von Bayern (ebd. 1894).

Albrecht der Bär, Markgraf von Brandenburg, geb. um 1100 zu Ballenstädt, Sohn und Nachfolger Ottos des Reichen, Grafen von Ballenstädt und Aschersleben, und der Eilika, der ältesten Tochter des Herzogs Magnus von Sachsen. Zu dem reichen Hausbesitz und den Grafschaften, die der Vater 1123 hinterließ, erhielt er 1125 vom Kaiser Lothar II. einen Teil der alten Ostmark und die Lausitz als Reichslehn. Obgleich A. Lothars treuester